Am Jüdischen Krankenhaus Berlin entsteht derzeit ein neues Bettenhaus, das den Standort in Gesundbrunnen grundlegend erweitert. Der Bau soll nicht nur zusätzliche Kapazitäten schaffen, sondern auch die medizinische Versorgung durch moderne Strukturen verbessern. Die Eröffnung erfolgt am Wochenende.

Der nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Anbau ist Teil des heutigen Klinikensembles und wird weiterhin genutzt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Am Standort des Jüdischen Krankenhauses Berlin entsteht ein dreigeschossiges Bettenhaus, das 121 Patientenzimmer umfasst. Mit der neuen Struktur wird Platz für insgesamt 214 Betten geschaffen, wobei ein Großteil der Kapazitäten in Ein- und Zweibettzimmern mit eigenem Bad untergebracht wird. Der Schwerpunkt des Neubaus liegt auf Stationen der Inneren Medizin, der Neurologie sowie der Neurologischen Früh-Rehabilitation. Auch chirurgische Betten sind vorgesehen, sodass das Spektrum der Versorgung erweitert werden kann. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf etwa 50 Millionen Euro, die das Krankenhaus durch ein eigenes Darlehen finanziert.
Die Grundsteinlegung für das Bauvorhaben erfolgte am 27. Juni 2022. In diesem Jahr soll der Neubau mit rund 11.400 Quadratmetern Bruttogeschossfläche fertiggestellt sein. Am Sonntag, den 21. September, lädt das Krankenhaus um 15 Uhr zu einem Rundgang ein, bei dem Interessierte die neuen Räumlichkeiten kennenlernen können. Damit geht ein wichtiger Schritt in der baulichen und organisatorischen Weiterentwicklung des traditionsreichen Standortes einher.
Architektur und Bauweise des Neubaus fürs JKB: Gestaltung und Nutzungsmöglichkeiten des Bettenhauses
Der Neubau trägt den Namen „Haus K“ und wird über einen zweigeschossigen Verbindungsgang an das bestehende Bettenhaus B angeschlossen. Mit dieser Lösung wird eine direkte Verbindung zwischen alter und neuer Gebäudestruktur geschaffen, was den Klinikbetrieb erleichtert und kurze Wege für Patientinnen und Patienten ermöglicht. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Gestaltung neuer Zimmer und des Daches, das als begrüntes Flachdach angelegt wird. Dadurch sollen ökologische Vorteile entstehen und gleichzeitig ein harmonisches Erscheinungsbild entstehen.
Auch der Innenhof des Neubaus erhält eine zentrale Bedeutung. Als grünes Herzstück konzipiert, bietet er Wasserspiele, Sitzgelegenheiten und einen Rundweg. Zusätzlich wird hier eine Gehschule eingerichtet, die Patientinnen und Patienten bei ihrer Rehabilitation unterstützt. Die Projektsteuerung liegt bei der HWP Planungsgesellschaft, die für den planmäßigen Ablauf verantwortlich ist. Damit entsteht ein Bau, der sowohl funktional als auch gestalterisch den Anforderungen einer modernen Klinik entspricht.
Geschichte des Jüdischen Krankenhauses: Entwicklung und Bedeutung des Krankenhauses in Berlin
Das Jüdische Krankenhaus in Berlin blickt auf eine mehr als 250-jährige Geschichte zurück. Bereits 1756 entstand das erste sogenannte „Juden-Lazarett“ in der Oranienburger Straße. Im Laufe der Jahre zog die Einrichtung mehrfach um und entwickelte sich zu einer anerkannten medizinischen Institution, die weit über die jüdische Gemeinde hinaus geschätzt wurde. 1914 erfolgte der Umzug an die Iranische Straße in Gesundbrunnen, wo das Krankenhaus bis heute seinen Standort hat.
Während der Zeit des Nationalsozialismus geriet die Klinik in eine existenziell bedrohliche Lage. Die Behandlung nichtjüdischer Patientinnen und Patienten wurde untersagt und die Arbeit der Mitarbeitenden stark eingeschränkt. Später diente das Krankenhaus als Sammel- und Deportationsort für Berliner Jüdinnen und Juden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte der Krankenhausbetrieb wieder aufgenommen werden und in den folgenden Jahrzehnten wurden zahlreiche bauliche Erweiterungen vorgenommen.
Zukunft der Klinik in Berlin Mitte: Kooperationen und medizinische Weiterentwicklung
Heute verfügt das Jüdische Krankenhaus über 384 Betten und beschäftigt rund 840 Mitarbeitende. Die Klinik hat den Status eines akademischen Lehrkrankenhauses der Charité und ist somit eng in die medizinische Ausbildung eingebunden. Mit dem Neubau wird nicht nur zusätzlicher Raum geschaffen, sondern auch die Grundlage gelegt, die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen zu vertiefen.
Für die kommenden Jahre ist eine engere Kooperation mit der Charité vorgesehen. Dabei sollen gemeinsame Kompetenzzentren entstehen und die digitale Vernetzung durch telemedizinische Angebote ausgebaut werden. Gleichzeitig wird an der Optimierung von Behandlungspfaden gearbeitet, um Patientinnen und Patienten künftig noch besser versorgen zu können. Das neue Bettenhaus bildet damit einen wichtigen Baustein in der langfristigen Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Berlin-Mitte.
Quellen: Jüdisches Krankenhaus Berlin, Stiftung des bürgerlichen Rechts, Wikipedia
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Schlechtes Bauhaus par excellence ! Grausam!