Der Projektentwickler CA Immo prüft neue Perspektiven für das Millennium-Areal im Europaviertel. Dabei rückt nun auch die Deutsche Bundesbank als möglicher Nutzer in den Fokus.

Die Visualisierung zeigt die Plaza zwischen den geplanten Millennium Towers im Frankfurter Europaviertel. Vorgesehen sind öffentlich zugängliche Freiräume, Gastronomie sowie gemeinsam genutzte Eingangshallen für Büro-, Hotel- und Wohnnutzungen. / © Visualisierung: Nightnurse Images AG im Auftrag von Ferdinand Heide Architekten
© Visualisierungen: Nightnurse Images AG im Auftrag von Ferdinand Heide Architekten
Das Millennium-Areal ist eine seit Jahren unbebaute Fläche im Frankfurter Europaviertel. Bereits 2021 hatte CA Immo einen internationalen Architekturwettbewerb für das rund 8.700 Quadratmeter große Grundstück abgeschlossen. Der Siegerentwurf stammt vom Frankfurter Architekturbüro Ferdinand Heide und sieht zwei markante Hochhaustürme mit Büro-, Hotel- und Wohnnutzungen vor.
Doch trotz der ambitionierten Planung blieb das Projekt bislang ohne sichtbaren Baustart. Auf Anfrage von ENTWICKLUNGSSTADT erklärte CA Immo, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich seit 2022 erheblich verändert. Deshalb müsse die Realisierbarkeit des Projekts neu bewertet werden. Einen konkreten Zeitplan oder Angaben zu einer möglichen Umsetzung nannte das Unternehmen derzeit nicht.
Neue Hauptzentrale der Bundesbank in Frankfurt: Bundesbank sucht Alternativen zu Bockenheim
Gleichzeitig richtet die Deutsche Bundesbank ihre Standortstrategie neu aus. Die Institution kündigte im März 2026 an, nicht mehr an ihren bisherigen Hauptsitz in Frankfurt-Bockenheim zurückkehren zu wollen. Stattdessen soll eine neue Immobilie in Frankfurt erworben werden. Hintergrund sind hohe Kosten für die laufende Sanierung des bestehenden Gebäudes.
Nach Angaben der Bundesbank hätten die Sanierung und die erforderlichen Anpassungen der denkmalgeschützten Anlage rund 1,6 Milliarden Euro gekostet. Zudem erschweren Schadstoffe im Bauwerk die Arbeiten. Auch veränderte Arbeitsbedingungen spielen eine Rolle. Durch die ausgeweiteten Homeoffice-Regelungen benötigt die Bundesbank inzwischen deutlich weniger Büroflächen als ursprünglich geplant.
Hochhausprojekt im Europaviertel: CA Immo bringt Millennium Areal ins Gespräch
Vor diesem Hintergrund bringt CA Immo das Millennium Areal nun als möglichen Standort für die Bundesbank ins Gespräch. Das Unternehmen erklärte, das Grundstück könne eine geeignete Option darstellen, da bereits ein gültiger Bebauungsplan vorliege. Denkbar seien sowohl ein Verkauf des Areals als auch eine Entwicklung als sogenannter Forward Deal.
Unabhängig von einer langfristigen Entscheidung prüft CA Immo derzeit außerdem verschiedene Zwischennutzungen für das Grundstück. Vorgesehen sind öffentlich zugängliche Angebote, die den Standort vorübergehend beleben sollen. Genannt werden unter anderem Padel Courts sowie gastronomische Nutzungen wie Biergärten oder Kaffeebars. Ob und wann die ursprünglichen Hochhauspläne tatsächlich umgesetzt werden, bleibt hingegen weiterhin offen.
Quellen: CA Immo, Ferdinand Heide Architekten, Skyline Atlas, FAZ, Wikipedia, Visit Frankfurt
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