Bundeskanzleramt, Bundesrat oder Auswärtiges Amt: In Berlin entstehen derzeit zahlreiche Großprojekte des Bundes. ENTWICKLUNGSSTADT stellt fünf raumgreifende Bauvorhaben vor, die das Regierungsviertel und weitere Standorte in den kommenden Jahren nachhaltig verändern werden. Gleichzeitig zieht sich der Bund aus anderen Projekten zurück, deren Zukunft nun offen ist.

Mit dem Anbau wird der Bundesrat einen neuen Empfangsbereich bekommen und soll gleichzeitig „öffentlicher“ werden. Das neue Foyer soll für Besucherinnen und Besucher frei zugänglich sein. / © Visualisierung: Max Dudler
© Visualisierung Titelbild: Schultes Frank Architekten
Mit der geplanten Erweiterung des Bendlerblocks in Berlin-Tiergarten ist ein weiterer Schritt für eines der bedeutendsten Bundesbauprojekte der kommenden Jahre getan. Nach Abschluss des Verhandlungsverfahrens steht fest, dass das Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton gemeinsam mit ST raum a Landschaftsarchitekten den Auftrag zur Weiterentwicklung des Dienstsitzes des Bundesministeriums der Verteidigung erhält.
Das ambitionierte Vorhaben ist jedoch nicht das einzige Großprojekt des Bundes in Berlin. Die Bundesregierung realisiert an verschiedenen Stellen großformatige Projekte, die das Stadtbild der Hauptstadt nachhaltig prägen werden. ENTWICKLUNGSSTADT zeigt fünf bemerkenswerte Projekte.
Regierungsviertel: Erweiterung des Bundeskanzleramtes

Raumgreifender Neubau: So soll die Erweiterung des Bundeskanzleramtes nach der Fertigstellung aussehen. / © Visualisierung: Schultes Frank Architekten
Die raumgreifende Erweiterung des Bundeskanzleramtes im Berliner Spreebogen ist inzwischen deutlich im Stadtbild ablesbar. Auf der Großbaustelle westlich des bestehenden Kanzleramtsgebäudes hat der Neubau seine endgültige Gebäudehöhe erreicht. Damit wird erstmals die räumliche Dimension des künftigen Regierungscampus sichtbar. Auch die Ausdehnung des gesamten Komplexes zwischen Spree, Kanzlerpark und bestehendem Kanzleramt lässt sich nun klar erkennen.
Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für die zweite Hälfte dieses Jahrzehnts vorgesehen. Dann soll der erweiterte Regierungssitz seine Funktion vollständig aufnehmen. Mindestens 777 Millionen Euro wird das Projekt, Stand heute, nach seiner Fertigstellung gekostet haben. Es ist damit eines der größten Bauprojekte der Hauptstadt in den 2020er Jahren.
Neubau an der Leipziger Straße: Bundesrat-Erweiterung tritt in Ausbauphase ein

So sieht es auf der Baustelle des Bundesrats derzeit aus. Bis 2028 soll das Erweiterungsprojekt abgeschlossen werden. / © Foto: Alexander Ludwig Obst & Marion Schmieding
Der Erweiterungsbau des Bundesrates an der Leipziger Straße nimmt weiter Gestalt an. Wie das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung im Frühjahr 2026 mitteilte, schreitet die Baumaßnahme wohl planmäßig voran. Aktuell befinden sich die Dachabdichtungsarbeiten in Ausführung. Parallel dazu hat, von außen kaum sichtbar, der Innenausbau in den Untergeschossen begonnen.
Der Erweiterungsbau schließt eine der letzten Baulücken an der Leipziger Straße. Nach Abschluss der Rohbauarbeiten verlagert sich der Schwerpunkt nun ins Gebäudeinnere. Neben dem Besucherzentrum werden unter anderem zusätzliche Büro- und Funktionsflächen geschaffen.
Hintergrund ist, dass bislang ausgelagerte Einheiten künftig im Neubau gebündelt werden sollen. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2028 vorgesehen. Bis dahin folgen schrittweise Ausbaugewerke, technische Installationen und Fassadenarbeiten.
Stresemannstraße: Erweiterung des Bundesumweltministeriums

