Der Bundestag hat den Haushalt für das Bundesbauministerium im Jahr 2026 deutlich aufgestockt. Mit nahezu 13 Milliarden Euro will die Bundesregierung erneut einen Schwerpunkt auf Wohnungsbau, Städtebauförderung und soziale Infrastruktur setzen.

Bezahlbarer Wohnraum entsteht derzeit in Berlin-Tempelhof. Die „Marienhöfe“ sollen in zwei Jahren fertig sein und neben frei finanzierten auch geförderte sowie seniorengerechte Wohnungen bieten. / © Visualisierung: Goldbeck GmbH
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Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat den Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2026 bestätigt und mehrere Anpassungen vorgenommen. Besonders stark profitiert das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Der „Einzelplan 25“ umfasst nun ein Volumen von fast 13 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von rund acht Prozent im Vergleich zum laufenden Jahr. Die Gesamtausgaben liegen bei etwa 7,7 Milliarden Euro. Zusätzlich stehen Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von rund 5,2 Milliarden Euro bereit.
Neben dem regulären Etat fließen nahezu 875 Millionen Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds sowie rund 3,4 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Diese Mittel sollen verschiedene Programme im Bereich Wohnen, Klimaschutz und kommunale Infrastruktur ergänzen.
Wohnraumförderung 2026: Vier Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau
Die Bundesbauministerin Verena Hubertz erklärte, der Aufwuchs verdeutliche die politische Priorität, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Aus ihrer Sicht ermögliche ein Budget von 800 Millionen Euro, bestehende Planungen in die Ausführung zu überführen. Die Reduzierung des Bauüberhangs sei ein wichtiges Signal an die Branche sowie an Menschen, die dringend Wohnungen benötigen. Im Jahr 2026 sollen zudem vier Milliarden Euro für die soziale Wohnraumförderung bereitstehen. Damit soll eine Trendwende hin zu mehr Sozialwohnungen erreicht werden.
Auch Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau werden gestärkt. Für die Aktivierung des Bauüberhangs stehen Mittel zur Verfügung, die die Förderung des Effizienzhaus 55 Standards mit erneuerbaren Energien unterstützen sollen. Hinzu kommen weitere Programme für klimafreundlichen Neubau, Wohneigentumsförderung für Familien oder den Erwerb älterer Immobilien.
Bundeshaushalt 2026: Mittel für Städtebau und Infrastruktur steigen
Neben dem Wohnungsbau rücken Städte und Gemeinden verstärkt in den Fokus. Die Städtebauförderung steigt 2026 auf eine Milliarde Euro. Damit sollen Kommunen unterstützt werden, städtebauliche Strukturen zu sichern, Innenstädte zu stärken und Quartiere weiterzuentwickeln. Rund 580 Millionen Euro stellen Bund und Fonds gemeinsam für die Sanierung von Sportstätten und Schwimmhallen bereit. Auch Frauenhäuser, barrierefreie Umbauten und energetische Stadtsanierung werden mit zusätzlichen Mitteln gefördert.
Weitere Programmpunkte betreffen den Erwerb von Genossenschaftsanteilen, die Förderung junger Menschen beim Kauf älterer Immobilien oder die Umwandlung gewerblicher Gebäude in Wohnraum. Insgesamt ergibt sich ein breit gefächertes Förderpaket, das verschiedene Bereiche des Bau- und Stadtentwicklungssektors adressiert.
Förderprogramme 2026: Was als Nächstes ansteht
Mit dem beschlossenen Haushalt setzt die Bundesregierung ihre Linie fort, hohe Summen in den Wohnungsbau und die städtische Infrastruktur zu investieren. Der Erfolg der Programme hängt nun von der Umsetzung in den Ländern und Kommunen sowie von der Reaktion der Bauwirtschaft ab. Klar ist, dass der Bund große Erwartungen an die Aktivierung von Baupotenzialen und die Stabilisierung des Wohnungsmarktes knüpft.
Quellen: Bundesbauministerium
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