Das Boulevard Berlin bekommt mit Boda Borg einen neuen Mieter. Das schwedische Freizeitkonzept soll Mitte 2027 in Berlin-Steglitz eröffnen und rund 3.300 Quadratmeter belegen.

Das Bild zeigt drei Besucher in einer bunt beleuchteten Quest-Welt von Boda Borg. Sie lösen gemeinsam eine Aufgabe in einem schmalen Themenraum. Das Freizeitkonzept zieht als neuer Mieter in das Boulevard Berlin ein und soll das Einkaufszentrum mit einem erlebnisorientierten Angebot ergänzen.

Besucher testen eine der farbenfroh gestalteten Quest-Welten von Boda Borg. Das schwedische Freizeitkonzept eröffnet Mitte 2027 als neuer Mieter im Boulevard Berlin. / © Foto: Boda Borg Corporation

© Titelbild: TMRW Inc.

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An der Schloßstraße stehen viele Handelsflächen unter Druck. Auch Einkaufszentren müssen ihre Rolle neu finden. Im Boulevard Berlin setzt der Eigentümer nun auf einen Mieter, der nicht nur verkaufen, sondern Besucher länger im Haus halten soll.

  • Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
  • Adresse: Schloßstraße
  • Neuer Mieter: Boda Borg Germany GmbH
  • Geplante Eröffnung: Mitte 2027

Das Boulevard Berlin bekommt einen neuen großen Mieter. Die Boda Borg Germany GmbH hat nach Angaben des Centers einen Mietvertrag für rund 3.300 Quadratmeter unterschrieben. Das Unternehmen plant in Berlin-Steglitz einen neuen Standort für Freizeit- und Gruppenangebote. Die Eröffnung soll Mitte 2027 erfolgen.

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Leerstand an der Schloßstraße bleibt ein wichtiges Thema

Damit verändert sich der Mietermix im Boulevard Berlin weiter. Das Center reagiert auf eine Entwicklung, die viele Einkaufszentren betrifft: Klassischer Einzelhandel allein zieht nicht mehr zuverlässig genug Besucher an. Deshalb gewinnen Freizeit, Gastronomie, Dienstleistungen und Erlebniskonzepte an Bedeutung. Boda Borg passt genau in diese Richtung.

Die Schloßstraße gehört zu den großen Einkaufsstraßen Berlins. Zugleich fällt dort seit Jahren auf, dass mehrere Center mit Leerstand kämpfen. Für das Boulevard Berlin ist der neue Mietvertrag deshalb mehr als eine normale Vermietung. Er zeigt, dass große Flächen künftig auch durch Freizeitangebote bespielt werden können. Auch die ehemalige Globetrotter-Fläche am Steglitzer Kreisel wird derzeit für Kultur-, Sport- und Begegnungsangebote zwischengenutzt.

Boulevard Berlin: Rund 3.300 Quadratmeter für Erlebnisse

Boda Borg stammt aus Schweden und setzt auf sogenannte Quests. Besucher lösen in Teams Aufgaben in gestalteten Themenräumen. Dabei geht es je nach Raum um Logik, Geschicklichkeit oder körperlichen Einsatz. Das Konzept richtet sich nicht nur an Familien und Freundesgruppen, sondern auch an Schulen, Firmen und andere Teams.

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Am neuen Berliner Standort sollen bis zu 25 Quests entstehen. Die Themenwelten reichen laut Mitteilung unter anderem von Dschungel und mysteriösem Wald bis zu Spielplatz- und Horror-Kino-Szenarien. Die Räume sollen Teamarbeit, Kreativität und Problemlösung verbinden. Berlin wird nach Bochum der zweite Standort des deutschen Boda-Borg-Teams.

Boulevard Berlin setzt stärker auf Erlebnisse statt reinen Handel

Die Geschäftsführer von Dunman Capital, Josip Kardun und Henning Zimmermann, sehen in dem Mietvertrag einen weiteren Schritt bei der Weiterentwicklung des Boulevard Berlin. Sie verweisen darauf, dass Konzepte mit Unterhaltung, sozialer Interaktion und aktiver Beteiligung stärker nachgefragt würden. Das Angebot solle das bestehende Center ergänzen und ihm eine zusätzliche Nutzungsebene geben.

Für Besucher könnte sich das Boulevard Berlin damit stärker von einem klassischen Einkaufszentrum zu einem Ort für längere Aufenthalte entwickeln. Entscheidend bleibt jedoch, wie gut das neue Angebot angenommen wird und wie es sich in das Umfeld der Schloßstraße einfügt.

