Die historische Brauerei Bürgerbräu in Friedrichshagen soll ab 2027 saniert werden. Geplant sind Wohnungen, Atelierlofts, Büros und eine Marina am Müggelsee.

Die Luftansicht zeigt die geplante Neuordnung des Bürgerbräus mit begrünten Dachflächen und Nutzungen bis an das Wasser./ © Visualisierung: PROFI PARTNER Aktiengesellschaft / Quelle: Grundstücksgesellschaft BürgerBräuQuartier am Müggelsee mbH
© Titelbild: PROFI PARTNER Aktiengesellschaft / Quelle: Grundstücksgesellschaft BürgerBräuQuartier am Müggelsee mbH
Direkt am Wasser liegt eines der markantesten Industriedenkmäler in Treptow-Köpenick. Seit dem Ende der Bierproduktion wartet das frühere Bürgerbräu in Friedrichshagen auf eine dauerhafte neue Nutzung. Nun soll aus dem historischen Ensemble das „BürgerBräuQuartier“ werden. Nach jahrelanger Planung steht inzwischen auch das Baurecht.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Ortsteil: Friedrichshagen
- Adresse: Josef-Nawrocki-Straße 8 / Müggelseedamm 164–166, 12587 Berlin
- Wohnungen: 41
- Atelierlofts: 32 gewerblich nutzbare Einheiten
- Bauzeit: März 2027 bis Mitte 2029 vorgesehen

Im „BürgerBräuQuartier“ in Friedrichshagen sind Wohnungen mit Terrassen und Blick auf das Wasser vorgesehen. / © Visualisierung: PROFI PARTNER Aktiengesellschaft / Quelle: Grundstücksgesellschaft BürgerBräuQuartier am Müggelsee mbH
Die Dimension des Vorhabens geht deutlich über den Umbau einzelner Gebäude hinaus. Die Grundstücksgesellschaft BürgerBräuQuartier am Müggelsee mbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von Profi Partner und Goldmann Group, will Wohnen und Arbeiten auf dem früheren Brauereigelände verbinden. Der aktuelle Vermarktungsstart folgt auf eine lange Planungsphase. Nach Angaben der Projektentwickler liefen die Vorbereitungen rund neun Jahre.
Auf dem 6.910 Quadratmeter großen Grundstück sind 28 Wohnungen mit 53 bis 202 Quadratmetern vorgesehen. Hinzu kommen 13 kleinere Wohnungen mit 35 bis 72 Quadratmetern, für die zunächst eine Mietpreisbindung gelten soll. Damit umfasst das Wohnangebot insgesamt 41 Einheiten. Für die 13 preisgebundenen Wohnungen nennt die aktuelle Projektseite eine anfängliche Nettokaltmiete von 9,50 Euro je Quadratmeter.

Im „BürgerBräuQuartier“ in Friedrichshagen sind Wohnungen mit Terrassen und Blick auf das Wasser vorgesehen. / © Visualisierung: PROFI PARTNER Aktiengesellschaft / Quelle: Grundstücksgesellschaft BürgerBräuQuartier am Müggelsee mbH
Bürgerbräu in Friedrichshagen: Auch 32 Atelierlofts sind geplant
Einen weiteren großen Teil des „BürgerBräuQuartiers“ bilden 32 möblierte Atelierlofts. Sie sollen zwischen 35 und 95 Quadratmeter groß sein und ausdrücklich gewerblich genutzt werden. Insgesamt umfassen diese Einheiten rund 2.059 Quadratmeter. Ergänzend planen die Entwickler in den Bauteilen A, B und G rund 5.135 Quadratmeter flexibel teilbare Gewerbeflächen. Dort sollen unter anderem Büros, Kanzleien oder Praxen einziehen können. Auch ein Ärztehaus ist als mögliche Nutzung im Gespräch, steht aber noch nicht fest.
Zum Konzept gehören außerdem eine Cafeteria und Gemeinschaftsflächen. Im Innenbereich soll eine kleine Parkanlage mit Rasenflächen, neuen Bäumen, Fahrradstellplätzen und einem Spielplatz entstehen. Direkt am Wasser ist zudem eine Marina mit Steganlage vorgesehen. Für Autos planen die Entwickler Tiefgaragen. Für die 28 größeren Wohnungen sind 28 Stellplätze vorgesehen; für den gewerblichen Teil nennt die Planung weitere 37 Stellplätze.

