Seit dem Großbrand im Mai 2023 prägten ausgebrannte Pavillons den östlichen Teil der Gorkistraße in Tegel. Mehr als drei Jahre blieb die Ruine stehen. Eine neue Senatsantwort zeigt nun, was hinter dem langen Stillstand steckt und wie es mit der Fläche weitergehen soll.

Die beschädigten Pavillons an der Gorkistraße 28 in Berlin-Tegel sind nach dem Brand teilweise mit Planen abgedeckt.

Mehr als drei Jahre nach dem Großbrand waren die Schäden an den Pavillons an der Gorkistraße 28 deutlich sichtbar. Im August 2026 begann der Rückbau der Brandruinen. / © Foto: Felix Schönebeck

© Titelbild: Felix Schönebeck

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Mehr als drei Jahre lang standen die ausgebrannten Pavillons an der Gorkistraße direkt am Bahnübergang in Tegel hinter Bauzäunen. Im August 2026 begann schließlich der Abriss. Eine aktuelle Antwort des Berliner Senats auf eine Schriftliche Anfrage des SPD-Abgeordneten Sven Meyer liefert nun neue Details zum Grundstück, zum Verfahren und zur Zukunft der Fläche.

  • Bezirk: Reinickendorf
  • Adresse: Gorkistraße 28, Berlin-Tegel
  • Eigentümer: Land Berlin
  • Nutzung: Grundstück an eine Privatperson verpachtet

Am Abend des 11. Mai 2023 brach an der Gorkistraße ein Feuer aus. Drei von vier eingeschossigen Pavillons wurden nach Angaben des Senats schwer beschädigt. Zuvor befanden sich dort Gastronomie, ein Imbiss und ein Handwerksgeschäft. Die Berliner Zeitung berichtete damals von 56 Einsatzkräften der Feuerwehr. Das Dach brannte auf rund 100 Quadratmetern, zeitweise musste auch der Verkehr der S-Bahn-Linie S25 zwischen Tegel und Heiligensee unterbrochen werden.

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Zurück blieb eine schwer beschädigte Anlage unmittelbar am Zugang zum S-Bahnhof Tegel. Der Bezirk ließ das Gelände nach dem Feuer mit einem Bauzaun sichern. Weitere Sicherungsmaßnahmen hielt die Verwaltung nicht für erforderlich, weil nach der Absperrung nach ihrer Einschätzung keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit mehr bestand.

Gorkistraße 28 gehört dem Land Berlin – eine Privatperson ist Pächterin

Die Eigentumsverhältnisse sind dabei bemerkenswert: Das Grundstück Gorkistraße 28 gehört dem Land Berlin. Nach Angaben des Bezirksamts ist es an eine Privatperson verpachtet. Gerade diese Konstellation erklärt auch, warum das Land nicht einfach selbst einen Neubau auf dem Gelände begonnen hat.

Seit dem Brand gingen bei der Bauaufsicht weder ein Bauantrag noch ein Vorbescheidsantrag oder ein anderer Genehmigungsantrag für das Grundstück ein. Auch konkrete Planungen für einen Wiederaufbau oder eine Neubebauung lagen dem Bezirk Anfang September nicht vor. Die Pächterin ließ zu diesem Zeitpunkt stattdessen die Brandruine vollständig zurückbauen.

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Warum blieb die Brandruine in Tegel mehr als drei Jahre stehen?

Der Reinickendorfer CDU-Bezirksverordnete Felix Schönebeck hatte zum Beginn der Abrissarbeiten erklärt, ein komplexer und langjähriger Rechtsstreit habe den Rückbau über Jahre verhindert. Dieser sei inzwischen durch ein Gerichtsurteil abgeschlossen worden. Schönebeck begrüßte den Start der Arbeiten nach mehr als drei Jahren Stillstand. Über die künftige Nutzung der Fläche sei dagegen noch nicht abschließend entschieden.

Die inzwischen veröffentlichte Senatsantwort liefert weitere Details zu den Hintergründen. Bauordnungsrechtliche Maßnahmen oder Zwangsmittel leitete das Bezirksamt demnach nicht ein, weil es keine Verstöße festgestellt hatte. Auch Bußgelder oder Ersatzvornahmen wurden deshalb nicht geprüft. Zudem war die Frist für den Abriss laut Bezirksamt an das Auslaufen einer Sondernutzungserlaubnis gekoppelt.

Abriss an der Gorkistraße soll bis Ende September abgeschlossen sein

Am 20. August 2026 fand zudem ein Vor-Ort-Termin statt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Rückbau bereits begonnen. Das Straßen- und Grünflächenamt steht nach Angaben des Senats mit der Pächterin im Austausch. Dabei ging es unter anderem um Leitungspläne und um die spätere Wiederherstellung der Oberfläche. Das beauftragte Abbruchunternehmen ging davon aus, die Rückbauarbeiten bis Ende September abzuschließen. Danach soll die Oberfläche wiederhergestellt und das Areal an das Bezirksamt übergeben werden.

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Was danach an der Gorkistraße 28 entsteht, bleibt offen. Der Bezirk erklärte ausdrücklich, dass derzeit keine konkrete Planung für das Gelände besteht. Nach Abschluss des Rückbaus soll zunächst geprüft werden, wie die Fläche künftig genutzt und gestaltet werden kann. Ein Wiederaufbau der Pavillons ist damit ebenso wenig beschlossen wie eine andere Bebauung.

Brandruine Gorkistraße 28 in Tegel
Nach dem Großbrand vom Mai 2023 werden die beschädigten Pavillons an der Gorkistraße 28 zurückgebaut. Die künftige Nutzung der Fläche ist noch offen.

 

Quellen: Abgeordnetenhaus von Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26928, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Bezirksamt Reinickendorf, Die Dorfzeitung

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