Der lang umstrittene Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche gerät erneut in die Schlagzeilen: Zwar steht der Turm seit Sommer 2024 für Besucher offen, doch den laufenden Betrieb kann die Stiftung offenbar nicht mit Bundesmitteln absichern. Dies reißt eine Finanzierungslücke von mehreren hunderttausend Euro pro Jahr auf.

Garnisonkirche

Blick über die Breite Straße mit der Baustelle für den Wiederaufbau des Turms der Garnisonkirche in Potsdam, im März 2024. Im kommenden Jahr soll der Turm seine vollständige Höhe erreichen. / © Foto: IMAGO / Martin Müller

© Foto Titelbild: IMAGO / Martin Müller

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Der Turm der Potsdamer Garnisonkirche ist seit August 2024 für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Wer hinaufsteigt, erreicht in rund 57 Metern Höhe die Aussichtsplattform und kann die neuen Ausstellungsräume besichtigen. Die vollständige Höhe des Turms soll erst mit der geplanten Turmhaube von knapp 30 Metern bis 2027 erreicht werden.

Doch während der Bau weitgehend abgeschlossen ist, steht der Betrieb auf unsicherem Boden. Zuletzt kämpfte die Einrichtung mit geringen Besucherzahlen, die mit rund 30.000 nur halb so hoch ausgefallen waren wie prognostiziert. Laut Medienberichten wird der Bund künftig keine Mittel mehr für den laufenden Betrieb bereitstellen. Das betrifft die Pflege der Ausstellung, die Organisation von Seminaren und die Instandhaltung der Aussichtsplattform. Für die Stiftung bedeutet das eine jährliche Finanzierungslücke von mehreren hunderttausend Euro.

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Wiederaufbau der Garnisonkirche: Eine jahrzehntelange Kontroverse

Die Garnisonkirche hat eine komplizierte Geschichte. Errichtet in den 1730er Jahren als Militärkirche, diente sie als Krönungs- und Begräbnisstätte preußischer Herrscher. Nach schweren Kriegsbeschädigungen wurde sie 1968 von der DDR gesprengt. Die Idee des Wiederaufbaus existiert seit den 1980er Jahren, die Stiftung Garnisonkirche Potsdam treibt das Projekt seit den 1990er Jahren voran.

Bereits während der Planungen war der Wiederaufbau umstritten. Kritiker sehen in der Garnisonkirche ein Symbol preußischer Militärgeschichte, Befürworter betonen Bildungs- und Erinnerungsarbeit. Die nun bekannt gewordene Finanzierungslücke verschärft diese Debatte: Wer zahlt, wenn der Bund aussteigt?

Bund sagt Betriebskosten ab: Wie wird das Projekt künftig getragen?

Wie der Evangelische Pressedienst mitteilt, bestätigte der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, dass keine weiteren Mittel bereitgestellt werden. Für die Stiftung stellt sich damit die Frage, wie das Projekt dauerhaft betrieben werden kann. Ein Teil der ursprünglich geplanten Nutzung, etwa Bildungsangebote, könnte darunter leiden. Diskussionen über alternative Finanzierungsquellen, vom Land Brandenburg bis zur Kommune, gewinnen an Bedeutung.

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Die Garnisonkirche steht damit vor einer ungewissen Zukunft. Der Turm ist zwar öffentlich zugänglich, doch die langfristige Finanzierung bleibt unklar. Experten und Kritiker fordern ein tragfähiges Konzept, sonst könnte ein zentraler Bestandteil des Projekts – die Nutzung für Bildung und Erinnerung – bald eingeschränkt werden.

Quellen: Evangelischer Pressedienst, Stiftung Garnisonkirche Potsdam, rbb, Wikipedia

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