So soll die Erweiterung des Bundesumweltministeriums in der Stresemannstraße unweit des Potsdamer Platzes aussehen, bis 2029 soll das Projekt abgeschlossen werden. / © Visualisierung: C. F. Møller Architects, Aarhus; C. F. Møller Landscape, Aarhus
Auf der Baustelle des Bundesumweltministerium in Berlin-Mitte ist der Baufortschritt inzwischen deutlich sichtbar. Das Bauprojekt liegt zwischen Stresemannstraße und Leipziger Platz. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zum denkmalgeschützten Preußischen Landtag sowie zum Martin-Gropius-Bau. Die Fläche diente zuvor als Parkplatz und Lagerfläche.
Ziel des Projekts ist die Erweiterung des bestehenden Bundesumweltministeriums. Der Neubau ergänzt die vorhandenen Gebäude entlang der Stresemannstraße und wird funktional sowie architektonisch mit dem Altbau verbunden. Diese Verbindung erfolgt über zwei Ebenen.
Der Entwurf stammt von den C. F. Møller Architects, die den Architektur-Wettbewerb 2019 gewonnen hatten. Fertig werden soll das Projekt aber erst im Jahr 2029.
Erweiterungsbau für das Auswärtige Amt am Kupfergraben

So soll es einmal aussehen: Am Friedrichswerderschen Markt in Berlin-Mitte läuft derzeit die Erweiterung des Auswärtigen Amtes. Bis 2028 soll das Projekt abgeschlossen werden. / © Visualisierung: harris + kurrle architekten bda
Und noch ein Erweiterungsbau im Großformat: Ein riesiger Metallkubus am Friedrichswerderschen Markt umhüllt eines der größten Bauprojekte der Bundesregierung in Berlin: Noch bis 2028 läuft die aufwendige Erweiterung des Auswärtigen Amtes am Kupfergraben, knapp 24.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche sollen dabei neu entstehen.
Der Standort des Ministeriums, der sich im historischen Reichsbank-Gebäude sowie einem Erweiterungsbau befindet, wird baulich ergänzt. Die geplante Erweiterung wird sich als Blockrandbebauung an das historische Gebäude, den ehemaligen Sitz der Reichsbank, anschließen.
Das Vorhaben umfasst Arbeiten an den Bauten der Kurstraße 33–35 und der Kleinen Kurstraße 1–2. Zudem sollen im Rahmen des Projekts direkte, bauliche Anschlüsse zu Bestandsgebäuden in der Oberwasserstraße hergestellt werden. Das Konzept stammt vom Büro harris + kurrle architekten bda.
Alt-Moabit: Ein bunter Interimsbau für das Bundespräsidialamt

Wird bald bezogen: Die Übergangslösung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundespräsidialamtes. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
In diesem Jahr steht dem Amtssitz des Bundespräsidenten ein tiefgreifender Umbruch bevor. Mit dem geplanten Umzug in einen Neubau in Alt-Moabit und der anschließenden Sanierung des bisherigen Standorts beginnt eine mehrjährige Phase der baulichen und organisatorischen Neuordnung.
Der anstehende, temporäre Wechsel markiert einen der größten Eingriffe in die Infrastruktur des Bundespräsidialamts seit dessen Einrichtung in Berlin. Das Bundespräsidialamt war in den Jahren 1995 bis 1998 im Berliner Regierungsviertel errichtet worden.
Finanzministerium und Luisenblock: Aus diesen Projekten hat sich der Bund zurückgezogen

