Mehr als 1.100 neue Sozial- und Mittelstandswohnungen entstehen bis 2026 in Frankfurt, verteilt über verschiedene Stadtteile. Doch trotz der aktuellen Bauvorhaben bleibt die Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum unzureichend.
Baustelle am Rebstockpark. Rohbau mit Baugerüst.

Im Wohnquartier „Rebstockpark“ entstehen bis 2026 etwa 275 geförderte Wohnungen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Foto Titelbild: Stadt Frankfurt am Main
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Frankfurt reagiert auf den anhaltend hohen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum. Nach Jahren rückläufiger Bestandszahlen weitet die Stadt das Angebot an geförderten Wohnungen nun aus. Bis Ende 2026 sollen mehr als 1100 neue Sozial- und Mittelstandswohnungen in die Vermietung gehen.

Die geförderten Neubauten entstehen in verschiedenen Stadtteilen und richten sich an einkommensschwächere sowie mittlere Haushalte. Damit verfolgt die Stadt das Ziel, in allen Stadtteilen dauerhaft bezahlbaren Wohnraum sicherzustellen.

Faire Mietpreise und vielfältiger Wohnungsmix: Geförderte Neubauwohnungen verteilen sich gleichmäßig über Frankfurts Stadtteile

Oberbürgermeister Mike Josef teilt mit, dass die Wohnungen zu einer Nettokaltmiete ab 5,50 Euro pro Quadratmeter im Förderweg I und ab 8,50 Euro pro Quadratmeter im Förderweg II angeboten werden. Der Fokus liegt auf einer gleichmäßigen städtebaulichen Verteilung. „Dass diese Baugebiete in unterschiedlichen Stadtteilen entstehen, zeigt: Wir haben die gesamte Stadt im Blick. Auch in zentralen Lagen muss geförderter Wohnraum entstehen“, erklärt Josef.

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Rund 600 der neuen Wohnungen sind klassische Sozialwohnungen im Förderweg I. Weitere über 500 Wohnungen entfallen auf den Förderweg II und richten sich an Haushalte mit mittleren Einkommen. Diese entstehen unter anderem im Gallus (rund 475 Wohnungen), am Rebstockpark (etwa 275), im Schönhofviertel (rund 160) und an der Sandelmühle (etwa 100). Der Wohnungsmix umfasst 1,5- bis 5-Zimmer-Wohnungen und soll somit unterschiedlichste Haushaltsgrößen ansprechen.

Ganzheitliche Stadtentwicklung: Geförderte Wohnungen verbunden mit neuen Kitas, Einkaufsmöglichkeiten und öffentlichen Plätzen

Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, betont die enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft: „Neben den klassischen Sozialwohnungen fördern wir als Stadt über das kommunale Förderprogramm vor allem familienfreundlichen und barrierefrei erreichbaren Wohnraum für viele Frankfurter Familien.“ Ziel sei die Schaffung gemeinschaftlicher Mietwohnungen für Haushalte mit mittleren Einkommen.

Die neu entstehenden Quartiere bieten nicht nur Wohnraum, sondern auch soziale Infrastruktur. Kindertagesstätten, Einkaufsmöglichkeiten, neue Grünflächen und öffentliche Plätze ergänzen das Angebot. Im Schönhofviertel entsteht zudem eine neue Grundschule. Weitere geförderte Wohnungen in diesem Viertel sind ab 2027 geplant.

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Frankfurter Sozialwohnungen sind knapp: Zwei Drittel der Haushalte hat Anspruch auf geförderte Wohnungen

Ein Vierpersonenhaushalt mit einem Bruttojahreseinkommen von rund 66.500 Euro ist berechtigt, eine Wohnung im Förderweg I zu beziehen. Für den Förderweg II liegt die Einkommensgrenze bei etwa 106.600 Euro brutto. Von den insgesamt rund 756.000 Haushalten in Frankfurt sind laut Stadt etwa 370.000 Haushalte antragsberechtigt für eine Sozial- oder Mittelstandswohnung.

Die Zahl der Sozialwohnungen ist jedoch seit Jahren rückläufig. Ende 2024 waren im Stadtgebiet noch 27.842 geförderte Wohnungen im Förderweg I registriert. Die Warteliste für Sozialwohnungen bleibt lang.

Überarbeitete Förderkonditionen ab April 2025 stärken den langfristigen Ausbau von gefördertem Wohnraum in Frankfurt

Mit den im April 2025 überarbeiteten Förderkonditionen sollen weitere Bauvorhaben im Bereich des geförderten Wohnraums folgen. Die Stadt plant, den Ausbau langfristig zu verstärken, um den Bedarf schrittweise zu decken.

Die aktuellen Neubauprojekte stellen zwar eine Steigerung des Angebots dar, sind jedoch nur ein kleiner Beitrag angesichts der großen Herausforderung. Der Bedarf an gefördertem Wohnraum in Frankfurt übersteigt das verfügbare Angebot weiterhin deutlich.

Im Wohnquartier „Hellerhöfe“ im Frankfurter Stadtteil Gallus entstehen bis 2026 etwa 475 geförderte Wohnungen. / © Visualisierung: Bauwens GmbH & Co. KG

Schönhof-Viertel
Gallus
Rebstockpark
An der Sandelmühle

Quellen: Stadt Frankfurt am Main, Frankfurter Rundschau, Statistisches Bundesamt

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