Berlin treibt die Neuordnung geteilter Mobilität weiter voran. Mit der nun abgeschlossenen Sharing-Strategie 2035 will der Senat feste Strukturen für E-Scooter, Leihräder und Carsharing schaffen. 

Radweg mit E-Rollerfahrer.

Ziel der Strategie ist es, geteilte Mobilitätsangebote wie Fahrräder und E-Scooter stärker zu strukturieren und verlässlicher in den öffentlichen Verkehr zu integrieren, um den Stadtraum zu entlasten und die Wege im Alltag zu vereinfachen. / © Foto depositphotos.com

© Titelbild: depositphotos.com

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Man kommt an ihnen längst nicht mehr vorbei: E-Scooter stehen an Straßenecken, teilen sich den Gehweg mit Fahrrädern, liegen nicht selten achtlos abgelegt vor Hauseingängen oder U-Bahn-Aufgängen. Vielen Berlinerinnen und Berlinern sind sie inzwischen ein Dorn im Auge.

Dabei sind Sharingangebote gerade für kurze Wege zwischen Haltestelle, Büro oder Zuhause grundsätzlich gut geeignet. Was vielerorts bislang noch immer fehlt, ist eine klar strukturierte Einbindung in den Stadtraum.

Sharing-Strategie bis 2035 soll verbindliches Rahmenwerk schaffen

Genau hier möchte Berlin nun mit neuen Regeln ansetzen. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hat die Sharing-Strategie 2035 abgeschlossen. Sie soll ein verbindliches Rahmenwerk für Anbieter schaffen und die Integration in den städtischen Verkehr verbessern.

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Verkehrssenatorin Ute Bonde sieht darin einen Baustein für eine stärker vernetzte und klimafreundliche Mobilität in der wachsenden Metropole – eine Einordnung, die mit Blick auf ihre bisherige verkehrspolitische Linie teils als überraschend bewertet werden dürfte.

3.000 feste Mobilitätsstationen und Carsharing-Angebote geplant

Im Zentrum steht der Aufbau von rund 3.000 festen Mobilitätsstationen. Diese sogenannten Hubs sollen in weiten Teilen der Stadt entstehen und das Ausleihen sowie Abstellen von Sharing-Fahrzeugen bündeln. Ergänzend sind an etwa 500 Standorten Carsharing-Angebote vorgesehen.

Für große Teile der Bevölkerung soll so eine deutlich engmaschigere Infrastruktur entstehen, die Wege verkürzt und die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel erleichtert.

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Ergänzend sollen an ausgewählten Mobilitätsstationen auch Carsharing-Fahrzeuge bereitstehen, um flexible Auto-Nutzung ohne eigenes Fahrzeug besser in das bestehende Verkehrsnetz einzubinden.

Ergänzend sollen an ausgewählten Mobilitätsstationen auch Carsharing-Fahrzeuge bereitstehen, um flexible Auto-Nutzung ohne eigenes Fahrzeug besser in das bestehende Verkehrsnetz einzubinden. / depositphotos.com

Strukturierte Mobilität im Stadtraum: So werden die Standorte verteilt

Die Standorte werden nach Nutzungsdichte im Stadtgebiet verteilt und sollen in den zentralen Bereichen engmaschiger angeordnet sein. Für E-Scooter und Leihräder ist vorgesehen, das sogenannte „hub-only“-Prinzip einzuführen, bei dem Mietvorgänge ausschließlich an festen Stationen möglich sind. Damit reagiert der Senat auf wiederkehrende Konflikte im Straßenraum, insbesondere auf Gehwegen.

Der Aufbau und Betrieb der Infrastruktur soll durch die BVG erfolgen. Parallel plant der Senat ein Monitoring, um die Wirkung der Maßnahmen regelmäßig zu überprüfen und Anpassungen vorzunehmen. Die Umsetzung ist stufenweise bis 2035 vorgesehen und wurde in einem mehrmonatigen Beteiligungsprozess mit Verwaltung, Bezirken und Anbietern abgestimmt.

