Nach dem Absturz von Fassadenteilen am Bierpinsel dauern die Absperrungen in Steglitz an. Das Bezirksamt hat nun konkretisiert, welche Schritte der Eigentümer einleiten muss. Dabei geht es zunächst um die Sicherheit rund um das Gebäude – doch auch der Zustand der übrigen Fassade rückt in den Blick.

Rot-weiße Bauzäune sperren den Bereich am Fuß des Bierpinsels in Berlin-Steglitz ab.

Rund um den Bierpinsel sind Bereiche mit Bauzäunen abgesperrt. Das Bezirksamt hat den Eigentümer aufgefordert, die Fassade kurzfristig konstruktiv zu sichern. / © Foto: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin

© Titelbild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin

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Am Steglitzer Bierpinsel sind die Folgen des Fassadenabsturzes weiter spürbar. Nachdem sich am Sonntagabend Bauteile in rund 30 Metern Höhe gelöst hatten, bleibt der Straßenbereich an der Schildhornstraße auch Tage später gesperrt. Der jüngste Vorfall hat zugleich die Debatte um die seit Jahren ausstehende Modernisierung des Bierpinsels neu entfacht. Nun hat das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf erläutert, wie die unmittelbare Sicherung des Gebäudes erfolgen soll.

  • Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
  • Adresse: Schloßstraße 17, 12163 Berlin
  • Projektstatus: Kurzfristige Sicherung der Fassade angeordnet
  • Anlass: Absturz eines Fassadenelements zur Schildhornstraße
  • Besonderheit: Der Bierpinsel ist Teil des denkmalgeschützten Ensembles am Verkehrsknoten Steglitz

Nach Angaben des Bezirksamts hatten Polizei und Feuerwehr den betroffenen Verkehrsweg am Bierpinsel zunächst weiträumig abgesperrt. Die Feuerwehr war bereits am Sonntag mit ihrer Höhenrettung im Einsatz. Da eine Drehleiter die betroffene Stelle nicht erreichen konnte, seilten sich Einsatzkräfte vom Dach ab. Sie entfernten weitere lose Bauteile.

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Bierpinsel in Steglitz: Eigentümer muss Fassade konstruktiv sichern

Für die nächsten Schritte ist nun der Eigentümer verantwortlich. Das Bezirksamt verpflichtet ihn dazu, die Fassade kurzfristig konstruktiv zu sichern. Diese Sicherung soll verhindern, dass möglicherweise weitere abgelöste Fassadenteile unkontrolliert auf den öffentlichen Raum fallen. Sollten sich weitere Teile lösen, sollen sie durch eine Konstruktion aufgefangen werden.

Die Bau- und Wohnungsaufsicht von Steglitz-Zehlendorf kontrolliert nach Angaben des Bezirks sowohl die Einleitung als auch die Durchführung dieser Arbeiten am Bierpinsel. Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst unter anderem die Beseitigung konstruktiver Baumängel. Vorrangiges Ziel ist derzeit, die gesperrte Verkehrsfläche wieder sicher nutzbar zu machen. Wann die Absperrungen vollständig aufgehoben werden können, ist derzeit offen.

Die Nahaufnahme zeigt die mehrfarbige Fassade und die Fenster des Bierpinsels in Berlin-Steglitz vor blauem Himmel.

Die Nahaufnahme zeigt die Fassade des Bierpinsels in Steglitz. Nach dem jüngsten Vorfall soll eine konstruktive Sicherung verhindern, dass weitere Fassadenteile in den öffentlichen Raum fallen. / © Foto: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin

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Weitere Fassadenmängel könnten Instandsetzung des Bierpinsels auslösen

Mit der kurzfristigen Sicherung ist das Thema aber nicht abgeschlossen. Falls bei den weiteren Prüfungen zusätzliche Mängel an der Fassade festgestellt werden, will die Bauaufsicht gemeinsam mit der Unteren Denkmalschutzbehörde weitere Schritte einleiten. Das Bezirksamt nennt ausdrücklich eine Instandsetzung beziehungsweise die ordnungsgemäße Wiederherstellung der Fassade als Ziel.

Das ist beim Bierpinsel besonders relevant, weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Die Berliner Denkmaldatenbank führt das Turmrestaurant unter der Adresse Schloßstraße 17 als Teil des denkmalgeschützten Verkehrsknotens Steglitz. Als Bauzeit nennt sie 1968 bis 1976. Zum Ensemble gehören auch der U-Bahnhof Schloßstraße sowie die Joachim-Tiburtius-Brücke.

Bierpinsel: Bezirksamt sieht keine rechtliche Hürde für eine neue Nutzung

Über die akute Gefahrenabwehr hinaus erhöht der Vorfall den Druck auf die seit Jahren angekündigte Sanierung. Für den Bierpinsel liegen bereits seit längerem Pläne für eine neue Nutzung vor. Der Eigentümer hatte unter anderem Büroflächen und Gastronomie vorgesehen. Bislang begann der grundlegende Umbau jedoch nicht.

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Bezirksstadtrat Patrick Steinhoff erklärte nun, es gebe derzeit keine rechtlichen Hürden, das Gebäude wieder einer Nutzung zuzuführen. Die Verantwortung dafür liege aber beim Eigentümer. Einen neuen Termin für den Beginn einer umfassenden Sanierung gibt es damit weiterhin nicht. Fest steht zunächst nur der nächste Schritt: Die Fassade muss so gesichert werden, dass von ihr keine weitere Gefahr für den öffentlichen Raum ausgeht.

Bierpinsel: Sicherungsmaßnahmen nach Fassadenabsturz
Nach dem Absturz eines Fassadenelements muss der Eigentümer die Fassade des denkmalgeschützten Bierpinsels kurzfristig konstruktiv sichern.

Quellen: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin, Berliner Denkmaldatenbank, rbb24

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One Comment

  1. Löwe 24. September 2026 at 10:08 - Reply

    Bierpinsel, oder der Steglitzer Kreisel, hier zeigt sich wie bestehende Lösungen nicht ausreichen, Stadtbild prägende Architektur braucht schnellere Lösungen, notfalls mit Enteignungen!

    Zitat:“Der Steglitzer Kreisel sollte eines der auffälligsten Wohnprojekte im Berliner Südwesten werden. Stattdessen steht der entkernte Hochhausturm seit Jahren unfertig an der Schloßstraße.“ https://www.entwicklungsstadt.de/steglitzer-kreisel-adler-will-kaeufer-vor-geplantem-verkauf-loswerden/

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