An der Puschkinallee in Treptow-Köpenick wächst der Standort des Bundeskriminalamts sichtbar. Der Gebäudekomplex wird modernisiert, aufgestockt und bis 2028 erweitert.

Die Visualisierung zeigt den geplanten Ausbau des BKA-Standorts an der Puschkinallee in Treptow-Köpenick nach Abschluss der umfassenden Modernisierung und Erweiterung. / © Visualisierung: Arnold und Gladisch Architekten BDA
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
An der Puschkinallee 52 in Treptow-Köpenick ist der Ausbau des Bundeskriminalamt-Standorts nicht zu übersehen. Hinter Bauzäunen, Stacheldraht, Containern und Kränen entsteht ein großer Behördenkomplex. Das Projekt „Herrichtung Puschkinallee 52, BKA, Berlin“ soll bis 2028 Raum für rund 2.400 Arbeitsplätze schaffen. Hintergrund ist der Ausbau des Berliner Standorts als zentraler Dienstsitz des Bundeskriminalamts neben Wiesbaden.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Puschkinallee 52, 12435 Berlin
- Nutzer: Bundeskriminalamt
- Geplante Arbeitsplätze: rund 2.400
- Fertigstellung: voraussichtlich 2028
- Gesamtprojektkosten laut Bundeshaushalt: 1,345 Milliarden Euro
Wer an der Puschkinallee entlanggeht, sieht den Behördenstandort im Umbau schon von weitem. Die alten Bürohäuser stehen noch, doch ihre Rolle verändert sich grundlegend. Baukräne ragen über die Backsteinfassaden. Provisorische Versorgungsleitungen verlaufen außen entlang der Gebäude. Der Zugang ist mit Sicherheitszäunen, Schranken und Container beschränkt. Das frühere Vattenfall-Areal wird Schritt für Schritt zu einem abgeschirmten Standort des Bundeskriminalamts.

Entlang der Puschkinallee wird der bestehende Gebäudekomplex des BKA umfangreich modernisiert und erweitert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
BKA in Treptow-Köpenick: Bestand wird entkernt, saniert und erweitert
Das ehemalige Verwaltungsareal von Vattenfall wurde ausgewählt, weil sich bestehende Bürogebäude wirtschaftlicher erweitern lassen als ein kompletter Neubau. Der Gebäudekomplex stammt aus den Jahren 1994 und 1995. Er besteht aus vier Häusern, die über Brücken miteinander verbunden sind. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hatte die Liegenschaft 2017 übernommen. Danach begann zunächst eine Zwischennutzung für das BKA.
Inzwischen läuft der große Umbau. Das Vorhaben umfasst die Sanierung von Fassaden und Tiefgarage, den vollständigen Innenausbau, Dachaufstockungen, neue Hofgebäude, ein Besprechungszentrum und ein neues Wachgebäude.
Vor Ort zeigt sich vor allem die neue Dichte. Die Häuser A und B sollen künftig sechs oberirdische Geschosse haben. Die Häuser C und D wachsen auf acht Geschosse. Zusätzlich entstehen doppelgeschossige Neubauten in den Höfen.

Der Eingangsbereich des BKA-Standorts an der Puschkinallee 52 in Treptow-Köpenick ist während der laufenden Bauarbeiten durch Bauzäune und Sicherheitsanlagen abgeschirmt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Puschkinallee 52: Milliardenprojekt mit ÖPP-Struktur
Damit gewinnt der Standort nicht nur Fläche, sondern auch eine neue innere Ordnung. Die Baustelle wirkt funktional geplant: getrennte Zufahrten, eng geführte Wege, abgesicherte Randbereiche und deutlich sichtbare Baustellenlogistik.
Das Projekt wird als Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) umgesetzt. Dabei übernimmt ein privates Unternehmen Planung, Bau, Finanzierung und teilweise den späteren Betrieb beziehungsweise die Bewirtschaftung. Hochtief PPP Solutions erhielt im Juni 2023 den Zuschlag.
Im Finanzplan des Bundes ist für das Vorhaben ein Gesamtvolumen von 1,345 Milliarden Euro genannt. Davon entfallen 574 Millionen Euro auf den Finanzplanzeitraum 2025 bis 2029, weitere 659 Millionen Euro auf Folgejahre. Die Summe umfasst also nicht nur den Umbau, sondern auch Finanzierung, Planung sowie langfristige Leistungen im Rahmen des ÖPP-Vertrags.
Baufortschritt am BKA-Standort Puschkinallee bleibt sichtbar
Kritik gab es vor allem wegen Baumfällungen. Laut Berliner Senat wurden 25 nach Baumschutzverordnung geschützte Bäume zur Fällung beantragt. Zusätzlich waren Eingriffe in die Wurzelbereiche von 27 geschützten Bäumen vorgesehen. Als Gründe nannte der Senat unter anderem Baustelleneinrichtung, Sicherheitszaun, Geländenivellierung und Zufahrt.
Das Bezirksamt Treptow-Köpenick teilte zudem mit, dass im Oktober 2025 zwei weitere Bäume im Schlesischen Busch wegen Leitungsarbeiten und Grundstückserschließung gefällt werden mussten.
Bis 2028 soll aus dem früheren Büroareal ein moderner BKA-Standort werden. Der Baufortschritt an der Puschkinallee zeigt bereits jetzt, wohin die Entwicklung geht: mehr Fläche, mehr Sicherheitsinfrastruktur und ein deutlich stärkerer Behördenstandort in Treptow-Köpenick.
Bundeskriminalamt
Quellen: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bezirksamt Treptow-Köpenick, Berliner Zeitung
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