Geplant, aber nicht umgesetzt: Christian Lindner (FDP) entschied, die Erweiterung des Bundesfinanzministeriums zu canceln. / © Visualisierung: Staab Architekten
Neben den laufenden Großprojekten gibt es aber auch Bauvorhaben, bei denen der Bund die ursprünglichen Pläne überarbeitet hat. So ließ der ehemalige Bundesfinanzminister die geplante Erweiterung seines Finanzministeriums an der Wilhelmstraße stoppen, um Kosten zu sparen. Nun sollen auf dem brachliegenden Areal Wohnungen entstehen.
Ähnlich geht der Bund bei der Entwicklung des Areals „Luisenblock Ost II“ vor. Obwohl der Gestaltungswettbewerb für das Areal an der Spree, unweit des Reichstages, erst kürzlich entschieden wurde, hat der Bund nach jahrzehntelangem Ringen um die Zukunft des Geländes verkündet, das Vorhaben nicht finanzieren zu wollen. Für die beteiligten Projektpartner, unter anderem das Land Berlin, ist nun völlig offen, wie und ob das Projekt überhaupt weitergeführt werden kann.

Luisenblock an der Spree: Der Entwurf des ersten Preises überzeugt durch eine präzise Setzung von drei Baukörpern, die dem Quartier eine klare Grundstruktur geben. Ob das Projekt jedoch so umgesetzt wird, ist offen. / © Visualisierung: StudioWessendorf / SenStadt
Bundeskanzleramt Berlin
Bundesrat
Bundesumweltministerium
Bundespräsidialamt
Auswärtiges Amt
Quellen: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Schultes Frank Architekten, C. F. Møller Architects, harris + kurrle architekten bda, Max Dudler, Staab Architekten, StudioWessendorf
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7 Kommentare
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Der Bund baut aus – sollte aber Mal verkleinert werden, Deutschland hat schon das größte Regierungsimperium Weltweit , jetzt soll noch mehr Büro und Verwaltung in Berlin aufgebaut werden, was fehlt sind Wohnungen – es werden Arbeitskrâfte fehlen , nur Brandenburg wird es nicht stemmen, auch hier werden Wohnungen teurer und knapper , wer wollte eigentlich Sparen ?
Das Projekt Luisenblock durch seine begrünte Außengestaltung und seine halböffentliche Nutzung noch halbwegs attraktiv wird nicht umgesetzt, aber die gesichtlose Wabenarchitektur der anderen Projekte darf Berlin ‚verschönern‘, einfach traurig.
Ich frage mich auch, warum in Zeiten klammer Kassen, von Homeoffice und Digitalisierung soviel neuer Büroraum benötigt wird. Anstatt schlanker Staat blähen sich die Verwaltungen immer weiter auf.
Aber zur Selbstinszenierung der teuren Staatsdiener scheint immer noch genügend Geld da zu sein.
„Deutschland hat schon das größte Regierungsimperium Weltweit “ Das wird hier einfach mal so rausgehauen. Ohne Belege. Erzählen Sie das doch ihren Stammtisch, da wo es hingehört und verschonen andere mit ihrem bullshit.
Da ist es wieder, was heute nur noch so zu gehen scheint:
Umgehend persönlich werden und der Situation angepaßt beleidigen, wenn es nicht zu Handfestem reicht.
Kleiner Vorschlag zur Güte: Sie überzeugen @Jörg Manthey mit ein paar Zahlen, die aussagen, dass er falsch liegt.
Dann könnten Sie Ihren verbalen Baseballschläger nämlich in der Ecke lassen und sich so etwas wie Ihren letzten Satz sparen . Wir würden Sie dann dafür bewundern und hätten alle miteinander wieder etwas gelernt.
Unfassbar, was da an Geldern verschwendet werden soll. Dabei haben wir ganz andere Probleme. UND für die Rente 63+, eine ordentliche Pflege für die Alten zu erschwinglichen Preisen, eine bezahlbare Krankenversicherung mit ordentlichen Leistungen, Elterngeld und so weiter….. reicht es nicht mehr.
Der Hefeteig geht immer weiter unkonrolliert auf…