Wie begegnet eine wachsende Stadt dem steigenden Bedarf an Bildung? Frankfurt setzt auf ein breites Spektrum an Lösungen. Fünf aktuelle Schulbauprojekte zeigen, wie vielfältig diese Ansätze sein können.
Gymnasium Römerhof
Heinrich-Kromer-Schule
ehemaliges Postbankgebäude
Hybridschule
Johanna-Tesch-Schule
© Foto Titelbild: IMAGO / Frank Sorge

 

Frankfurt wächst und mit der Stadt auch der Bedarf an modernen Bildungseinrichtungen. Um diesem Druck zu begegnen, hat die Stadt bereits im letzten Jahr eine umfassende Schulbauoffensive beschlossen. Diese Initiative soll Genehmigungsprozesse beschleunigen und dabei helfen, dass rund 30 Schulbauprojekte priorisiert und zeitnah umzusetzen.

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Wie vielseitig die Ansätze dabei sind, zeigen fünf aktuelle Projekte. Sie reichen von klassischen Neubauten über die Umnutzung bestehender Gebäude bis hin zu innovativen Konzepten. So reagiert Frankfurt mit unterschiedlichen Bau- und Nutzungsideen auf die wachsenden Herausforderungen einer dynamischen Stadt.

1. Gymnasium Römerhof: Vom Container-Provisorium zum Neubau

Visualisierung des Neubaus für das Gymnasium Römerhof

So könnte der geplante Neubau für das Gymnasium Römerhof aussehen. Der Umzug von dem Container-Provisorium in den Neubau ist zum Schuljahr 2027/2028 geplant. / © Visualisierung: Schulbauoffensive Gymnasium Römerhof / Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

Das Gymnasium Römerhof in Frankfurt-Bockenheim erhält nach sieben Jahren im Container-Provisorium endlich einen festen Standort. Auf dem ehemaligen Tennen-Sportplatz am Rebstockpark entsteht ein dreistöckiger Neubau in Holzmodulbauweise, der bis zum Schuljahr 2027/2028 bezugsfertig sein soll.

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Neben modernen Lernbereichen sind ein Auditorium, eine Mensa sowie flexible Flächen für Schul- und Kulturveranstaltungen vorgesehen. Das Gebäude wird in Passivhausbauweise errichtet, nutzt lokale Kanalabwärme zur Energieversorgung und erhält Photovoltaikmodule sowie begrünte Innenhöfe. Außerdem plant die Stadt zusätzlich, zeitnah mit der Planung und dem Bau einer Sechs-Felder-Sporthalle in unmittelbarer Nähe des Gymnasiums zu beginnen.

2. Heinrich-Kromer-Schule in Niederursel: Neue Grundschule für 20 Klassen

Visualisierung des Neubaus für die Heinrich-Kromer-Schule

Heinrich-Kromer-Schule: Die neue Grundschule mit 20 Klassen und moderner Zweifeldsporthalle entsteht als energieeffizienter, nachhaltiger Holzskelettbau aus vier Baukörpern. Zentrales Herzstück des Neubaus ist der mittige Schulhof. / © Visualisierung: woerner traxler richter planungsgesellschaft mbh & Mijaa Raummanufaktur

Auch in Niederursel entsteht ein neuer Schulstandort. Die Heinrich-Kromer-Schule wird neu gebaut, um dem steigenden Bedarf an Schulplätzen und modernen Lernkonzepten gerecht zu werden. Nach einem nichtoffenen Wettbewerb entschied sich die Stadt im Juni 2025 für den Entwurf des Architekturbüros wörner traxler richter und Mijaa Raummanufaktur.

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Die neue Grundschule wird 20 Klassen beherbergen und eine moderne Zweifeldsporthalle integrieren. Das Architekturkonzept setzt auf vier Baukörper, die einen offenen Schulhof umschließen und das Quartier einbeziehen. Geplant ist ein Holzskelettbau mit vorgefertigten Elementen, der energieeffizient, nachhaltig und flexibel nutzbar sein soll. Öffentliche Bereiche wie Mensa und Bibliothek sollen sich für Angebote in der Nachbarschaft öffnen, ebenso sollen naturnahe Freiflächen den Standort zusätzlich aufwerten.

