In Berlin-Lichtenberg liegt an der Buchberger Straße eine große Brache. Der Bezirk prüft, ob dort künftig Gewerbe, Wohnungen und soziale Infrastruktur entstehen könnten.

Die Ecke Buchberger Straße und Coppistraße in Lichtenberg liegt direkt an einer brachliegenden Fläche mit Mauern und Graffiti. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
In Berlin sind Flächen knapp, und doch liegen sie an manchen Orten über Jahre hinweg ungenutzt brach. So auch an der Buchberger Straße in Lichtenberg, wo sich hinter einem Zaun eine große, offene Fläche erstreckt. Ein hoher, freistehender Schornstein prägt das Bild. Direkt angrenzend stehen Wohnblöcke der Großsiedlung Frankfurter Allee Süd, während sich gegenüberliegend das Areal des „Rockhauses“ befindet. Trotz der Lage in einem dicht besiedelten Umfeld bleibt das Grundstück ohne konkrete Nutzung.
- Bezirk: Lichtenberg
- Adresse: zwischen Albert-Hößler-Straße und Buchberger Straße
- Planverfahren: Bebauungsplan 11-163
Die Fläche gehört zu einem größeren Entwicklungsbereich im Süden von Lichtenberg. Der Bezirk verfolgt dort seit 2018 das Ziel, hochwertige Büro- und Gewerbeflächen zu schaffen. Diese Ausrichtung basiert auf einem Bezirksamtsbeschluss und entspricht auch dem Flächennutzungsplan von Berlin sowie dem Wirtschaftsflächenkonzept des Bezirks. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen sollen über den Bebauungsplan 11-163 entstehen.

Der markante Schornstein deutet auf eine frühere gewerbliche Nutzung zwischen Buchberger Straße und Albert-Hößler-Straße hin. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
„Van-Caem-Park“ war auf Brache an Buchberger Straße geplant
Geplant war auf der Brache ursprünglich das Projekt „Van-Caem-Park“, ein großflächiges Büro- und Gewerbeensemble. Nach Angaben des Architekturbüros sollte das Projekt rund 110.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche umfassen und aus mehreren miteinander verbundenen Gebäuden bestehen. Im Zentrum war ein großzügiger Platz vorgesehen, um den sich die Baukörper gruppieren. Der bestehende Backstein-Schornstein sollte als prägendes Element erhalten bleiben und in die neue Architektur integriert werden.
Auf dem rund 39.000 Quadratmeter großen Grundstück war ein reines Gewerbeprojekt geplant, das mehrere tausend Arbeitsplätze schaffen sollte. Doch konkret weiterverfolgt wird das Konzept derzeit offenbar nicht.

An der Buchberger Straße in Lichtenberg sollte ein Bürohausensemble unter dem Namen “Van-Caem-Park” entstehen. Doch diese Pläne sind offenbar vom Tisch. / © Visualisierungen: Marc Kocher Architekten
Buchberger Straße in Lichtenberg: Brache mit unklarer Zukunft
Vor Ort zeigt sich ein eingezäuntes Gelände, das offenbar jahrelang ungenutzt war und ist. Fahrräder lehnen am Rand. Vereinzelt liegt Müll auf dem Gehweg. Hinter Mauern und Zäunen öffnet sich die Brache. Die Fläche wirkt erschlossen. Der markante Schornstein deutet auf eine frühere gewerbliche Nutzung hin.
Gleichzeitig liegt das Gelände in direkter Nähe zu bestehenden Wohnquartieren. Die umliegenden Gebäude sind vollständig bewohnt. Dadurch rückt die Frage nach einer neuen Nutzung stärker in den Fokus. Der Bezirk nennt auf Anfrage von ENTWICKLUNGSSTADT jedoch keinen konkreten Zeitplan. Auch zum Eigentümer macht das Bezirksamt keine Angaben.

Die Fläche zwischen Buchberger Straße und Albert-Hößler-Straße ist eingezäunt, am Rande sammelt sich viel Müll. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Lichtenberg prüft Mischung aus Wohnen und Gewerbe an der Buchberger Straße
Die bisherige Planung schließt Wohnungsbau nicht grundsätzlich aus, priorisiert aber Gewerbe. Die Bezirksverordnetenversammlung hat das Bezirksamt 2024 aufgefordert, eine gemischte Nutzung zu prüfen. Dabei geht es um Wohnungen, soziale Infrastruktur und gewerbliche Flächen.
Nach Angaben des Bezirksamts hält die zuständige Senatsverwaltung eine Teilentwicklung mit Wohnanteil grundsätzlich für möglich, sofern ein schlüssiges Gesamtkonzept vorliegt. Am westlichen Rand könnte demnach eine Fläche bis zu drei Hektar zu einem Baugebiet mit einem gewissen Wohnanteil ohne Änderung des Flächennutzungsplans entwickelt werden.

Die Brache an der Buchberger Straße in Lichtenberg ist durch ein Metalltor gesichert, dahinter liegt eine ungenutzte Fläche vor Wohnhäusern. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTAD
Buchberger Straße im Lichtenberger Rahmenplan Frankfurter Allee Süd
Der Bezirk will diese Optionen im Rahmen des städtebaulichen Rahmenplans Frankfurter Allee Süd untersuchen. Dieses Planwerk umfasst neben der Brache auch angrenzende Wohn- und Gewerbeflächen. Auf dieser Grundlage entscheidet das Bezirksamt, ob es bei der bisherigen Gewerbeplanung bleibt oder eine neue Nutzung verfolgt. In beiden Fällen bleibt ein Bebauungsplan notwendig.
Damit ist die Zukunft der Brache an der Buchberger Straße in Lichtenberg weiterhin offen. Die Fläche liegt weiterhin ungenutzt, die Planungen laufen aber im Hintergrund.

Die Brache in Lichtenberg an der Buchberger Straße besteht aus einer großen offenen Fläche mit Gras, Erde und umliegender Bebauung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Brache in Lichtenberg an der Buchberger Straße
Quelle: Bezirksamt Lichtenberg
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