In Schöneberg ist ein neuer Ort für Kunst und Begegnung im Entstehen. Das „Bildlabor Kleistpark“ soll künftig Ausstellungen, Ateliers, Bildungsangebote und ein Café unter einem Dach vereinen. Mitte März wurde der Grundstein gelegt.

An der Grunewaldstraße 8 begannen im Spätsommer 2025 die Erdarbeiten für das neue Kunstmuseum „Bildlabor Kleistpark“. Inzwischen sind die Arbeiten weiter vorangeschritten, und im März wurde der Grundstein feierlich gelegt. / © Bildlabor Kleistpark, Foto: Olaf Schroeder
© Titelbild: Bildlabor Kleistpark
Nachdem es in letzter Zeit nur langsam voranzugehen schien, wurde am 20. März 2026 in Schöneberg der Grundstein für das „Bildlabor Kleistpark“ gelegt. Bezirksstadträtin Eva Majewski Sparacino begrüßte gemeinsam mit den Initiatoren Jutta und Christopher Breu zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur und Nachbarschaft.
„Bildlabor Kleistpark“: Architektur, Nachhaltigkeit und Stadtbezug
Das Bildlabor entsteht an der Ecke Grunewaldstraße / Elßholzstraße, auf dem historischen Gelände des ersten Botanischen Gartens Berlins. Bis 2027 soll hier ein interdisziplinärer Ort für Sammlung, Ausstellung, Vermittlung, Forschung und künstlerische Praxis entstehen. Ergänzt wird das Angebot durch einen öffentlich zugänglichen Stadtgarten und ein Café, das als sozialer Treffpunkt fungieren wird.

Ein öffentlich zugänglicher Stadtgarten und ein Café sollen als sozialer Treffpunkt fungieren. / © Bildlabor Kleistpark
Das neue Museumsgebäude wird als Holz-Hybridbau mit nachhaltiger Energieversorgung über Geothermie geplant. Begrünte Terrassen und eine transparente Glasfassade sollen den Bezug zur Umgebung betonen. Der Entwurf stammt vom Berliner Büro kmwf ARGE, das für die Gestaltung der Sammlungs-, Ausstellungs- und Laborbereiche verantwortlich ist, während Wirtz International Landscape Architects die Gartenanlagen planen.
Werke von Rembrandt bis Uecker: Ausstellung, Ateliers, Restaurierung und Café unter einem Dach
Künftig werden rund 1.700 Werke der Hegenbarth-Sammlung im Bildlabor gezeigt, darunter 950 Arbeiten von Josef Hegenbarth sowie Werke von Caspar David Friedrich, Rembrandt, Picasso und zeitgenössischen Künstlern wie Günther Uecker. Erstmals werden diese Bestände umfassend der Öffentlichkeit zugänglich.
Neben klassischen Ausstellungsflächen sind Ateliers, Werkstätten, Räume für Restaurierung und Art Handling sowie Coworking-Spaces vorgesehen. Das Haus versteht sich als offenes System: Kunst soll nicht nur präsentiert, sondern auch in ihrer Entstehung und Wirkung erfahrbar gemacht werden. Im Erdgeschoss wird ein Café unabhängig vom Museumsbetrieb betrieben, der Vorplatz vor dem Haus wird öffentlich zugänglich gestaltet.
Baufortschritt und Beteiligung der Nachbarschaft – Bauzaun wird Ausstellungsfläche
Die Erdarbeiten hatten im Spätsommer 2025 begonnen, bislang war der Baufortschritt jedoch langsam. Nun soll es wohl zügig vorangehen. Um die Wartezeit bis zur Fertigstellung zu überbrücken, verwandelt sich der Bauzaun während der Bauphase selbst in eine Ausstellungsfläche: Studierende der Universität der Künste entwickeln hier künstlerische Beiträge, die den Ort in den Dialog mit der Nachbarschaft setzen.
Ab 2027 soll das „Bildlabor Kleistpark“ als offener Ort für Kunst, Forschung und öffentliche Diskussionen im Herzen Schönebergs wirken.
„Das wird ein Ort des Nachdenkens über Kunst, sinnlich, freund(schaft)lich, kenntnisreich und zur Auseinandersetzung anregend. Was für ein gutes Zeichen des intellektuellen Aufbruchs an und für die große Stadt Berlin, der gerade zu viel und berechtigte Kritik zuteil wird“, sagt Klaus Gerrit Friese von der Galerie Friese Berlin/München – ein Hinweis darauf, wie sehr das Projekt über die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erregt.

Das neue Museumsgebäude wird als Holz-Hybridbau mit nachhaltiger Energieversorgung über Geothermie geplant. Begrünte Terrassen und eine transparente Glasfassade sollen den Bezug zur Umgebung betonen. / © Bildlabor Kleistpark
Quellen: Bildlabor Kleistpark, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg via Instagram
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