Rund um den Ku’damm verändert sich die City West in den kommenden Jahren deutlich. Zwischen Breitscheidplatz, Kurfürstendamm, Adenauerplatz und Tauentzienstraße greifen zahlreiche Projekte ineinander und prägen schrittweise das Stadtbild neu. Dabei entstehen sowohl neue Nutzungsmischungen als auch aufwendige Sanierungen an zentralen Berliner Wahrzeichen.

© Titelbild: Wikimedia Commons, Manfred Brückels, CC BY 3.0

 

ANZEIGE

Rund um den Kurfürstendamm sind derzeit zahlreiche Projekte geplant, die gemeinsam die Entwicklung der City West prägen. Zwischen Gedächtniskirche, Breitscheidplatz, Kranzler Eck, Adenauerplatz und Tauentzienstraße wird saniert, umgebaut und neu geplant, sodass sich das Zentrum Charlottenburgs in den kommenden Jahren merklich weiterentwickeln wird. Der Überblick zeigt, warum sich das Umfeld des Boulevards gerade grundlegend verändert.

Sanierung der Gedächtniskirche in Charlottenburg: Erneuerung von Glockenturm und Turmruine

Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche

Die Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche mit ihrem beschädigten Turm, der ab 2026 umfassend erneuert wird. Jede Betonwabe wird einzeln untersucht und verstärkt, während das historische Farbglas erhalten bleibt. Parallel entsteht ein neues Konzept für die Ruine, das künftig neue Wege und eine Himmelsleiter ermöglicht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die Gedächtniskirche wird ab 2026 umfassend saniert. Der Glockenturm zeigt starke Schäden, deshalb ist eine vollständige Erneuerung geplant. Jede einzelne Betonwabe wird ausgebaut und anschließend geprüft. Danach setzen die Teams die Bauteile verstärkt wieder ein. Das berühmte Farbglas von Gabriel Loire bleibt vollständig erhalten. Gleichzeitig entsteht ein neues Konzept für die Turmruine. Das Büro Heneghan Peng plant neue Wege und zusätzliche Ebenen. Eine Himmelsleiter soll Besucher künftig bis in den oberen Bereich führen. Dadurch erleben Gäste die Geschichte der Kirche intensiver.

ANZEIGE

Umbau des Breitscheidplatzes in Charlottenburg: Neues Sicherheitskonzept ab 2026

Poller-Absperrungen am Breitscheidplatz.

Poller am Breitscheidplatz, die 2026 durch ein dauerhaftes Sicherheitskonzept ersetzt werden. Der Bezirk plant neue bauliche Sperren und eine geschlossene Mittelinsel, damit Fahrzeuge nicht mehr unkontrolliert auf den Platz fahren können. Dadurch wird auch der Weihnachtsmarkt langfristig besser geschützt. / © Foto: depositphotos.com

Der Breitscheidplatz erhält ab Sommer 2026 ein neues Sicherheitskonzept. Der Bezirk entfernt alle provisorischen Barrieren und ersetzt sie durch fest verbaute Elemente. Neue Poller schützen die südliche Platzseite und fügen sich besser in das Umfeld ein. Der Mittelstreifen zwischen Kurfürstendamm und Tauentzienstraße bleibt künftig geschlossen. Fahrzeuge gelangen dadurch nicht mehr auf den Platz. Die Budapester Straße bleibt wegen der Sanierung der Gedächtniskirche weiterhin eingeschränkt. Eine Spur je Richtung bleibt über mehrere Jahre bestehen.

