Das Brücke-Museum in Berlin-Dahlem steht vor einer umfassenden Weiterentwicklung. Ein europaweiter Wettbewerb soll klären, wie der denkmalgeschützte Bau behutsam erweitert und modernisiert werden kann.

Das Brücke-Museum in Berlin-Dahlem ist ein international bedeutender Ort für den deutschen Expressionismus und vereint in einem denkmalgeschützten Bau Kunst, Architektur und Natur auf besondere Weise. Ein Blick in die aktuelle Ausstellung „Kunst Hand Werk Brücke“. / © Brücke-Museum, Foto: Nick Ash
© Titelbild: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0
Am Rand des Grunewalds, zurückhaltend in die Landschaft eingebettet, zählt das Brücke-Museum zu den stilleren, aber architektonisch bemerkenswerten Orten Berlins. Nun steht das Gebäude vor einer neuen Phase: Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat einen europaweit offenen Realisierungswettbewerb ausgelobt, der die Zukunft des Hauses klären soll.
Gesucht werden Entwürfe, die den denkmalgeschützten Bau sensibel weiterentwickeln. Neben der Sanierung ist eine Erweiterung vorgesehen, um zusätzliche Flächen für Ausstellung, Depot, Verwaltung sowie Forschung und Vermittlung zu schaffen. Die bauliche Umsetzung soll später durch die Hochbauabteilung der Senatsverwaltung erfolgen.
Brücke-Museum in Dahlem: Ein Museum mit besonderer Geschichte
Das Brücke-Museum wurde 1967 nach Plänen von Werner Düttmann eröffnet. Initiiert hatte das Projekt der Künstler Karl Schmidt-Rottluff, der mit einer Schenkung den Grundstein für die Sammlung legte. Heute beherbergt das Haus die weltweit größte zusammenhängende Sammlung der Künstlergruppe „Brücke“ und zählt zu den wichtigen Orten des deutschen Expressionismus.
Architektonisch zeichnet sich das Gebäude durch seine bewusste Zurückhaltung aus. Der eingeschossige Bau verzichtet auf repräsentative Gesten und setzt stattdessen auf eine enge Verbindung von Innen- und Außenraum. Materialien wie Sichtbeton, Holz und Ziegel prägen das Erscheinungsbild, während gezielt gesetzte Fensterblicke die umgebende Natur einbeziehen.
Zwischen Denkmalpflege und neuen Anforderungen: Charakter des Hauses soll erhalten bleiben
Rund 60 Jahre nach der Eröffnung sind die räumlichen und funktionalen Anforderungen gewachsen. Die bestehenden Ausstellungsräume gelten als vergleichsweise kleinteilig, auch fehlen Flächen für Lagerung und wissenschaftliche Arbeit. Der Wettbewerb soll daher Lösungen finden, die den Charakter des Hauses erhalten und gleichzeitig zeitgemäße Standards erfüllen.
Das Verfahren ist zweiphasig angelegt: In einer offenen ersten Runde entwickeln Architekturbüros konzeptionelle Ansätze. Anfang Juni 2026 wählt ein Preisgericht bis zu 20 Entwürfe aus, die anschließend vertieft werden. In dieser Phase ist auch die Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitektinnen und -architekten vorgesehen.
Erweiterung und Sanierung des Brücke-Museums: Entscheidung im Herbst 2026
Die abschließende Bewertung und Prämierung der Arbeiten ist für Anfang September 2026 geplant. Erst danach wird feststehen, wie sich das Ensemble aus Bestandsbau und Neubau künftig präsentieren wird.
Klar ist bereits jetzt: Die besondere Qualität des Ortes – das Zusammenspiel von Kunst, Architektur und Landschaft – soll erhalten bleiben. Die Herausforderung besteht darin, dieses Gleichgewicht weiterzudenken, ohne den ursprünglichen Charakter zu überformen.
Brücke-Museum
Quellen: Brücke-Museum, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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