Zwischen den historischen Gebäuden der Bürgerbräu soll ein begrünter Innenbereich mit Spiel- und Aufenthaltsflächen entstehen. / © Visualisierung: PROFI PARTNER Aktiengesellschaft / Quelle: Grundstücksgesellschaft BürgerBräuQuartier am Müggelsee mbH
„BürgerBräuQuartier“ soll bis Mitte 2029 fertig werden
Das Bürgerbräu gehört seit mehr als einem Jahrhundert zum Ortsbild von Friedrichshagen. Die Berliner Denkmaldatenbank führt die Anlage als Gesamtdenkmal. Zum geschützten Bestand gehören unter anderem das alte Sudhaus mit technischer Einrichtung, Maschinen- und Lagergebäude, Kesselhaus, Kohlenbunker und der markante Elevator-Turm. Die heute erhaltenen Bauten stammen im Kern aus der Zeit um 1900 und wurden zwischen 1925 und 1930 erweitert und umgebaut.
Für die Umsetzung des neuen Quartiers nennt die jüngste Mitteilung der Projektgesellschaft einen Baubeginn im März 2027 und eine Fertigstellung bis Mitte 2029. Damit könnte sich nach Jahren des Leerstands einer der auffälligsten historischen Gewerbestandorte in Friedrichshagen grundlegend verändern. Die alten Brauereibauten sollen dabei nicht verschwinden, sondern den Kern des neuen Quartiers bilden. Wohnungen, Atelierlofts und Gewerbe ziehen in die denkmalgeschützte Substanz ein. Die frühere industrielle Nutzung bleibt damit zumindest im Erscheinungsbild des Ensembles ablesbar.

Wohnen und Gewerbe sollen künftig die sanierten Gebäude des Bürgerbräus in Friedrichshagen nutzen. / © Visualisierung: PROFI PARTNER Aktiengesellschaft / Quelle: Grundstücksgesellschaft BürgerBräuQuartier am Müggelsee mbH
BürgerBräuQuartier in Friedrichshagen
Quellen: Profi Partner AG / Grundstücksgesellschaft BürgerBräuQuartier am Müggelsee mbH, Bezirksamt Treptow-Köpenick, Landesdenkmalamt Berlin
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8 Kommentare
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Das ist dann garantiert nichts für den normal arbeitenden Bürger, der sich das nicht leisten kann
und nicht einmal einen Wohnberechtigungsschein bekommt. Ich denke da an meinem Enkel, der
als Landschaftsgärtner beim Bezirksamt arbeitet und keine Wohnung findet, die bezahlbar ist.
Da gebe ich Frau Kreide Recht!!!!!!!!
Wenn der Enkel seinen ersten Gartenbaubetrieb aufgebaut hat, kann er sich bestimmt eine Wohnung am Wasser leisten (u.A. sehr hohe Baukosten + Auflagen Denkmalschutz).
Man kann dem Entwickler nur die Daumen drücken, das Projekt in der jetzigen Zeit gestemmt zu bekommen.
13 preisgebundene Mietwohnungen mit 9,5 EUR / m2 sollen ebenfalls entstehen
Momentan ist es sehr ruhig geworden um das Projekt. Selbst der Bebauungsplan dazu läßt sich aktuell nicht finden. Vermutlich wird erst gekauft, dann gewartet und irgendwann wenn die Gebäude zerfallen sind zusammen geschoben. Ja das war ja alles Marode. Schade um dieses Geschichtsträchtige Objekt.
Danke Herr Groh, dass Sie mir zustimmen. Facharbeiter können sich das nicht leisten. Es ist eine Schande.
Ich stimme da voll zu der berufstätig Mittelstand kann sich das nicht mehr leisten. Dazu noch die NK heute ist wohnen unbezahlbar geworden gerade in einer so schönen Wohngegend .
Ich würde mich gerne für eine der 13 preisgebundenen Wohnungen bewerben………wie lautet die Adresse? ……das ich nicht lache, die sind bestimmt unter“ besonderen“Umständen schon vergeben worden 😕