Der historische Festsaal an der Buddestraße soll wieder zu einem lebendigen Veranstaltungs- und Kulturort werden. Eigentümer Hamid Djadda plant eine schrittweise Rekonstruktion. Bereits im November 2026 soll der Saal erstmals in neuer Funktion genutzt werden.

Die freigelegte Decke mit ihren geometrischen Stuckelementen gehört zu den prägenden historischen Details des Saals. Sie soll im Zuge der geplanten Restaurierung umfassend aufgearbeitet werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Hinter einer unscheinbaren Fassade an der Buddestraße in Tegel verbirgt sich einer der ungewöhnlichsten historischen Innenräume im Berliner Norden. Der rund 400 Quadratmeter große Trapp’sche Festsaal soll künftig wieder als Veranstaltungs- und Kulturort genutzt werden. ENTWICKLUNGSSTADT konnte das Gebäude besichtigen und sprach vor Ort mit Eigentümer Hamid Djadda über seine Pläne.
- Historischer Festsaal in Tegel soll als Kultur- und Veranstaltungsort wiederbelebt werden.
- Adresse: Buddestraße 15, 13507 Berlin
- Bühne, Ballustrade und Decke werden nach historischem Vorbild rekonstruiert.
- Zugemauerte Fensterbögen sollen in einem zweiten Bauabschnitt wieder geöffnet werden.
- Erste Veranstaltung ist für November 2026 geplant; danach wird der Saal buchbar.
Djadda hatte das Gebäude vor rund zwei Jahren erworben. Damals war die ursprüngliche Gestalt des Saals kaum noch zu erkennen: Eine eingezogene Zwischendecke teilte den hohen Raum, im Erdgeschoss war über Jahrzehnte ein Lebensmittelmarkt untergebracht. Dass sich darüber ein einst prachtvoller Ballsaal erhalten hatte, war weitgehend in Vergessenheit geraten.
Historischer Tanzsaal in Tegel sollte Wohnungsbau weichen
Zeitweise war vorgesehen, das Gebäude abzureißen und das Grundstück für Wohnungsbau zu nutzen. Auch der Denkmalschutz hatte den historischen Saal offenbar nicht mehr im Blick. Erst nachdem die Zwischendecke entfernt und die ursprüngliche Raumhöhe wieder sichtbar geworden war, rückte die architektonische Bedeutung des Gebäudes erneut in den Fokus.
Seit der Freilegung der historischen Decke steht der Saal unter Denkmalschutz. Seine Geschichte reicht bis an den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück: Bereits 1906 wurde hier getanzt und gefeiert. Später erfolgte der Umbau zum „Filmpalast Tegel“, der einst mehr als 600 Plätze bot. Nach dem Ende des Kinobetriebs im Jahr 1965 wurde das Gebäude über Jahrzehnte für den Einzelhandel genutzt.
Reinickendorf: Ballustrade, Bühne und Decke sollen rekonstruiert werden
Nun soll der Festsaal möglichst weitgehend in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Vorgesehen sei laut Djadda unter anderem, die historische Ballustrade zu reparieren. Eine neue Treppe soll künftig vom Erdgeschoss hinauf zum umlaufenden Rang führen und diesen wieder regulär zugänglich machen.
Auch die Bühne soll nach historischem Vorbild rekonstruiert werden. Dafür müssten Einbauten aus den 1960er Jahren entfernt werden, die das ursprüngliche Erscheinungsbild bis heute beeinträchtigen. Darüber hinaus sei geplant, die Decke aufzuarbeiten und den großen Saal mit einem Kristallleuchter auszustatten.

Der Innenraum ist bereits wieder in seiner vollständigen Höhe erlebbar. Ab November 2026 soll der Festsaal für Veranstaltungen, Events und kulturelle Angebote zur Verfügung stehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Festsaal Tegel: Erste Veranstaltung bereits im November 2026 geplant
Die Wiederbelebung soll in mehreren Etappen erfolgen. Zunächst wird der Innenraum so hergerichtet, dass dort bereits im November 2026 eine erste Veranstaltung stattfinden kann. Ab diesem Zeitpunkt soll der Festsaal grundsätzlich auch für weitere Veranstaltungen buchbar sein.
Die umfassende denkmalgerechte Restaurierung ist für einen zweiten Bauabschnitt vorgesehen, der zeitlich noch nicht klar umrissen ist. Dabei sollen auch die historischen Fensterbögen wieder geöffnet werden, die derzeit noch zugemauert sind. Ergänzend müssen technische Infrastruktur, Statik und Brandschutz an die künftige Nutzung angepasst werden.
Neuer Kultur- und Veranstaltungsort für den Berliner Norden
Für das Gebäude waren nach Angaben des Eigentümers unterschiedliche Nutzungskonzepte denkbar. Djadda habe sich letztlich bewusst für eine Zukunft als Kultur- und Veranstaltungsort entschieden. Geplant seien Events, kulturelle Formate und weitere öffentliche Angebote.
Ein vergleichbarer historischer Saal sei im Berliner Norden schlichtweg nicht existent, betont Djadda die Einmaligkeit der außergewöhnlichen Immobilie. Tatsächlich vermittelt bereits der heutige, noch unrestaurierte Zustand eine Vorstellung von der früheren Wirkung des Raumes.
Aus einem beinahe abgerissenen und lange vergessenen Gebäude könnte damit schrittweise wieder ein lebendiger Ort für Tegel und den gesamten Bezirk Reinickendorf werden.

Der historische Umlauf führt entlang der Seitenwände des rund 400 Quadratmeter großen Saals. Die derzeit zugemauerten Fensterbögen sollen in einem späteren Bauabschnitt wieder geöffnet werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die historische Raumstruktur mit umlaufender Ballustrade, dekorativer Decke und großer Bühnenöffnung ist trotz zahlreicher Schäden noch deutlich erkennbar. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Tagesspiegel, rbb24, Landesdenkmalamt Berlin, Geschichtsforum Tegel, Berliner Morgenpost
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