Karstadt am Kurfürstendamm in Charlottenburg: Neuer Eigentümer plant Neuausrichtung

Karstadt, Kurfürstendamm

Das Karstadt-Areal am Kurfürstendamm, das nun komplett neu gedacht wird. Stumpf Development plant ein gemischtes Quartier mit einem einzelnen Hochhaus, deutlich mehr Wohnraum, neuer Gastronomie und zusätzlichen Handelsflächen. Die Vorgaben des Senats haben die frühere Signa-Planung grundlegend verändert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

ANZEIGE

Der Karstadt befindet sich nach dem Eigentümerwechsel in einer neuen Projektphase. Stumpf Development entwickelt nun ein aktualisiertes Konzept. Der Senat fordert deutlich mehr Wohnraum und erhöht den Anteil auf rund 30.000 Quadratmeter. Ein einzelner Turm soll das Areal künftig prägen. Handel, Gastronomie, Freizeitangebote und eine Kita ergänzen die Planung. Dadurch entsteht ein gemischtes Stadtquartier mit klarer Struktur und mehreren Nutzungen.

Projekt „FÜRST“ am Kurfürstendamm in Charlottenburg: Hochhausturm und Stadtquartier vor Fertigstellung

Turm des Projekts "FÜRST"

Der Turm des Projekts „FÜRST“ wächst. Die Fassade entsteht bereits, und das Quartier soll 2026 eröffnen. Es kombiniert Büros, Handel, Gastronomie, Kultur und ein Apartmenthotel auf mehr als 100.000 Quadratmetern. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Das Projekt „FÜRST“ wächst sichtbar weiter. Die Fassaden an Kurfürstendamm und Lietzenburger Straße stehen bereits weitgehend. Der 23-geschossige Turm erreicht die letzte Bauphase. Das Quartier bietet rund 106.000 Quadratmeter Fläche für viele Nutzungen. Büros, Handel, Gastronomie und Kultur ergänzen sich dort gegenseitig. Die Komödie am Kurfürstendamm erhält einen neuen Eingang. Eine Food Hall erweitert das Angebot zusätzlich. Ein Apartmenthotel der Marke A by Adina eröffnet 2027 und soll die City West weiter beleben.

ANZEIGE

Kranzler Eck am Kurfürstendamm in Charlottenburg: Modernisierung des Innenhofs und Zwischennutzung

Volieren im Kranzler Eck

Volieren im Kranzler Eck, die 2026 entfernt werden. Die 19 Sittiche ziehen in die Vogelburg Weilrod, während der Innenhof zu einer grünen Oase mit insektenfreundlicher Bepflanzung umgebaut wird. Das Ensemble öffnet sich künftig stärker zur Joachimsthaler Straße. / © Foto: Wikimedia Commons, fotogoocom, CC BY 3.0

Das Kranzler Eck wird ab 2026 umgebaut. Das Büro HWKN plant, das Ensemble stärker zur Joachimsthaler Straße hin zu öffnen. Die Balkone an der Rotunde sollen wieder öffentlich zugänglich werden, und das Dach erhält neue gastronomische Angebote. Der Volierenhof verschwindet vollständig, da er nicht mehr als Zeitgemäß gilt. Die 19 Sittiche ziehen in die Vogelburg Weilrod um. Im Innenhof entsteht eine grüne Oase mit insektenfreundlicher Bepflanzung, Sitzbereichen und Raum für Veranstaltungen. Bis zum Baubeginn wird das Gebäude temporär vom KranzlerX genutzt.

Umbau des ehemaligen Panorama-Hotels an der Lewishamstraße in Charlottenburg: Neuer Stadtbaustein am Adenauerplatz

Visualisierung des neuen Gebäudes an der Lewishamstraße

Visualisierung des neuen Gebäudes an der Lewishamstraße, das aus dem früheren Panorama Hotel entsteht. Max Dudler plant eine neue Natursteinfassade und ein geschwungenes Gebäudevolumen, das Hotel, Wohnen, Büros sowie Gastronomie miteinander verbindet. / © Visualisierung: Max Dudler Architekten

Auch das frühere „Panorama-Hotel“ am Adenauerplatz wird zu einem modernen Gebäude. Max Dudler Architekten entwirft eine ruhige Natursteinfassade mit klarer Struktur. Ein geschwungener Neubau ergänzt den Bestand und fasst die Ecke neu. Hotelzimmer, Büros und Wohnungen teilen sich künftig die Flächen. Gastronomie und Einzelhandel kommen ins Erdgeschoss. Dadurch entsteht ein Ort mit vielfältigen Nutzungen und mehr Aufenthaltsqualität. Der Umbau stärkt den gesamten Straßenraum und schafft neue städtebauliche Ordnung.

