Die Sanierung des Theater am Park in Biesdorf ist seit Jahren Thema. Eine neue Schriftliche Anfrage im Abgeordnetenhaus zeigt: Zwar sind Fördermittel grundsätzlich möglich, doch es fehlt weiterhin an einem politisch abgestimmten Gesamtkonzept. Für den Kulturstandort wird die Zeit knapp.
© Titelbild: Wikimedia Commons, Singlespeedfahrer, CC0
Der bauliche Zustand des Theater am Park in Biesdorf ist seit Langem Gegenstand politischer Debatten. Technische Anlagen gelten als überaltert, Brandschutz und Veranstaltungsräume als nicht mehr zeitgemäß. Untersuchungen bescheinigen einen massiven Sanierungsstau, hinzu kommen erhebliche Korrosionsschäden an der Gebäudehülle.
Aus Sicht der Verwaltung ist die Zukunftsfähigkeit des Hauses wirtschaftlich wie technisch kritisch zu bewerten. Ohne eine grundlegende Instandsetzung drohten langfristig Nutzungseinschränkungen bis hin zur Schließung, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Sanierung des Theater am Park in Biesdorf: 10 Mio. Euro Budget, Umsetzung aber weiter unklar
Mit der Schriftlichen Anfrage „Stillstand beim Theater am Park in Biesdorf? (III)“ brachten die Abgeordneten Regina Kittler und Kristian Ronneburg (LINKE) das Thema erneut ins Abgeordnetenhaus. In der Antwort des Senats vom 2. Februar 2026 wird bestätigt, dass seit Juni 2025 lediglich ein digitales Gespräch zwischen Bezirk und Senatsverwaltung zur GRW-Förderung stattgefunden habe. Weitere Gespräche seien bislang nicht erfolgt. Zugleich hält der Senat fest, dass eine Förderung aus GRW-Mitteln grundsätzlich möglich sei.
Ende 2025 wurde aus diesen Mitteln eine Überarbeitung der Zielplanung beauftragt. Innerhalb eines Budgets von zehn Millionen Euro soll geprüft werden, ob der Umbau des Mittelteils mit dem großen Saal sowie weiterer Gebäudeteile realisierbar ist. Der große Saal steht allerdings seit über 20 Jahren leer.
Zeit läuft: Schlüssiges Gesamtkonzept für Förderentscheidung notwendig
Entscheidend bleibt ein Punkt: Ein politisch beschlossenes Betriebskonzept für die Zeit nach der Sanierung liegt weiterhin nicht vor. Für eine verbindliche Förderentscheidung sei jedoch ein schlüssiges Gesamtkonzept für Nutzung, Betriebsführung und Finanzierung erforderlich, heißt es in der Antwort.
Währenddessen hält der Verein Theater am Park e. V. den Betrieb aufrecht und hat ein Nutzungskonzept für ein multifunktionales Veranstaltungszentrum mit touristischer Theaterfunktion vorgelegt. Ob und wann daraus eine belastbare Perspektive wird, bleibt offen. Einen Starttermin für den Umbau kann der Senat derzeit nicht benennen.
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/24911, Drucksache 19 / 24 808, Stefan Ziller
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