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Berlin arbeitet weiter an der Erneuerung wichtiger Brücken im Bereich der Ringbahn. Zwei weitere Bauwerke im Prenzlauer Berg erhalten nun konkrete Zeitpläne für Abriss und Neubau. Die Arbeiten betreffen erneut zentrale Verkehrsachsen und führen zu umfangreichen Sperrungen im Stadtteil.

Planung des Neubaus an der Dunckerbrücke im Prenzlauer Berg

Die Dunckerbrücke im Prenzlauer Berg zeigt den hohen Abstimmungsbedarf zwischen Senat und Deutscher Bahn, der bereits zu Verzögerungen geführt hat. Auch bei den anderen Brücken werden Einschränkungen im ÖPNV, im Fernverkehr und im Individualverkehr unvermeidbar sein, da die Projekte mehrere Verkehrsströme betreffen. / © Visualisierung: WKP Planungsbüro für Bauwesen GmbH

© Titelbild: Wikimedia Commons, Bodo Kubrak, CC BY-SA 4.0 

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Berlin steht vor der Aufgabe seine Brücken zu erneuern, insbesondere im Bereich der Ringbahn im Prenzlauer Berg gelten mehrere Brücken als risikobehaftet. Vier der sieben Straßenbrücken über die Ringbahn müssen laut Senatsverwaltung vollständig ersetzt werden. Dazu gehören die Bauwerke an der Landsberger Allee, an der Pappelallee, an der Kniprodestraße und an der Dunckerstraße.

Diese Brückenbauwerke entstanden in der DDR Zeit mit Brückenplatten, die spannungsrissgefährdeten „Hennigsdorfer Spannstahl“ enthalten. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt bewertet diese Bauweise als risikobehaftet und begründet damit den Erneuerungsdruck.

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Zeitpläne für die Dunckerbrücke und die Pappelallee im Prenzlauer Berg: Ablauf und Auswirkungen

Die Senatsverkehrsverwaltung bestätigte nun dem Tagesspiegel, dass die Dunckerstraßenbrücke im ersten Quartal 2026 in den Ersatzbau geht. Ein Sprecher erklärte, dass der Abschluss nun erst 2028 erwartet wird. Die Stadt hatte ursprünglich eine deutlich kürzere Bauzeit geplant. Da das Bauwerk jedoch eine wichtige Verbindung über die Ringbahn darstellt, entsteht während der Arbeiten ein erheblicher Koordinationsbedarf mit dem Bahnverkehr.

Direkt danach beginnt das Projekt an der Pappelalleebrücke. Der Abriss ist für das Jahr 2029 vorgesehen und der neue Überbau soll 2031 stehen. Die Tramlinie 12 nutzt diese Strecke, weshalb die Verbindung zwischen Mitte und Weißensee während der Bauzeit unterbrochen wird.

Neubau der Dunckerbrücke im Schulumfeld: Lärmschutz, sichere Wege und zweiphasige Bauweise

Die Dunckerbrücke liegt im Ortsteil Prenzlauer Berg und überführt die Dunckerstraße über zwei S Bahn und zwei Fernbahngleise der Deutschen Bahn. Sie verbindet das untergeordnete Straßennetz mit dem angrenzenden Umfeld und erschließt mehrere Wohnquartiere. Da das Bauwerk zwischen den denkmalgeschützten Schulgebäuden des Käthe Kollwitz Gymnasiums und des Heinrich Schliemann Gymnasiums liegt, legt die Verwaltung einen besonderen Fokus auf Lärmschutz, sichere Wege und eine klare Verkehrsführung während der Bauzeit. Die neue Konstruktion entsteht als leichtere Stahlverbundlösung, die das Umfeld entlastet und dennoch hohe Tragfähigkeit bietet.

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Damit weiterhin sichere Querungen für Fußgängerinnen und Radfahrende bestehen, baut die Stadt das Bauwerk in zwei Phasen. Während eine Hälfte erneuert wird, bleibt die andere nutzbar. Dadurch behalten Kinder und Anwohnende den Zugang zum Umfeld. Die Bauzeit beträgt ungefähr zwei Jahre.

Weitere Bauprojekte an der Ringbahn im Prenzlauer Berg: Landsberger Allee und Schönhauser Allee

Die Brücke an der Landsberger Allee gilt als besonders risikobehaftet, da sie ebenfalls Spannstahl enthält, der problematisch bewertet wird. Außerdem gilt die Brücke als eine der Hauptverkehrsachsen im Bezirk. Der Abriss soll 2031 beginnen und 2033 sollen die Arbeiten fertiggestellt sein. Zwischenzeitlich soll die Brücke stabilisiert werden. Vier Tramlinien kreuzen hier die Ringbahn, weshalb die Abstimmung aller Beteiligten besonders wichtig bleibt.

Auch die Schönhauser Allee Brücke erreicht das Ende ihrer Nutzungsdauer. Der Rückbau startet Ende 2026 und der Ersatzbau soll 2032 fertig sein. Wegen der Nähe zum denkmalgeschützten Viadukt der U Bahn Linie U2 plant Berlin provisorische Haltestellen und sichere Radumleitungen. Dadurch kann der Verkehr trotz der komplexen Bauumgebung weitergeführt werden.

Quellen: Der Tagesspiegel, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, berlin.de, Wikipedia, Bezirksamt Pankow

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One Comment

  1. Felix 28. November 2025 at 16:45 - Reply

    Ich hoffe und erwarte das bei der Unterbrechung der Pappelalleebrücke im Gegensatz zur Schönhauser Allee die Straßenbahn zweigeteilt von beiden Seiten bis nahezu an die Brücke herangeführt wird. Wenn hier so ein dichtbebautes Stadtgebiet ein Jahr auf SEV umsteigen muss, wird das heftige Auswirkungen auf die Umfahrungsstrecke haben.

    Für den S-Bhf Landsberger Allee sind kreative Lösungen für die Fahrgäste der Straßenbahn Stadtauswärts nötig, da hier sonst der komplette Osten abgehängt wird.

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