Für das Gelände des Robert Koch-Instituts (RKI) am Nordufer in Berlin-Wedding läuft das Bebauungsplanverfahren weiter. Ziel ist es, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für ein neues Bürohochhaus und eine Neuordnung der Freiflächen zu schaffen. Nun hat der Senat den aktuellen Stand des vorhabenbezogenen Bebauungsplans 1-114VE dargelegt.
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, A.Savin, FAL
Das Verfahren zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 1-114VE hat 2025 zentrale Beteiligungsschritte durchlaufen. Zwischen Juni und Juli 2025 wurden Behörden und Träger öffentlicher Belange beteiligt. Von September bis Oktober 2025 folgte die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung.
Der Bebauungsplan soll die planungsrechtlichen Voraussetzungen für ein neues Bürohochhaus sowie eine Neugestaltung der Freiflächen auf dem RKI-Gelände schaffen. Grundlage ist ein mit Senat, Bezirk Mitte und Landesdenkmalamt abgestimmter Testentwurf des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung aus dem Jahr 2020.
RKI-Gelände am Nordufer: Bürohochhaus im Sondergebiet Forschung geplant, Denkmalschutz bleibt erhalten
Geplant ist ein Neubau im nördlichen Bereich des Areals. Die bestehenden denkmalgeschützten Gebäude am Nordufer und an der Föhrer Straße sollen hingegen erhalten bleiben. Der Bebauungsplan setzt dafür ein „Sonstiges Sondergebiet Forschung“ fest.
Mit Festsetzungen zu Baugrenzen, Oberkante, Geschossigkeit und Grundfläche wird die Grundlage für eine künftige Hochhausbebauung gelegt. Die interne Arbeitsorganisation des Instituts soll neu strukturiert und der Standort als Büro- und Kommunikationscampus ausgebaut werden.
Realisierungswettbewerb 2026 und Gutachten: Nächste Schritte für das RKI-Hochhaus am Nordufer
Ein entscheidender Baustein ist ein für 2026 geplanter offener, zweiphasiger Realisierungswettbewerb. Dessen Ergebnisse sollen in den Bebauungsplan übernommen werden. Erst danach folgen die weiteren formalen Verfahrensschritte.
Parallel wurden bereits Gutachten erstellt, darunter eine faunistische Kartierung, eine Besonnungsstudie und ein Mobilitätskonzept. Weitere Untersuchungen, etwa zu Entwässerung und Lärmschutz, sollen folgen. Die Ergebnisse des Wettbewerbs fließen in die Aktualisierung dieser Gutachten ein.
Der Blick auf den RKI-Standort im Wedding zeigt, wie stark die bauliche Entwicklung des Instituts schon in der Vergangenheit von funktionalen Anforderungen geprägt war. Nutzer- und Baukoordinator Dominique Krüger erinnert sich, wie modern das 1979 bezogene Haus 4 damals wirkte — ein Laborbau mit markanter, fast hermetischer Fassade, der die technischen Sprünge der Forschung am Nordufer sichtbar machte.
RKI-Campus Wedding: Museum öffentlich zugänglich, 747 Arbeitsplätze und stärkere Quartiersöffnung geplant
Öffentlich zugänglich bleiben sollen künftig das Mausoleum von Robert Koch sowie das zugehörige Museum im Haus 1 am Nordufer. Zudem soll im Wettbewerb besonderes Augenmerk auf eine offenere Erdgeschossgestaltung gelegt werden. Der derzeitige Parkplatz an der Föhrer Straße wird in die Freianlagenplanung einbezogen. Ziel ist eine bessere Verbindung zwischen Areal und Umgebung. Insgesamt sind nach aktuellem Stand rund 747 Arbeitsplätze auf dem Gelände vorgesehen.
Direkt gegenüber des RKI-Geländes entsteht am Campus Virchow-Klinikum derzeit das neue Deutsche Herzzentrum der Charité. Der rund 70 Meter hohe Klinikneubau befindet sich in der Phase der Tiefbauarbeiten und soll bis 2028 fertiggestellt werden.
Mit dem Bebauungsplan 1-114VE nimmt die bauliche Neuordnung des traditionsreichen RKI-Standorts im Wedding konkrete Formen an. Das Verfahren befindet sich nach den frühen Beteiligungsphasen nun in einer Phase der planerischen Konkretisierung, mit einem Wettbewerb als zentralem Meilenstein für das kommende Jahr.
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Robert-Koch-Institut
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