Zukunft des ehemaligen Hotel Mondial am Kurfürstendamm in Charlottenburg: Wettbewerb und offene Fragen

Kurfürstendamm, Visualisierung Tchboan Voss

Entwurf für das neue Gebäude am Standort des Hotel Mondial. Die Bjarke Ingels Group plant helle Büroräume, einen Dachpavillon und Ladenflächen im Erdgeschoss. Die Zukunft bleibt dennoch offen, da parallel weiterhin Hotelideen im Raum stehen. / © Visualisierung: Tchoban Voss Architekten

Am Kurfürstendamm 47 plant die BEOS AG einen vollständigen Neubau. Der Entwurf der Bjarke Ingels Group sieht helle Arbeitsräume und einen Dachpavillon vor, während das Erdgeschoss für Läden genutzt wird. Während einige Stimmen das Projekt begrüßen, weil es die Straßenecke belebt, kritisieren andere das fehlende Wohnangebot. Parallel hält ein weiterer Entwickler die Idee eines Boutiquehotels im Gespräch. Damit bleibt die Zukunft des Standorts trotz klarer Planung weiterhin offen.

Wettbewerb an der Tauentzienstraße in der City West: Multi-Use-Ensemble soll den Standort neu definieren

P&C Gebäude an der Tauentzienstraße in Berlin von außen

Das bisherige Peek und Cloppenburg-Gebäude an der Tauentzienstraße. Im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs entwerfen vier renommierte Büros neue Fassaden und ein gemeinsames Nutzungskonzept, das Handel, Freizeit und Büros zusammenführt. / © Foto: Wikimedia Commons, Craig White, CC BY 2.0

An der Tauentzienstraße 19 bis 20 läuft ein internationaler Wettbewerb. Midstad lässt beide Gebäude gemeinsam planen und verfolgt ein einheitliches Konzept. Das Peek und Cloppenburg-Haus soll umgebaut werden, während nebenan ein Neubau mit zusätzlichen Nutzungen entsteht. Handel, Gastronomie, Büros und Freizeitangebote sollen eng zusammenarbeiten. Das Projekt möchte die städtebauliche Lücke schließen, die Vielfalt der Nutzungen stärken und die Tauentzienstraße zu einem urbanen, lebendigen Standort weiterentwickeln.

 

Quellen: Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin, Tagesspiegel, Berliner Morgenpost, FÜRST Berlin, Kleihues & Kleihues, Kranzler-Eck.Berlin.de, Berlin.de, Wikipedia, Max Dudler Architekten, Atrium Development Group GmbH, BEOS AG, Tchoban Voss Architekten, Midstad, Deal Magazin, Konii, Signa Real Estate

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

3 Kommentare

  1. Löwe 8. Dezember 2025 at 14:12 - Reply

    Ich bin gerade auf diesen Artikel zu warum smarte Städte mit Ihren versprechen gescheitert sidn gestoßen, poste den Link mal hier da sich vergleichbare Ansätze bei vielen Projekten finden aber bei Entwicklungsstadt wurde dazu wohl noch nichts konkret gepostet.

    Smart cities failed. Sentient cities are coming next https://www.context.news/climate-risks/opinion/smart-cities-failed-sentient-cities-are-coming-next

  2. Löwe 8. Dezember 2025 at 14:18 - Reply

    „..während der Innenhof zu einer grünen Oase mit insektenfreundlicher Bepflanzung umgebaut wird..“

    Finde ich gut, war immer etwas merkwürdig dort an dem Vogelgehege vorbei zu laufen, so wie die dort eingesperrt waren. Sicherlich auch stressig für diese Lebewesen wenn man eingesperrt ist und ständig Menschen dicht an einem vorbeiziehen.

  3. Dirk Thiele Galizia 9. Dezember 2025 at 23:20 - Reply

    Max Reinhardt Theater abgerissen ,Cretinesque

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.