Im Galeria-Gebäude am Alexanderplatz sind plötzlich Bücherregale und Lesebereiche zu sehen. Die Eigentümerin CommerzReal wirbt damit für den Einzug der Zentral- und Landesbibliothek. Über die entscheidenden Konditionen wird aber erst im Oktober verhandelt.

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin soll den größten Teil des Galeria-Gebäudes am Alexanderplatz beziehen, während das Warenhaus auf einer verkleinerten Fläche weiterbetrieben wird. So entstünde ein gemeinsamer Ort, an dem Bibliothek, Einzelhandel und Gastronomie unter einem Dach zusammenkommen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Am Alexanderplatz zeigt das Galeria-Gebäude jetzt, wie die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) hinter seiner Fassade aussehen könnte. Die Eigentümerin Commerz Real hat großformatige Visualisierung mit Lesebereichen, Bücherregalen und Treppen an den Fenstern des Warenhauses anbringen lassen. Damit will das Unternehmen das gemeinsame Vorhaben mit dem Land Berlin vorstellen, die Bibliothek in das Haus am Alexanderplatz 9 zu holen. Entschieden ist der Umzug allerdings noch nicht.
- Großformatige Bibliotheksmotive am Galeria-Gebäude zeigen den möglichen ZLB-Standort.
- Der Umzug ist offen; im Oktober sollen Miete und Umbaukosten verhandelt werden.
- Geplant sind rund 28.133 Quadratmeter für die ZLB sowie weitere Handels- und Gastronomieflächen.
- Der Standort würde beide ZLB-Häuser zusammenführen; Galeria könnte teilweise bleiben.
Bibliotheksmotive am Alexanderplatz: Ein Blick hinter die Fassade
Die Motive ziehen sich über mehrere Geschosse der Front zum Alexanderplatz und der seitlichen Fassade. Sie zeigen Leserinnen und Leser zwischen hohen Bücherregalen, einen Bereich für Bilderbücher, einen Musikraum mit Instrumenten und offene Treppenanlagen.
Die Gestaltung knüpft an frühere Visualisierungen von Commerz Real für einen Umbau an. Diese sahen unter anderem große offene Bibliotheksbereiche, eine veränderte Fassade und eine öffentlich zugängliche Dachterrasse vor. Ob die Entwürfe in dieser Form umgesetzt werden, ist bislang offen.
Absichtserklärung zur ZLB: Verhandlungen über Miete und Umbau im Oktober

Commerz Real ist Eigentümerin des Gebäudes. Im September hat sie mit dem Land Berlin eine Absichtserklärung zur Ansiedlung der ZLB unterzeichnet. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Mitte September hatten das Land Berlin und Commerz Real eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie ist rechtlich nicht bindend und hält vor allem den bisherigen Verhandlungsstand fest. Finanzsenator Stefan Evers (CDU) sprach von einem wichtigen Schritt hin zu einer langfristigen Lösung für die ZLB. Die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen müssten noch geklärt werden.
Im Oktober wollen beide Seiten nun über Miete und Umbaukosten verhandeln. Commerz-Real-Geschäftsführer Mario Schüttauf erklärte, Ziel sei eine lebendige Mischung aus Arbeit, Kultur und Einzelhandel. Galeria kann vorerst im Gebäude bleiben, denn der Mietvertrag des Warenhauses wurde bis Ende März 2027 verlängert.
Bibliothek und Warenhaus: Gemeinsame Nutzung am Alexanderplatz 9

Rund 14.220 Quadratmeter sollen nach den bisherigen Planungen weiterhin für Einzelhandel und Gastronomie zur Verfügung stehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Nach den bisherigen Planungen soll die ZLB rund 28.133 Quadratmeter Nutzungsfläche im Gebäude erhalten. Weitere rund 14.220 Quadratmeter sind für Einzelhandel und Gastronomie vorgesehen. Galeria könnte damit einen Teil des Hauses weiter nutzen. Das Raum- und Funktionsprogramm der Bibliothek gilt laut Senat als fachlich abgestimmt.
Mit dem Umzug würde die ZLB ihre beiden heutigen Häuser zusammenführen, die Amerika-Gedenkbibliothek am Blücherplatz und die Berliner Stadtbibliothek in der Breiten Straße. Nach einem gemeinsamen Standort wird bereits seit Jahren gesucht. Der Senat verspricht sich von der Bibliothek zudem neue Impulse für das Stadtzentrum rund um den Alexanderplatz.

Die ZLB ist bislang auf die Amerika-Gedenkbibliothek am Blücherplatz und die Berliner Stadtbibliothek in der Breiten Straße verteilt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
ZLB und Galeria am Alexanderplatz
Quellen: Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Senatsverwaltung für Finanzen, Commerz Real, Entwicklungsstadt Berlin
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