Lange blieb unklar, was an der Kurfürstenstraße 134 in Schöneberg entstehen soll. Nun steht fest: Ein Boardinghouse mit heller Fassade, großen Fensterfronten und Gastronomieflächen wird das Grundstück prägen, ergänzt durch Wohnungen und Gewerbe. Damit wird das Areal nach Jahren des Stillstands neu belebt.

Die Baugrube an der Kurfürstenstraße mit vielen Baumaterialien und einem Baukran.

Blick auf die Baustelle an der Kurfürstenstraße 134 an der Grenze zwischen Schöneberg und Tiergarten: Hier entsteht bis 2026 ein Neubau mit Boardinghouse, Wohnungen und Gewerbe, für dessen Bauarbeiten entlang der Kielganstraße bis Dezember 2026 Halteverbote eingerichtet wurden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierung Titelbild: Jim Knoepfle Architekten

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In den vergangenen Monaten wurde an der Grenze zwischen Schöneberg und Tiergarten eine tiefe Baugrube ausgehoben, Kräne aufgestellt und die Fundamente gelegt. Das Neubauprojekt entsteht am Kreuzungsbereich Kielganstraße und Kurfürstenstraße, doch lange war unklar, was hier tatsächlich gebaut werden soll.

Im Februar 2025 bestätigte schließlich das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg auf Nachfrage von ENTWICKLUNGSSTADT, dass an der Kurfürstenstraße 134 ein Boardinghouse entsteht. Geplant sind Wohneinheiten sowie Gewerbeflächen im Erdgeschoss, darüber soll ein Neubau mit heller Fassade und großen Fensterwänden realisiert werden, entworfen vom Büro Jim Knoepfle Architekten.

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Schöneberg: Boardinghouse mit 102 Wohneinheiten verbindet klassische Wohnungen mit möblierten Apartments

Das Gebäude soll sieben Geschosse erhalten und insgesamt 102 Wohneinheiten bieten. Neben Einzimmerwohnungen entstehen auch 20 Apartments, die als Boardinghouse genutzt werden. So kombiniert das Projekt klassische Wohnnutzung mit einer temporären Unterkunftsform für längere Aufenthalte.

Ein Boardinghouse bewegt sich zwischen Hotel und Mietwohnung. Es bietet möblierte Apartments mit Serviceleistungen wie Reinigung oder Gemeinschaftsbereichen, verzichtet jedoch auf die Dynamik klassischer Hotels. Gedacht ist das Konzept vor allem für Geschäftsreisende und Menschen, die nur für begrenzte Zeit in der Stadt leben.

Neubauprojekt an der Kurfürstenstraße kombiniert Wohnen, Boardinghouse und Gastronomie

Neben den Wohneinheiten entstehen im Erdgeschoss Gastronomieflächen und Co-Working-Bereiche, die allen Bewohnerinnen und Bewohnern offenstehen und zusätzliche Aufenthaltsqualität schaffen sollen. Ergänzend richtet man im Untergeschoss einen Aqua-Therapiebereich ein, der für Wassergymnastik und Kleinkinderschwimmen genutzt werden kann.

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Dadurch entsteht ein Angebot, das sowohl die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner als auch die Nachbarschaft nutzen können. Auf diese Weise verbindet das Projekt Wohnen auf Zeit, Boardinghouse und Gewerbeflächen zu einer vielfältigen Nutzungsmischung, die sich in das Quartier Tempelhof Schöneberg bis Mitte einfügt.

Kurfürstenstraße 134 in Schöneberg: Vom litauischen Botschaftsgrundstück zur Neubau-Baustelle

Das Areal an der Kurfürstenstraße blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Von 1922 bis 2019 war es im Besitz der Republik Litauen, die dort ihre diplomatische Vertretung unterhielt. Nach dem Verkauf blieb das Gelände zunächst ungenutzt, zeitweise verwildert und vermüllt.

Zwischenzeitlich stand dort ein Tiny House-Modell, das jedoch mit den aktuellen Plänen nichts zu tun hatte. Erst 2022 begannen konkrete Vorbereitungen für den jetzigen Neubau.

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Boardinghouse an der Kurfürstenstraße soll bis 2026 fertiggestellt werden

Der Zeitplan sieht vor, dass das Boardinghouse bis Ende 2026 fertiggestellt wird. Auf der Kielganstraße gelten während der Bauarbeiten Halteverbote, um die Anlieferung von Material und Maschinen zu ermöglichen.

Wer genau hinter dem Projekt steht, wurde bislang nicht kommuniziert. Klar ist jedoch, dass Schöneberg mit dem Boardinghouse an der Kurfürstenstraße ein neues Gebäude erhält, das Wohnen, temporäre Unterbringung und Gewerbe miteinander verbindet.

Straßenschilder von der Kielganstrasse und der Kurfürstenstraße.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die Baustelle ist von Bauzäunen umgeben.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Es wurden Halteverbote an der Straße eingeführt.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Architektur Urbanistik Berlin, mittendran.de, Brera Serviced Apartments, Clipper Boarding House

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3 Kommentare

  1. Ingrid spoden 29. September 2025 at 23:55 - Reply

    Würde gerne dort wohnen.

  2. Löwe 7. Oktober 2025 at 00:57 - Reply

    Es schaut auf den ersten Blick schön modern und funktional aus, allerdings wird es wohl so sein das die meisten die Fensterflächen verdunkeln wollen, was diese großen Glasflächen somit eigentlich überflüssig macht und ein Problem darstellt.

    Eine Lösung für die mangelnde Privatsphäre bei großen Fenstern sind Sichtschutz Folien, sowas sollte aber einheitlich sein damit es von außen auch gut aussieht.

    Natürlich geht das auch mit den Gardinen im Bild, aber was wenn ich meinen grünen Sichtschutz dort anbringen möchte, oder einfach einen Schrank hinstelle?

  3. Tom 4. Dezember 2025 at 22:04 - Reply

    Genau so etwas braucht Berlin… nicht.
    In einer Stadt mit großer Wohnungsnot wird das rare Bauland mit komplett unnützem Gebäuden wie diesem hier zugepflastert. Kein Mensch benötigt ein Boardinghouse mit Einzimmerwohnungen und möbelierten Apartments für Geschäftsreisende. Wir haben ja so wenig Hotels oder Airbnb’s in der Stadt das noch ein Boardinghouse dringend benötigt wird. Sowas macht einen nur noch traurig. Purer Kapitalismus, mehr nicht.

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