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Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Berliner Wirtschaft, Tagesspiegel

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4 Kommentare

  1. Mitte-Mitte-Anwohnerin 9. Mai 2026 at 08:36 - Reply

    Wo ist der Plan, um die auf den Bürgersteigen fahrenden Rowdys in den Griff zu bekommen?
    Auch das ist ein großes Problem.

    Erhöhte Polizeipräsenz/ Fahrradstaffel, die tatsächlich eingreifen und Knöllchen verteilen.
    Rund um den Gendarmenmarkt ist das ein Problem. Auch an Straßen mit groben Pflastersteinen.

    • Max H. 12. Mai 2026 at 17:10 - Reply

      Haben Sie nicht mitbekommen, dass Ihre schwarze Senatsverwaltung für Verkehr überall in Berlin den Ausbau von neuer durchgehender Radinfrastruktur, die den zunehmenden Scooter- und Fahrradverkehr aufnehmen könnte, abgesagt oder gar zurückgebaut wird? Auf Berliner Straßen ist laut der Verkehrssenatorin ausschließlich Platz für Autos und Busse, alles andere hat sich gefälligst in Nebenstraßen zu verpfeifen oder gar nicht erst auf eine Berliner Straße rauszutrauen.

      Wer das Problem des chaotischen Rad- und Rollerverkehrs WIRKLICH lösen will, muss an der Wurzel anpacken: dem Bau der Infrastruktur. Andere Länder und Städte machen das immer mehr. Berlin immer weniger. Das Resultat ist zunehmendes Chaos, weil der Bedarf nach Rad- und Scootermobilität steigt und steigt und steigt. Sieht man übrigens auch am Berliner Modal Split.

      Nun gut, es ist ja kein Geheimnis, dass die Verantwortlichen in der Berliner Senatsverwaltung für Verkehr weder Ahnung vom aktuellen Stand der Verkehrswissenschaft noch Ahnung von den Entwicklungen in Berlin haben. Sie machen Verkehrspolitik, als wenn Berlin ein abgehängtes Bauerndorf irgendwo in der tiefsten Uckermark wäre, wo der nächste Bahnhof 50 Kilometer und der nächste Supermarkt 25 Kilometer entfernt ist.

  2. Anwohnerin Leipziger 9. Mai 2026 at 10:13 - Reply

    Diese Service-Hubs sind absolut sinnvoll. Nicht nur das ein gesicherter Platz zum abstellen ohne Missverständnis vorhanden ist, man weiß auch immer genau, wo man Sie findet. Auch die umfassende Gestaltung für Leih- Fahrrad, -Scooter, -Roller und -Auto macht Sinn. Die Abstellproblematik hat sich damit geklärt.

    Im nächsten Schritt müssen allerdings auch die Verkehrswege für die unterrepräsentierten Fahrradwege ausgebaut werden.

    Auch muss die Nutzung bedacht werden. Die Kenntnisse der Verkehrsregelungen müssen stärker sichergestellt werden. Auch die Einhaltung von Verkehrsregeln muss stärker kontrolliert werden. Fahrräder und E-Scooter haben nix auf dem Gehweg zu suchen. Altersbeschränkungen haben ihren Sinn und sind einzuhalten. Auch 2 Personen auf einem Scooter sind nicht erlaubt. Leider passiert hier nix. Ordnungsamt und Polizei schauen nur zu ohne zu unterbinden.

    Häufig werden gerade E-Scooter von Kindern genutzt, die keine 14 Jahre sind. Zum Spaß, auf dem Gehweg/ öffentlichen Raum, ohne Rücksicht, die Eltern sehen zu. Dafür habe ich kein Verständnis.

    • Gernot Hingis 9. Mai 2026 at 16:00 - Reply

      Und nicht die E-Scooter ohne Versicherungskennzeichen vergessen – da kümmert sich auch keiner drum!

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