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Am Strausberger Platz in Berlin-Friedrichshain wurde das bekannte Brunnenkunstwerk „Schwebender Ring“ abgebaut. Bevor die eigentliche Sanierung des Platzes beginnt, laufen derzeit vorbereitende Arbeiten. Das Gartendenkmal soll in den kommenden Jahren denkmalgerecht aufgewertet und wieder zu einem Stadtplatz werden.

Schwebender Ring, Brunnen am Strausberger Platz in Berlin-FriedrichshainBrunnen am Strausberger Platz, trocken

Die Mittelinsel des Strausberger Platzes mit dem trockengelegten Brunnenbecken. Die Relief-Elemente des Kunstwerks von Fritz Kühn wurden demontiert und werden derzeit restauriert. / © Foto links: Wikimedia Commons, Henning Grope, CC BY-SA 4.0 / © Foto rechts: ENTWICKLUNGSSTADT

© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Der Strausberger Platz gehört zu den bedeutendsten Plätzen entlang der Karl-Marx-Allee und steht als Teil dieses Ensembles unter Denkmalschutz. Er ist ein wichtiges Zeugnis der Nachkriegsmoderne und spiegelt mit seiner klaren, symmetrischen Architektur das damalige Stadtverständnis wider. Besonders der monumentale Brunnen mit dem Kunstwerk „Schwebender Ring“ des Metallkünstlers Fritz Kühn aus dem Jahr 1967 prägt das Zentrum der Anlage und ist ein Wahrzeichen des Platzes.

In den vergangenen Jahren hat der Strausberger Platz jedoch stark an Aufenthaltsqualität verloren. Die Grünflächen wirken ungepflegt, die Wege sind uneben und viele Gestaltungselemente aus der Entstehungszeit sind nicht mehr vorhanden. Heute dient der Platz vor allem als Verkehrsknotenpunkt und weniger als öffentlicher Raum für Begegnung. Das soll sich nun ändern, denn eine umfassende Sanierung und Aufwertung ist geplant.

Vorbereitung der Sanierung des Strausberger Platzes: Abbau des „Schwebenden Rings“ durch Achim Kühn

Bevor die eigentlichen Bauarbeiten beginnen können, wurde das zentrale Kunstwerk des Brunnens abmontiert. Der „Schwebende Ring“ besteht aus kupfernen Reliefplatten, die über Jahrzehnte Wind, Wetter und Rost ausgesetzt waren. Um sie zu restaurieren, hat der Metallbildhauer Achim Kühn, Sohn des Künstlers Fritz Kühn, das Werk in sein Atelier gebracht. Dort werden die Reliefs gereinigt, konserviert und technisch überarbeitet, damit sie später wieder glänzen können.

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Die Demontage war notwendig, weil der gesamte Brunnenbereich und die darunter liegende Infrastruktur ebenfalls erneuert werden sollen. Das Kunstwerk selbst bleibt während der Arbeiten eingelagert. Erst wenn die Sanierung des Platzes abgeschlossen ist, soll das Kunstwerk an seinen ursprünglichen Ort zurückkehren. Der Brunnen soll zum 60. Jubiläum im Jahr 2027 erneut in Betrieb gehen.

Neugestaltung der Grünflächen am Strausberger Platz: Mehr Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung

Parallel zur Restaurierung des Brunnens laufen die Planungen für die denkmalgerechte Neugestaltung der gesamten Platzanlage. Das Ziel besteht darin, die ursprüngliche Gestaltungsidee der 1950er Jahre wieder erlebbar zu machen, ohne dabei die Anforderungen des heutigen Stadtlebens zu vernachlässigen. Neue Wegeführungen, Sitzgelegenheiten und Pflanzkonzepte sollen dafür sorgen, dass der Platz künftig wieder stärker von Bewohnerinnen, Passanten und Gästen genutzt wird.

Besonderes Augenmerk liegt auf klimaangepasster und pflegeleichter Begrünung. Anstelle reiner Rasenflächen sollen Beete mit insektenfreundlichen Pflanzen entstehen, die besser mit Trockenheit und Hitze umgehen können. Auf diese Weise soll der Strausberger Platz nicht nur historisch korrekt, sondern auch ökologisch zukunftsfähig gestaltet werden.

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Denkmalpflege und technische Erneuerung des Platzes in Friedrichhain: Ein Gesamtkonzept für Platz und Brunnen

Neben der gestalterischen Aufwertung wird auch die technische Infrastruktur modernisiert. Die Brunnenstube, das Wasserbecken und die gesamte Pumpentechnik müssen instand gesetzt werden, damit das Wasserspiel künftig wieder zuverlässig funktioniert. Geplant ist, den Energieverbrauch zu reduzieren und die Beleuchtung des Brunnens effizienter zu gestalten.

Unter dem Platz verläuft ein U-Bahntunnel, der ebenfalls saniert werden soll. Dafür muss der Bereich der Mittelinsel geöffnet werden. Nach Abschluss der Arbeiten sollen sowohl der Tunnel als auch der Brunnen in neuem Zustand übergeben werden. Wenn alle Maßnahmen umgesetzt sind, könnte der Strausberger Platz wieder zu einem Ort werden, der Geschichte, Funktionalität und Aufenthaltsqualität miteinander verbindet.

Strausberger Platz

Blick auf die sanierungsbedürftigen Flächen rund um das Brunnenbecken am Strausberger Platz. Im Zuge der geplanten Neugestaltung sollen die Grünflächen erneuert und mit einer neuen, klimaangepassten Bepflanzung versehen werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Nachhaltige Erneuerung / Berlin.de, Atelier Achim Kühn

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