Ein sicherer Schlafplatz kann der erste Schritt zu einem geregelten Alltag sein. Das neue Straßenkinderhaus „Butze“ in Lichtenberg bündelt Unterbringung, Beratung und Berufsvorbereitung unter einem Dach. Obdachlose Kinder und Jugendliche sollen hier Unterstützung auf dem Weg in ein selbstständiges Leben erhalten.

So sah die Baustelle des Straßenkinderhauses „Butze“ in Berlin-Lichtenberg noch im vergangenen Jahr aus – mittlerweile ist das neue Haus unweit des Bahnhofs Lichtenberg fertiggestellt worden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Foto Titelbild: Straßenkinder e.V. – Robin Baumann / Depositphotos.com
© Visualisierung: Straßenkinder e. V
In der Wönnichstraße nahe dem Bahnhof Lichtenberg hat am Freitag das Straßenkinderhaus „Butze“ eröffnet. Der Neubau des Vereins Straßenkinder e. V. bündelt Unterbringung, Beratung und praktische Alltagshilfe für obdachlose Kinder und Jugendliche. Damit erhält Berlin einen neuen Anlaufpunkt für junge Menschen, denen ein verlässliches Zuhause fehlt.
- Die „Butze“ in Berlin-Lichtenberg wurde am 2. Oktober eröffnet.
- 41 Wohn- und Schlafmöglichkeiten bieten obdachlosen jungen Menschen Schutz.
- Beratung, Alltagshilfe und Berufsvorbereitung unterstützen den Weg in die Selbstständigkeit.
- Der spendenfinanzierte Neubau kostete rund 23 Millionen Euro.
Das Haus mit seiner auffälligen grünen Fassade liegt gegenüber der Robinson-Grundschule. Noch zu Jahresbeginn war eine Eröffnung im Frühjahr vorgesehen gewesen. Nun beginnt im Herbst die Nutzung eines Gebäudes, dessen soziale Aufgabe weit über die Bereitstellung von Schlafplätzen hinausgeht.
Straßenkinderhaus in Berlin-Lichtenberg: Wohnen und Beratung auf sieben Etagen
Auf sieben Geschossen stehen rund 3.650 Quadratmeter zur Verfügung. Die 41 Wohn- und Schlafmöglichkeiten reichen von Notschlafstellen über Übergangswohnungen bis zu Mikroapartments. Unterschiedliche Formen der Unterbringung sollen den jeweiligen Lebenssituationen der jungen Menschen gerecht werden.
Hinzu kommen warme Mahlzeiten, Wasch- und Duschmöglichkeiten sowie eine Kleiderkammer. Sozial- und Rechtsberatung, Werkstätten und Schulungsräume ergänzen das Angebot. Das Gebäude dient außerdem als Basis für Streetworker.
Hilfe für obdachlose Jugendliche: Von der ersten Anlaufstelle zur Selbstständigkeit
Das Konzept verbindet unmittelbar zugängliche Unterstützung mit längerfristiger Begleitung. Wer zunächst Essen, Schutz oder eine Möglichkeit zum Waschen benötigt, soll am selben Ort auch Beratung und Unterstützung auf dem Weg in ein selbstständiges Leben finden.
Der Verein erwartet jährlich zwischen 10.000 und 15.000 Übernachtungen und die Begleitung von rund 1.000 Betroffenen. Diese Zahlen beschreiben den angestrebten Umfang der Arbeit; wie sich die Angebote im Alltag bewähren, wird sich erst im Betrieb zeigen.

Liegt direkt gegenüber vom entstehenden Wohnhaus „Butze“: Die Robinson-Grundschule in Lichtenberg. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Spendenfinanzierter Neubau: Auch der laufende Betrieb braucht Unterstützung
Die Bauarbeiten begannen im März 2023. Das Investitionsvolumen beträgt nach Vereinsangaben rund 23 Millionen Euro und wurde vollständig durch Spenden finanziert. Zu den wichtigsten Fördernden gehören Birgit und Thomas Rabe, die privat und über ihre Stiftung einen wesentlichen Anteil tragen.
Mit der Fertigstellung bleibt eine dauerhafte finanzielle Aufgabe: Für den Betrieb veranschlagt der Verein jährlich rund 3,2 Millionen Euro. Die langfristige Absicherung der Betreuung ist damit ebenso entscheidend wie der abgeschlossene Neubau.
Tag der offenen Tür: „Butze“ stellt ihre Angebote am 4. Oktober vor
Am Sonntag, dem 4. Oktober, können Interessierte das Haus von 13 bis 17 Uhr kennenlernen. Geplant sind Einblicke in die Räume, Gespräche mit Mitarbeitenden und verschiedene Mitmachangebote.
Die Eröffnung macht damit auch eine soziale Infrastruktur sichtbar, deren Bedeutung sich vor allem in der täglichen Unterstützung ihrer Nutzerinnen und Nutzer entfalten wird.

Auf diesem Bild noch eine Visualisierung, mittlerweile Realität: Das neu eröffnete Wohnhaus „Butze“ mit seiner markanten grünen Fassade in Berlin-Lichtenberg. / © Visualisierung: Straßenkinder e. V
Quellen: Straßenkinder e.V., Berliner Morgenpost, Architektur Urbanistik Berlin, Bezirksamt Lichtenberg
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