In Oranienburg hat der Wiederaufbau der Schleuse Friedenthal offiziell begonnen. Mit dem Projekt entsteht eine neue Verbindung zwischen der Oranienburger Havel und den Ruppiner Gewässern, die der Stadt langfristig neue Impulse auf dem Wasser bringen soll.

Der Neubau der Schleuse Friedenthal befindet sich unmittelbar am Ende der Havel-Sackgasse beim Schlosshafen Oranienburg. / © Foto: Wikimedia Commons, biberbaer, CC BY-SA 4.0
© Foto: Titelbild: Wikimedia Commons, Lukas Beck, CC BY-SA 4.0
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Mit einem offiziellen Spatenstich haben in Oranienburg die Bauarbeiten für die neue Schleuse Friedenthal begonnen. Der Standort liegt unmittelbar hinter dem Schlosshafen, wo die Oranienburger Havel bislang in einer Sackgasse endet. Durch den Neubau entsteht eine erneute, durchgehende Wasserverbindung zu den Ruppiner Gewässern. Die Stadt erhofft sich davon eine Stärkung des regionalen Wassertourismus.
Laut amtierendem Bürgermeister Alexander Laesicke soll Oranienburg künftig stärker von Bootreisenden wahrgenommen werden. Gegenüber dem rbb erklärte er, dass die Stadt touristisch stark vom Wasser geprägt sei und die neue Schleuse als Eingangstor zur Hauptstadtregion fungieren könne.
Schleuse Friedenthal: Jahrzehntelange Planung erreicht nächste Phase
Die Schleuse Friedenthal wurde 1959 nach Kriegszerstörungen stillgelegt und anschließend zugeschüttet, wodurch der Anschluss an den Ruppiner Kanal verloren ging. Die Stadt verweist darauf, dass ein Wiederaufbau bereits seit rund 30 Jahren diskutiert werde. Auf Bundesebene wurde das Projekt vor etwa zwei Jahrzehnten erstmals behandelt. Eine formelle Vereinbarung folgte im Jahr 2017.
Wenn die Arbeiten planmäßig verlaufen, soll die Schleuse im November 2026 in Betrieb gehen. Der Neubau umfasst eine 41,5 Meter lange und sechs Meter breite Kammerschleuse in Spundwandbauweise. Zudem wird sie für einen automatisierten Betrieb mit Fernüberwachung vorbereitet, die später vom Schlosshafen aus erfolgen soll.
Finanzierung der Schleuse Friedenthal: Bund trägt Großteil der Kosten
Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei rund 33 Millionen Euro. Der Bund trägt den größten Anteil von etwa 24 Millionen Euro, während das Land Brandenburg knapp 3,1 Millionen Euro beisteuert. In den Gesamtausgaben enthalten sind neben Planung und Ausgleichsmaßnahmen auch umfangreiche Kampfmittelräumungen, die bereits mehrere Jahre in Anspruch genommen haben.
Vor dem eigentlichen Baustart wurden zahlreiche Blindgänger aus dem Boden entfernt. Insgesamt kamen drei Großbomben sowie weitere Kampfmittel zum Vorschein. Die Stadtverwaltung koordinierte hierfür den Rückbau der alten Schleuse und die Zusammenarbeit mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oder-Havel.
Technischer Neubau der Schleuse Friedenthal: Wege, Betriebsbrücke und renaturierte Flächen
Im Zuge des Neubaus entstehen neue Landwege, eine Betriebsbrücke sowie neu gestaltete Vorhäfen. Zudem wird die Havel stellenweise ausgebaggert, um eine durchgehend schiffbare Wassertiefe zu gewährleisten. Zu den bereits abgeschlossenen Ausgleichsmaßnahmen zählt die Renaturierung des nahegelegenen Geländes der ehemaligen Biberfarm, das vollständig entsiegelt und mit neuen Lebensräumen für Tiere ausgestattet wurde.
Mit Fertigstellung der Schleuse erhält Oranienburg erstmals seit Jahrzehnten wieder eine direkte Anbindung in Richtung Norden, die für die Region eine langfristige Stärkung der Wasserwege bedeutet.
Quellen: rbb, Stadt Oranienburg
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