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Boulevard Berlin

 

Quellen: Boulevard Berlin

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7 Kommentare

  1. M.Hillen 3. Juli 2026 at 10:05 - Reply

    Wenn ich mir das Titelfoto anschaue (Boulevard Berlin aus der Vogelperspektive), dann kommt mir sofort die Idee, dass man dieses ganze städtebauliche Monster einfach platt machen und durch eine normale Erweiterung der gründerzeitlichen Stadtlandschaft, die in der unmittelbaren Umgebung ja noch wunderschönst erhalten ist, ersetzen sollte. Stadtreparatur an der Schloßstrasse sozusagen. Wäre sinnvoller, als aus erwachsenen Menschen Idioten machen zu wollen, die in ihrer Arbeits- oder Freizeit irgendwelche dusseligen Abenteuerspielplätze einer heruntergekommenen, dekadenten Gesellschaft frequentieren. Kontemplation oder Aktivität an der frischen Luft erscheint mir sinnvoller als teure Freizeitgestaltung in schlecht klimatisierten, hässlichen Bunkerbauten. Egal ob diese nun Boulevard, Center, Arkaden oder sonstwie heißen.

    • Rex 8. Juli 2026 at 12:31 - Reply

      Applaus Applaus. Direkt aus meinem Herzen gesprochen. Sehr sehr akkurat formuliert. Hast mir die Zeit erspart, meine Gedanken so akribisch formulieren zu wollen. Danke

  2. B. Holm 3. Juli 2026 at 11:00 - Reply

    Lieber M.Hillen,
    es ist eine ungeheure Verschwendung, eine derartig große Immobilie einfach abzureissen und etwas neues – egal was – zu bauen. Eine Vergeudung von Ressourcen, finanziell wie materiell. Nachhaltiger ist es, für Immobilien neue Nutzungen zu finden. Für die Stadt und ihre Bewohner ist es m.E. auch durchaus interessant, wenn monofunktionale Nutzungen – hier Einkaufsläden – durchbrochen werden und andere sinnvolle Nutzungen hinzukommen. Die Mischung macht schließlich die Qualität von Stadt aus.
    Ob nun gerade diese geplante Nutzung „sinnvoll“ ist, werden die Kunden entscheiden. Mit den Fitnessclubs haben wir bereits Beispiele für eine funktionierende Mischung Einkaufen/Freizeit.

    • M.Hillen 3. Juli 2026 at 16:37 - Reply

      RessourcenVerschwendung ist in der heutigen Zeit ein Totschlagargument, welches ich fast schon erwartet hatte.
      Man kann die Ressourcenverschwendung allerdings auch in der bloßen Existenz eines unausgelasteten Betonkastens sehen, auf dessen Fläche Hunderte von Wohnungen -bestens angebunden an U- und S- Bahn – enstehen könnten: idealerweise bräuchte man nur die gründerzeitliche Stadt an die Schloßstrasse heranschieben/- bauen. In den Strassen die zugehörigen üblichen Strassenbäume, in den üblichen fünf Etagen hauptsächlich Wohnungen, im Erdgeschoss hier und da Supermärkte, sonst. Läden, Kneipen, Cafes, Restaurants. In den ein oder zwei Etagen darüber hier und da Büros, Arztpraxen, Fitnessklubs, etc. Ganz einfach. Und das alles in menschlichen Dimensionen, die den städtischen Raum nicht durch Monströsität entstellen und entwerten, sondern respektieren und vielfältig und lebenswert erhalten.. Jahrhundertelange Ressourceneinsparung durch hundertfaches Wohnen im Zentrum von Steglitz mit Top ÖPNV Anschluß gegen einmaligem Abriß eines riesigen Betonmonsters (dessen Material zum Teil wiederverwendbar ist), dessen Nutzen sich eindeutig überlebt hat. Stadtreparatur hier, Festhalten an überlebten Strukturen da: Was ist überzeugend? Und was überzeugt nicht?

      • M.Hillen 3. Juli 2026 at 17:01 - Reply

        … mit Top ÖPNV Anschluß durch einmaligen Abriß eines…

  3. Nosferatu 5. Juli 2026 at 12:40 - Reply

    Bauen Kostet Geld. Gelder werden an die Ukraine transferiert. Man sollte froh sein das man ein Dach über dem Kopf noch hat.

    Abreißen und neu bauen. Als ob das Know How noch vorhanden ist. Für die Stadt ist es sogar zu kompliziert den Bierpinsel zu sanieren. Man sollte Utopie sein lassen und realistisch bleiben.

  4. CORINNA 6. Juli 2026 at 16:32 - Reply

    Warum muss man immer alles schlecht reden? Ich finde es super! Endlich mal Indooraktivitäten im Süd-Westen Berlins. In Flächen, die eh da sind. Wenn man keine großen Gebäude sehen will, sollte man aufs Land ziehen. Die Schlossstr. Ist gerade wegen den Läden und der Vielfalt so ansprechend.

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