Der geplante Neubau der Berufsschule 19 für Medien und Technik in Hamburg-Farmsen verzögert sich erheblich und wird deutlich teurer als ursprünglich vorgesehen. Statt 40 Millionen Euro sind nun 63 Millionen Euro veranschlagt, die Fertigstellung verschiebt sich auf 2029. Politik und Verwaltung verweisen auf veränderte Anforderungen, während Kritiker von mangelnder Transparenz sprechen.

Der in den 1980er-Jahren errichtete Schulkomplex am Hermelinweg in Hamburg-Farmsen vereinte das Gymnasium Hermelinweg und die Gewerbeschule G 16, heutige Berufsschule BS19. Bereits 40 Jahre später wurde ein Großteil der markanten Architektur abgerissen, der Rest soll in den nächsten Jahren folgen. / © Foto: Wikimedia Commons, Minderbinder, CC BY-SA 4.0
© Fotos: Wikimedia Commons, Minderbinder, CC BY-SA 4.0
Die Berufsschule 19 (BS19) in Hamburg-Farmsen-Berne sollte ursprünglich bereits 2025 abgerissen und neu gebaut werden. Vorgesehen ist ein Standortwechsel auf das Gelände der Erich-Kästner-Schule am Hermelinweg. Der Neubau soll auf dem südlichen Sportplatzbereich entstehen, ergänzt durch ein neues Lehrschwimmbecken.
Nach aktuellem Stand verschiebt sich der Baubeginn jedoch auf 2027. Statt 2027, wie anfangs geplant, soll die Fertigstellung nun erst 2029 erfolgen. Damit verzögert sich das Projekt um insgesamt vier Jahre.
Kosten für den Schulneubau in Hamburg-Farmsen steigen auf 63 Millionen Euro: Kritik wächst
Neben der Zeitplanung sind auch die Kosten deutlich gestiegen. Ursprünglich war ein Budget von 40 Millionen Euro vorgesehen. Der Hamburger Senat geht nun von rund 63 Millionen Euro aus. Bereits Anfang 2025 war die Schätzung auf 59 Millionen Euro korrigiert worden, doch inzwischen liegt die Kalkulation noch einmal höher.
Der CDU-Abgeordnete Sandro Kappe sprach von einem massiven Planungsversagen. Er kritisierte, dass zentrale Bildungsprojekte unzuverlässig umgesetzt würden und die Betroffenen unter den Verzögerungen litten.
Neue Anforderungen und zusätzliche Ausstattung treiben die Kosten des Schulneubaus weiter in die Höhe
Die Finanzbehörde erklärte die Steigerungen mit veränderten pädagogischen und räumlichen Anforderungen. Neue Planungsansätze seien notwendig geworden, außerdem seien zusätzliche Ausstattungen eingeplant worden. Dazu gehören eine Mensa, Fachräume für Uhrmacher und Goldschmiede sowie ein Fernsehstudio.
Finanzsenator Andreas Dressel betonte, dass Anpassungen naturgemäß zu höheren Ausgaben führten. Man bemühe sich jedoch um eine transparente Kommunikation, auch wenn die Umplanungen zusätzliche Zeit in Anspruch nähmen, wie das Hamburger Abendblatt berichtet.
Verlängerung des Hermelinwegs soll Schulneubau und neues Quartier besser anbinden
Damit der Neubau funktional eingebunden wird, ist auch die Verlängerung des Hermelinwegs geplant. Rund 100 Meter sollen ergänzt werden, um eine bessere Erschließung des neuen Lehrschwimmbeckens und der Berufsschule sicherzustellen. Geplant sind eine neue Wendeanlage, Stellplätze für Schülerfahrdienste sowie zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten.
Parallel soll ein Geh- und Radweg entstehen, der das Schulgelände künftig mit dem geplanten Quartier „Marie-Bautz-Weg“ verbindet. Zudem werden neue Leitungen für Strom, Wärme und Entwässerung verlegt.
Abriss der Schulbauten aus den 1980er-Jahren sorgt für Kritik und Verlust architektonischer Substanz
Auf dem Campus Hermelinweg standen ursprünglich futuristische Schulbauten aus den 1980er-Jahren. Trotz ihres besonderen architektonischen Werts wurden sie nicht unter Denkmalschutz gestellt. Ab 2022 begann daher der Abriss, auch wenn Kritikerinnen und Kritiker die Entscheidung als Verlust von Bausubstanz und grauer Energie bewerteten.
Nur wenige Gebäude auf dem Gelände wurden saniert. Der überwiegende Teil der Anlage wird ersetzt, um Platz für den Neubau und die Hofflächen zu schaffen.
Neubau soll vielfältige Ausbildungsbereiche bündeln und Farmsen langfristig als Bildungsstandort stärken
Trotz aller Verzögerungen und Kritik bleibt das Ziel ein moderner Bildungsstandort in Farmsen. Die Berufsschule 19 soll weiterhin Lehrbereiche für Mechatronik, Medien- und Veranstaltungstechnik, Goldschmiede, Uhrmacher sowie eine Fachoberschule und eine Fachschule für Technik aufnehmen.
Nach der geplanten Fertigstellung 2029 wird der Standort auch stärker mit dem umliegenden Quartier verknüpft. Politik und Verwaltung sehen darin einen wichtigen Schritt zur Modernisierung der Hamburger Bildungslandschaft.
Quellen: Hamburg.de, Denkmalverein, Hamburger Abendblatt, Sandro Kappe CDU-Abgeordneter
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