Die IG Metall plant den Neubau ihres Berliner Bildungszentrums auf einer Halbinsel am Spandauer Pichelsee. Bis Ende 2028 soll dort ein moderner Bildungscampus entstehen, der den bisherigen Standort ersetzt. Derzeit läuft der Abriss des Bestandsbaus, der für das Projekt weichen muss.

© Foto Titelbild: Wikimedia Commons

 

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Die IG Metall unterhält in Deutschland insgesamt sieben Bildungsstätten. Neben dem Berliner Bildungszentrum am Spandauer Pichelsee zählen dazu die Einrichtungen in Bad Orb, Beverungen, Lohr, Sprockhövel, Inzell und Schliersee. Das Berliner Bildungszentrum nimmt dabei eine besondere Rolle ein, nicht zuletzt aufgrund seiner Lage und seiner historischen Entwicklung.

Das Grundstück und die Gebäude der Berliner Bildungsstätte gehörten in den 1930er-Jahren dem traditionsreichen und angesehenen Berliner Wissenschaftsverleger Ferdinand Springer. In den 1960er-Jahren erwarb die IG Metall das Areal. Seit 1985 qualifizierte die Gewerkschaft dort ihre Mitglieder sowie Funktionärinnen und Funktionäre und nutzte das Gelände über Jahrzehnte als festen Bestandteil ihrer gewerkschaftlichen Bildungsarbeit.

Pichelsee in Spandau: Geschichtsträchtiges Bildungszentrum der IG Metall

Vor einigen Jahren entschied die IG Metall, die bestehenden Gebäude auf der Landzunge am Pichelsee abzureißen und das Bildungszentrum grundlegend neu zu errichten. Auf der parkähnlichen Halbinsel am Pichelsee soll nun ein moderner Neubau entstehen, der künftig das IG-Metall-Bildungszentrum Berlin beherbergen wird.

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Der Neubau mit 114 Zimmern und einem rund 1.560 Quadratmeter großen Schulungsbereich orientiert sich dabei maßgeblich an einer bestehenden Sichtachse auf die Havel sowie am zu schützenden Baumbestand des Parks. Entworfen wurde der neue Bildungscampus vom Büro GHP Architekten.

IG-Metall-Neubau: GHP Architekten bauen Bildungscampus mit mehreren Gebäuden

Die architektonische Konzeption sieht eine horizontale Gliederung des Gebäudes vor, die eine Terrassierung auf der Südseite ermöglicht. Die offenen, leicht gestaffelten Fassaden sollen Innen- und Außenräume miteinander verzahnen und die besondere landschaftliche Lage des Standorts stärker in das Nutzungskonzept einbeziehen.

Um den Seminarbetrieb während der Bauzeit aufrechtzuerhalten, bezog die IG Metall bereits vorsorglich im April 2024 ein Ausweichquartier in der Gotzkowskystraße 21 in Berlin-Moabit. Dort wurde das ehemalige, rund 130 Zimmer große „ADREMA-Hotel“ übernommen und an die Bedarfe und Anforderungen der IG Metall angepasst, um weiterhin eine professionelle und kontinuierliche Bildungsarbeit sicherzustellen.

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Pichelsee: Altes Bildungsgebäude der IG Metall wird abgerissen, um Platz für den Neubau zu machen

Der Abriss des alten Bildungsareals am Pichelsee hat inzwischen begonnen. Mit der Fertigstellung des Neubaus rechnet die IG Metall Mitte bis Ende 2028. In Betrieb gehen soll die neue Bildungsstätte, idyllisch gelegen zwischen Wald und Wasser, ab dem Jahr 2029.

Hintergrund des Neubauprojekts ist unter anderem der Zustand des bisherigen Gebäudes, das nach rund 40 Jahren Nutzung technisch verschlissen war und nicht mehr den aktuellen Anforderungen an Energieeffizienz, Flächenbedarf und Barrierefreiheit entsprach, wie Der Tagesspiegel berichtet.

Bildungszentrum in Spandau: Gästezimmer, Speisesaal und Freizeiteinrichtungen

Das Nutzungskonzept des neuen Bildungscampus geht über reine Seminarflächen hinaus. Vorgesehen sind neben den Gästezimmern unter anderem eine Küche mit Speisesaal sowie eine Bar mit weiteren Freizeiteinrichtungen im Gartengeschoss.

Ergänzt wird das Angebot durch einen Sauna- und Fitnessbereich im Staffelgeschoss. Damit soll der Campus sowohl funktional als auch als Aufenthaltsort für längere Bildungsformate attraktiv gestaltet werden.

Anwohnende äußern Bedenken gegen das Neubauvorhaben der IG Metall

Nachdem inzwischen die Baugenehmigung erteilt wurde, nehmen die Bauarbeiten weiter Fahrt auf. Begleitet wird das Vorhaben allerdings auch von Einwendungen aus der Nachbarschaft, die sich insbesondere auf die schmale Zufahrtsstraße zur Landzunge beziehen.

Die IG Metall betont jedoch, dass man trotz wetterbedingter Verzögerungen in den Monaten Januar und Februar weiterhin im Zeitplan liege. Angaben zur Höhe der Gesamtkosten des Neubauprojekts wurden bislang nicht gemacht.

 

Quellen: IG Metall, Der Tagesspiegel

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