Beim Blankenburger Süden ist die Planung einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Für einen der drei großen Teilbereiche liegt nun der beschlossene Rahmenplan vor. Er zeigt deutlich genauer als bisher, wie Wohnen, Gewerbe, Schulen, Grünflächen und Verkehr zusammenkommen sollen.

Die Visualisierung zeigt einen begrünten Wohnbereich im geplanten „Stadtquartier Blankenburger Süden“ mit Spielplatz, Aufenthaltsflächen und Wohngebäuden. / © Visualisierung: Ildar Biganiakov / Studio RW/ Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
© Titelbild: STUDIO RW / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Im Berliner Nordosten nimmt eines der größten neuen Stadtquartiere der Hauptstadt weiter Form an. Der Senat hat den Rahmenplan für das Quartier Süd des Blankenburger Südens beschlossen. Damit stehen für die bislang teilweise brachliegenden Gewerbeflächen in Heinersdorf nun deutlich konkretere Leitlinien fest. Bis tatsächlich gebaut werden kann, sind allerdings noch weitere Planungsschritte nötig.
- Bezirk: Pankow
- Lage: Gewerbegebiet Heinersdorf und angrenzende Grün- und Freiflächen
- Wohnungen: rund 3.500
- Fertigstellung: voraussichtlich bis 2037
Das Quartier Süd bildet einen von drei Bausteinen des neuen Stadtquartiers Blankenburger Süden. Zum Projektverbund gehören außerdem das Quartier Nord mit rund 4.000 Wohnungen sowie die Alte Gärtnerei im Ortskern Heinersdorf mit rund 600 Wohnungen. Insgesamt hält Berlin damit an rund 8.600 Wohnungen fest. Für das Quartier Nord läuft seit Mitte September 2026 bereits ein neues Bebauungsplanverfahren.
Die neue Planung für den Süden ist zugleich genauer als die bisherigen Konzepte. Ältere Unterlagen gingen für diesen Bereich von rund 60 Hektar und bis zu 4.000 Wohnungen aus. Der aktuelle Senatsbeschluss nennt nun rund 57 Hektar und etwa 3.500 Wohnungen. Neben Wohnhäusern sollen Gewerbeflächen, Einkaufsmöglichkeiten, Kitas und eine vierzügige Grundschule entstehen.
Quartier Süd: Schmöckpfuhlgraben und Waldflächen bleiben Teil der Planung
Eine wichtige Rolle spielen die vorhandenen Freiräume. Der Schmöckpfuhlgraben und angrenzende Waldflächen sollen erhalten und in das neue Quartier eingebunden werden. Hinzu kommt ein System aus Flächen, die Regenwasser aufnehmen und versickern lassen. Neue, mit Bäumen bestandene Bewegungs- und Freiflächen sollen zugleich Schatten schaffen und das Mikroklima verbessern.
Auch bei den Gebäuden setzt Berlin auf ein besonderes Konzept. Ein großer Teil der Wohnhäuser soll in Holz-Modulbauweise entstehen. Dieses Thema begleitet die Planung bereits länger: Der geplante Holzbau im Blankenburger Süden wurde schon vor dem Wettbewerb als ein Schwerpunkt des Projekts definiert. Grundlage des neuen Rahmenplans ist nun der Siegerentwurf von STUDIO RW aus dem städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb von 2025.

Der Entwurf zeigt die geplante städtebauliche Struktur des Blankenburger Südens. Neue Wohngebäude, soziale Infrastruktur und Gewerbeflächen sollen mit Grünzügen und neuen Verkehrswegen zu einem zusammenhängenden Stadtquartier verbunden werden. / © Foto: STUDIO RW / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
M2 soll mitten durch Blankenburger Süden führen
Entscheidend bleibt die Verkehrsanbindung. Das Quartier Süd soll autoarm entstehen. Fuß- und Radverkehr, öffentlicher Nahverkehr und Sharing-Angebote erhalten deshalb einen hohen Stellenwert. Die verlängerte Straßenbahnlinie M2 bildet dabei das Rückgrat der Erschließung. Nach Angaben des Senats soll kein Baufeld weiter als 400 Meter von einer Straßenbahnhaltestelle entfernt liegen.
In der Mitte des Quartiers ist eine neue Haltestelle mit einem zentralen Platz vorgesehen. Dort sollen zwei Lebensmittelmärkte sowie weitere Angebote in den Erdgeschossen entstehen. Der Senat kalkuliert mit rund zwölf Minuten Fahrzeit zum S-Bahnhof Prenzlauer Allee und etwa 25 Minuten bis zum Alexanderplatz. Die M2-Verlängerung in den Blankenburger Süden befindet sich allerdings weiterhin in einem eigenen Planungsprozess.
Nach dem Rahmenplan folgen Masterplanung und Bebauungspläne
Mit dem Senatsbeschluss besteht im Blankenburger Süden noch kein Baurecht für die 3.500 Wohnungen im Quartier Süd. Als nächstes soll Berlin auf Grundlage des Rahmenplans eine Masterplanung erarbeiten. Sie dient anschließend als wichtige Basis für die erforderlichen Bebauungsplanverfahren. In diesen Verfahren soll die Öffentlichkeit erneut beteiligt werden.
Damit steht zwar die räumliche Richtung für das Quartier Süd fest, mehrere Schritte bis zum Bau bleiben jedoch offen. Einen konkreten Baubeginn nennt der aktuelle Senatsbeschluss nicht. Für die Fertigstellung des Quartiers Süd nennt das Land derzeit das Jahr 2037.
Blankenburger Süden – Quartier Süd
Quellen: Senatskanzlei Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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