3. Hier wäre Platz für zwei Schulen: Ehemaliges Postbankgebäude in Eckenheim

Postbankgebäude in Frankfurt

In Eckenheim sollen zwei neue Schulen im ehemaligen Postbank-Gebäude entstehen. Bis der Umbau beginnt, wird jedoch noch viel Zeit vergehen. / © Foto: Wikimedia Commons, Dariusz Osial, CC BY 3.0

Ein weiteres Projekt bietet enormes Potenzial: das aktuell leerstehende, ehemalige Postbankgebäude in Frankfurt-Eckenheim. Die Stadt hat den vierstöckigen Bau mit rund 45.000 Quadratmetern Fläche erworben, künftig könnten hier zwei Gesamtschulen einziehen.

Der flexible Grundriss des Bestandsgebäudes ermöglicht eine freie Raumaufteilung und unterschiedliche Raumgrößen, was die Anpassung an den Schulalltag erleichtern könnte. Allerdings müssen bis zum tatsächlichen Start Schulbetriebs noch zahlreiche Hürden überwunden werden. Der unter Denkmalschutz stehende Bau erfordert enge Abstimmungen mit dem Landesamt für Denkmalpflege und eine umfassende energetische Sanierung, die zusätzliche Zeit beansprucht. Frühestens nach mehreren Jahren Planungs- und Bauzeit könnte das Gebäude als Schulstandort nutzbar sein.

4. Schönhof-Viertel in Bockenheim: Hier entsteht die erste Hybridschule Deutschlands

Visualisierung der ersten Hybridschule Deutschlands

Die erste Hybridschule Deutschlands soll in Frankfurt entstehen. Mit der dualen Nutzung aus Bildungsort und Wohnflächen setzt die Stadt Frankfurt auf ein innovatives Stadtentwicklungskonzept. / © Visualisierung: moka Studio NHW

Innovative Ansätze zeigt die erste Hybridschule Deutschlands im Schönhof-Viertel in Bockenheim. Sie vereint Bildung und Wohnen unter einem Dach. Im unteren Gebäudeteil entsteht eine Grundschule für bis zu 500 Kinder, darüber werden 134 Mietwohnungen gebaut, von denen der Großteil öffentlich gefördert wird.

Das Konzept reagiert auf den wachsenden Bedarf an Bildungs- und Wohnraum und soll Mitte 2027 fertiggestellt sein. Kreative Lösungen wie beispielsweise eine Sporthalle, die platzsparend in die Tiefe gebaut wird, sowie der Schulhof, der durch den benachbarten Park ersetzt wird, machen das Projekt zu einem Modell für eine neue Art städtischer Flächennutzung.

5. Viergeschossiger Schulneubau im Frankfurter Berg: Johanna-Tesch-Schule

Visualisierung, frontal, des Neubaus der Johanna-Tesch-Schule

So könnte der vierstöckige Neubau für die Johanna-Tesch-Schule im Stadtteil Frankfurter Berg aussehen. / © Visualisierung: Stadt Frankfurt

Auch für die Johanna-Tesch-Schule am Frankfurter Berg ist ein moderner Neubau geplant. Auf rund 16.000 Quadratmetern entsteht ein viergeschossiges Gebäude mit zwei Dreifeldsporthallen. Die bisherige Unterbringung in Bockenheim, verteilt auf ein marodes Schulgebäude und Container, erwies sich als ungeeignet.

Der Umzug soll zum Schuljahr 2028/2029 erfolgen. Der Neubau wird schlüsselfertig vom Verkäufer an die Stadt Frankfurt übergeben. Klimaneutrale Technik wie Photovoltaikanlagen und eine Wärmepumpe sollen für eine nachhaltige Betreibung sorgen. Neben verbesserten Lernbedingungen entstehen am neuen Standort zusätzliche Sportmöglichkeiten.

Bildungsstandort Frankfurt: Verschiedene Nutzungskonzepte sollen Bedarf decken

Frankfurt setzt damit auf unterschiedliche Bau- und Nutzungskonzepte, um den steigenden Bedarf an Schulen in einer wachsenden Stadt zu decken. Während einige Projekte bereits konkrete Baupläne und Fertigstellungstermine haben, bleiben andere längerfristige Vorhaben, die Geduld und Abstimmung erfordern.

Nun bleibt es abzuwarten, ob die städtische Schulbauoffensive die vorgesehene Wirkung zeigt und Prozesse tatsächlich beschleunigt und die Schulbauprojekte so priorisiert umgesetzt werden können.

Quellen: Stadt Frankfurt, Johanna-Tesch-Schule, Gymnasium Römerhof, gmp Architekten, wörner traxler richter

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