Das Mittelmeerhaus im Botanischen Garten Berlin gehört zu den architektonischen Besonderheiten der Anlage. Das mehr als 120 Jahre alte Gewächshaus ist jedoch stark sanierungsbedürftig. Nun stellt der Bund 600.000 Euro bereit, um dringend notwendige Sicherungsarbeiten zu ermöglichen.

/ © Foto: Wikimedia Commons, Detlef Huhn, CC BY-SA 4.0
© Titelbild: Freie Universität Berlin
Das Mittelmeerhaus im Botanischen Garten steht seit längerer Zeit unter erheblichem Sanierungsdruck. Das mehr als 120 Jahre alte Gewächshaus droht zu verfallen, während eine umfassende Instandsetzung bislang nicht umgesetzt wurde. Nun stellt der Bund 600.000 Euro aus dem „14. Denkmalschutz-Sonderprogramm“ bereit.
Thomas Borsch, Direktor des Botanischen Gartens, erklärte dem Tagesspiegel, die Förderung habe fraktionsübergreifende Unterstützung erhalten. Er sehe darin ein wichtiges Signal, weil damit auch die Bedeutung des Gebäudes als Kulturdenkmal anerkannt werde. Das Mittelmeerhaus gilt als einzig vollständig erhaltenes Jugendstil-Gewächshaus auf dem europäischen Kontinent.
Verschobene Sanierung des Mittelmeerhauses im Botanischen Garten: Kosten steigen auf rund 26 Millionen Euro
Eigentlich plante der Botanische Garten eine umfassende Sanierung bis Ende 2025. Doch 2024 strich der Berliner Senat das Projekt im Zuge von Sparmaßnahmen von der Liste der finanzierten Vorhaben. Auch das Berliner Abgeordnetenhaus gab keine Mittel frei.
Inzwischen liegen die Kosten für eine vollständige Sanierung bei rund 26 Millionen Euro.
Über 120 Jahre Geschichte stecken in dem Gewächshaus: Ein besonderes Bauwerk im Botanischen Garten Dahlem
Das 16 Meter hohe Mittelmeerhaus liegt seitlich des großen Gewächshauskomplexes im Botanischen Garten in Dahlem und dient als Kalthaus für subtropische Pflanzen. Das Gebäude befindet sich noch weitgehend im Originalzustand aus dem Jahr 1904, auch große Teile der Fassade stammen aus dieser Zeit. Eine größere Renovierung erfolgte zuletzt zwischen 1989 und 1992.
Nach Angaben der Freien Universität kostet allein die Heizung rund 20.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen technische Instandhaltungen von mehr als 37.000 Euro jährlich.
Baulicher Zustand des Jugendstil-Gewächshauses in Dahlem: Risiken für Gebäude und historischen Bestand
Der bauliche Zustand hat sich inzwischen deutlich verschlechtert. Nach Angaben des Botanischen Gartens ist die Statik bereits angegriffen. Ohne Gegenmaßnahmen müsste das Gewächshaus möglicherweise für Besucher geschlossen werden. In diesem Fall könnten auch Mitarbeitende das Gebäude nicht mehr betreten.
Besonders problematisch wäre eine solche Entwicklung für die Pflanzen im Inneren. Wenn die marode Heizungsanlage ausfällt, könnten Pflanzen wie etwa Baumfarne verloren gehen.
Sicherungsarbeiten am Kulturdenkmal beginnen: Erste Maßnahmen sollen weiteren Verfall des Gebäudes stoppen
Mit den Bundesmitteln will der Botanische Garten zunächst dringend notwendige Sicherungsarbeiten umsetzen. Besonders im hinteren Teil des Gebäudes müssen beschädigte Tragelemente und Fundamente erneuert werden. Außerdem sichern Fachleute historische Holzfenster.
Die Arbeiten sollen beginnen, sobald die Temperaturen es erlauben, Teile der Fassade zu öffnen, ohne die Pflanzen zu gefährden. Während der Bauarbeiten könnte das Haus zeitweise für Besucher schließen. Dennoch bleibt die langfristige Zukunft offen, denn für eine vollständige Sanierung fehlen weiterhin mehrere Millionen Euro.
[Karte mit Standort, ggf. weitere Bilder]Quellen: Freie Universität Berlin, Botanischer Garten Berlin, Der Tagesspiegel
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