Zwischen Berlin und Potsdam beginnt an einem geschichtsträchtigen Ort ein neues Kapitel: Am Wirtschaftshof von Schloss Glienicke starten die Bauarbeiten für ein Besucherzentrum, das künftig als Eingangstor zum UNESCO-Welterbe dienen soll.

Zum offiziellen Baustart am Schloss Glienicke kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Denkmalschutz zusammen, um den Beginn der Arbeiten am historischen Ort gemeinsam zu markieren. / © Foto: Konstantin Börner
© Titelbild / Visualisierung: bloomimages Berlin GmbH
Am 20. Mai 2026 haben in dem denkmalgeschützten Ensemble des Wirtschaftshofs von Schloss Glienicke die Bauarbeiten für ein neues Besucherzentrum begonnen. Der Standort im Bezirk Steglitz-Zehlendorf liegt unmittelbar an der Grenze zu Potsdam, in direkter Nachbarschaft der Glienicker Brücke. Damit befindet sich das Projekt an einem historischen Schnittpunkt deutscher Geschichte und Teilung.
- Standort: Wirtschaftshof Schloss Glienicke
- Projekt: Besucherzentrum / Eingangsportal UNESCO-Welterbe
- Bauherr & Management: Grün Berlin GmbH
- Geplante Bauzeit: Mai 2026 bis 2029
- Investitionsvolumen: ca. 11,66 Mio. Euro (90 % GRW-Förderung)
- Nutzung: Ausstellung, Information, Gastronomie, Service, barrierefrei
- Besonderheit: Denkmalgerechte Sanierung eines Ensembles von Ludwig Persius
Das Ensemble aus Turmgebäude, Remise und Konditorei wird im Zuge der Arbeiten umfassend instand gesetzt und künftig als Besucherzentrum mit Informations-, Ausstellungs- und Serviceangeboten genutzt. Verantwortlich für Entwicklung und Umsetzung ist die landeseigene Grün Berlin GmbH.
Baustart am Schloss Glienicke: Neues Besucherzentrum mit Außengastronomie
Ein zentraler Bestandteil der künftigen Nutzung ist die geplante Außengastronomie im Innenhof des Ensembles. Rund 60 Sitzplätze sollen dort entstehen und den historischen Hof als Aufenthalts- und Begegnungsort stärken. Die gastronomischen Angebote werden saisonal ausgerichtet und ergänzen die Funktionen des Besucherzentrums um eine niedrigschwellige Aufenthaltsqualität.
Die „Remise“, ein ehemaliges Stallgebäude, wird hierfür unter anderem Funktions- und Servicebereiche aufnehmen, während die „Konditorei“ zusätzliche Flächen für Ausstellung und Versorgung bietet. Ziel ist eine behutsame Einbindung moderner Nutzungen in die denkmalgeschützte Struktur, ohne den Charakter des Ensembles zu überformen.

Im Innenhof des Ensembles sind rund 60 Sitzplätze für eine künftige Außengastronomie vorgesehen, die den Aufenthalt für Besucherinnen und Besucher ergänzen sollen. / © Visualisierung: bloomimages Berlin GmbH
Behutsame Sanierung eines Denkmalensembles: Nutzung, Betrieb und Zeitplan
Die Bauarbeiten erfolgen schrittweise und unter denkmalpflegerischen Vorgaben. Zunächst werden nicht mehr historische Einbauten wie Trennwände, Technikräume und ergänzende Installationen zurückgebaut. Anschließend folgt die Wiederherstellung zentraler Raumstrukturen, insbesondere im Turmgebäude, das künftig als Eingangs- und Ausstellungsbereich dienen soll.
Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für das Jahr 2029 vorgesehen. Bis dahin sollen alle Gebäudeteile funktional und barrierefrei hergerichtet werden. Neben der baulichen Sanierung ist auch die technische Modernisierung Teil des Konzepts, darunter der Einsatz regenerativer Energiesysteme wie einer Wärmepumpe.
Berliner Eingangsportal zum UNESCO-Welterbe
Das neue Zentrum soll künftig als zentraler Anlaufpunkt für Besucherinnen und Besucher des UNESCO-Welterbe Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin dienen. Neben Informationen zu umliegenden Zielen wie Pfaueninsel, Marmorpalais oder Schloss Babelsberg sollen auch Themen der deutschen Teilung und des Mauerwegs vermittelt werden.
Mit dem Projekt entsteht damit ein neuer Vermittlungsort an der Peripherie der Hauptstadt, der historische Landschaft, Tourismus und Aufenthaltsqualität miteinander verbindet.
Schloss Glienicke
Quellen: Gruen Berlin GmbH
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