Am 30. März 2026 startet die neue S-Bahn-Linie S15 zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof ihren Betrieb. Damit geht der erste Abschnitt der seit 1992 geplanten S21 in Betrieb. Zugleich stellt sich die Frage, wie es mit der vollständigen Nord-Süd-Verbindung weitergeht.

Grafik ist der Interimsbahnsteig (hier noch mit „S21“ benannt)

Interimsbahnsteig der künftigen Nord-Süd-Verbindung am Hauptbahnhof: Ab dem 30. März 2026 nutzt die S15 Gleis 22 im nördlichen Tunnelbahnhof unter der Invalidenstraße. Die blau gestaltete Übergangs-Bahnstation mit barrierefreiem Zugang dient als Provisorium. Perspektivisch ist eine größere Station weiter südlich geplant. / © Visualisierung: Deutsche Bahn AG

© Titelbild: Wikimedia Commons, rail fox (flufftech.net), CC BY 4.0 

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Berlin wächst seit Jahren, deshalb steigt insbesondere auf der Nord-Süd-Achse der Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten. Die S21 soll das Netz neu ordnen und zugleich bessere Umsteigemöglichkeiten schaffen. Geplant sind Verknüpfungen zu U-Bahn-Linien, Regional- und Fernbahn-Strecken. Gleichzeitig soll der stark frequentierte Umsteigeknoten Friedrichstraße entlastet werden. Das Land Berlin beauftragte die Deutsche Bahn AG mit dem Vorhaben, Bund und Land finanzieren es gemeinsam.

Mit der S21 verfolgt Berlin seit Jahrzehnten das Ziel, eine zusätzliche Nord-Süd-Verbindung im S-Bahn-Netz zu schaffen. Die Strecke soll vom Nordring mit den Bahnhöfen Wedding und Westhafen über den Hauptbahnhof, den Potsdamer Platz und die Yorckstraße führen. Über die sogenannte Cheruskerkurve ist zudem eine Anbindung an den Berliner Südring vorgesehen. Dadurch soll diese neue Linie nördliche und südliche S-Bahnlinien sowie die Ringbahn direkt mit dem Hauptbahnhof verbinden und sie an die S3, S5, S7 und S9 anbinden.

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Inbetriebnahme der S15 für März 2026 geplant: Der erste Bauabschnitt zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof

Am 30. März 2026 nimmt die Linie S15 den Betrieb auf. Sie verkehrt zunächst zwischen Gesundbrunnen, Wedding und Hauptbahnhof. Die erste Fahrt startet um 4.13 Uhr in Gesundbrunnen, am Hauptbahnhof beginnt der Betrieb um 4.37 Uhr.

Der erste Bauabschnitt umfasst eine rund 3,9 Kilometer lange, zweigleisige Neubaustrecke in unterschiedlichen Höhenlagen. Am Hauptbahnhof nutzt die S15 zunächst Gleis 22 im nördlichen Tunnelbahnhof unter der Invalidenstraße. Diese Übergangs-Bahnstation soll später zurückgebaut werden.

Perspektivisch plant man einen neuen Halt unter dem Europaplatz und den Viaduktbrücken. Das wird allerdings noch einige Jahre dauern, allein die Eröffnung des ersten Bauabschnitts hat sich mehrere Male verzögert.

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© Visualisierung: Deutsche Bahn AG

Zweiter Bauabschnitt bis Potsdamer Platz: Tunnel durch das Regierungsviertel

Der zweite Bauabschnitt soll die Strecke vom Hauptbahnhof bis zum Potsdamer Platz verlängern. Vorgesehen ist ein 1,2 Kilometer langer, zweigleisiger Tunnel, der vollständig unterirdisch verläuft. Für die Inbetriebnahme strebt die Deutsche Bahn aktuell 2036 an. Der Bau und die Planung gelten als besonders anspruchsvoll, da die Strecke unter Regierungsgebäuden und mehreren Denkmälern hindurchführt.

Der Berliner Senat entschied sich im Dezember 2023 für die „Trassenvariante 12h“, bei der sich die beiden Tunnelröhren südlich des Hauptbahnhofs trennen. Die Trassen führen durch das gesamte Regierungsviertel. Südlich des Brandenburger Tors biegen sie in einen rund 400 Meter langen Tunnelabschnitt ein, der als Vorleistung errichtet wurde. Anfang Januar 2024 leitete die Deutsche Bahn das Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt ein, welches aktuell noch läuft.

Dritter Bauabschnitt und Ausblick: Weiterführung bis Yorckstraße und Südkreuz

Im dritten Bauabschnitt plant man die Weiterführung vom Potsdamer Platz über das Gleisdreieck zu den Bahnhöfen Yorckstraße und Yorckstraße Großgörschenstraße. Der Abschnitt ist rund 2,1 Kilometer lang. In einem weiteren Teilabschnitt, dem BA 3b, soll die Cheruskerkurve schließlich den Bahnhof Berlin Südkreuz anbinden.

Seit dem Baubeginn 2010 verschoben sich die Termine mehrfach. Probleme bei der Notstromversorgung, beim Einbau von Entrauchungsanlagen, umfangreiche Sicherheitsprüfungen sowie geänderte Normen verzögerten den Zeitplan.

Hinzu kamen Materialengpässe, Fachkräftemangel und komplexe Abstimmungen zwischen Behörden. Mit dem Betriebsbeginn der S15 erreicht die S21 nun immerhin einen ersten, sichtbaren Zwischenschritt. Bis zur vollständigen Nord-Süd-Verbindung bleibt es jedoch noch ein weiter Weg.

S Wedding
(Perleberger Brücke)
Hauptbahnhof
S Potsdamer Platz
(Gleisdreieck)
S Yorckstr. (Großgörschenstr.)
S Yorckstraße
S Julius-Leber-Brücke
S Südkreuz

Quellen: DB InfraGO AG, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Eisenbahn-Bundesamt

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One Comment

  1. Pierre Thier 7. März 2026 at 13:33 - Reply

    S-Bahn ist eine Tartanbahn
    S-Bahnhof Olympiastadion

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