Am Bebelplatz in Berlin-Mitte zeigt sich das neue Bernhard-Lichtenberg-Haus erstmals weitgehend ohne Gerüste. Der Neubau von Max Dudler soll gemeinsam mit der runderneuerten Sankt-Hedwigs-Kathedrale das neue katholische Forum „Sankt Hedwig Mitte“ bilden.

Klare Gliederung und tiefe Fensteröffnungen prägen die neue Sandsteinfassade des Bernhard-Lichtenberg-Hauses nach Plänen von Max Dudler Architekten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Am südlichen Rand des Bebelplatzes in Berlin-Mitte entsteht derzeit das neue Bernhard-Lichtenberg-Haus. Das Gebäude gehört zum Projekt „Sankt Hedwig Mitte“, mit dem das Umfeld der Sankt-Hedwigs-Kathedrale neu geordnet wird.
Der Neubau ersetzt einen Gebäudetrakt aus den 1970er-Jahren, der früher Teil des Ensembles war. Dieser westliche Flügel wurde bereits abgerissen, um Platz für einen Neubau zu schaffen. Der historische Altbau aus dem Jahr 1914 bleibt dagegen erhalten und wird parallel saniert.
Bernhard-Lichtenberg-Haus: Neubau am Bebelplatz nach Entwurf von Max Dudler

So soll der fertige Neubau an der St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin-Mitte nach seiner Fertigstellung aussehen. Verantwortlich für das architektonische Konzept ist das Büro Max Dudler. / © Visualisierung: Max Dudler Architekten
Der neue Gebäudeteil entsteht nach Plänen des Berliner Architekturbüros Max Dudler, das sich 2020 in einem europaweiten Wettbewerb durchsetzen konnte. Der Entwurf orientiert sich bewusst am historischen Bestand und soll den Neubau architektonisch eng mit dem Altbau verbinden.
Dieser Ansatz ist inzwischen auch auf der Baustelle sichtbar, die neue Sandsteinfassade des Neubaus wurde mittlerweile von den Gerüsten befreit und lässt sich von allen Seiten begutachten. Die Fassade soll die klare und zurückhaltende Formensprache des Bestandsgebäudes aufnehmen, so die Architekten.
„Der Neubau rückt leicht vom Altbau ab und schafft so eine Öffnung zur Französischen Straße, die der Kathedrale neue Präsenz verleiht. Auf diese Weise entwickeln Alt- und Neubau mit der Kathedrale einen Dreiklang als städtebauliches Ensemble. Die neue Architektur versteht sich als Transformation des neoklassizistischen Nachbarn. Die rhythmisierte Natursteinfassade führt die Fensteröffnungen des Altbaus fort und verleiht auch der Gasse zum Bebelplatz neue Qualität.“
ANZEIGEMax Dudler Architekten

Der Neubau des Bernhard-Lichtenberg-Hauses zeigt sich inzwischen weitgehend ohne Gerüste. Die helle Natursteinfassade soll sich bewusst an der Architektur des historischen Umfelds orientieren. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Bebelplatz: Neuer Durchgang zwischen Hedwigskirchengasse und Französischer Straße
Zwischen Altbau und neuem Gebäudeflügel entsteht ein schmaler Verbindungstrakt. Dieser soll künftig einen öffentlichen Durchgang von der Hedwigskirchengasse zur Französischen Straße ermöglichen und das Ensemble stärker mit dem umliegenden Stadtraum verknüpfen. Das war bislang nicht möglich.
Im Erdgeschoss des Neubaus sind ein öffentlich zugängliches Café sowie Ausstellungsflächen vorgesehen. Hinzu kommen Veranstaltungs- und Seminarräume sowie weitere kirchliche Nutzungen.
„Sankt Hedwig Mitte“: Wohnungen und kirchliche Nutzungen im Neubau
In den oberen Geschossen entstehen zudem Wohnungen, darunter Dienstwohnungen für das Erzbistum Berlin und eine Residenz für den Berliner Erzbischof. Damit vereint das Projekt kirchliche, kulturelle und soziale Nutzungen an einem zentralen Ort in Berlin-Mitte.
Gemeinsam mit der neu gestalteten Sankt-Hedwigs-Kathedrale soll das Bernhard-Lichtenberg-Haus künftig das katholische Forum „Sankt Hedwig Mitte“ bilden. Geplant ist ein offener Ort für Begegnung, Austausch und Veranstaltungen.

Alt und Neu unmittelbar nebeneinander: Während der historische Gebäudeteil noch saniert wird, ist die Fassade des Neubaus bereits weitgehend fertiggestellt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: SANKT HEDWIGS-KATHEDRALE, Max Dudler
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6 Kommentare
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Ob in Limburg, in Passau oder sonstwo in Deutschland, überall, wo die kath. Kirche in den letzten Jahren und Jahrzenten einen Neubau neben ein hist. Gebäude gesetzt hat, durfte ich feststellen: furchtbar!
Die kath. Kirche in Deutschland ist politisch orientierungslos und anpasslerisch an den Zeitgeist geworden. Man kann es ihr ganz gut an der armseligen und kalten, öden Architektur ansehen. Geistige Heimat bietet sie nicht mehr. Gut, dass ich schon vor 35 Jahren aus der kath.Kirche ausgetreten bin.
Was eine wahrlose, unsinnige Vermischung von Themen.
Ich finde den Bau ganz gelungen und eine schlichte moderne Ergänzung zum vorhandenen Altbau.
Sie hätten lieber etwas historisierendes oder eine Stuckfassade? Auch den Bischofssitz in Limburg halte ich für extrem gut gelungen.
Wir schreiben das Jahr 2026 und da baut man schlicht und modern und das ist auch gut so.
Bei Limburg bin ich ganz bei Ihnen, bei diesem Berliner Bau nicht!
Wer Dudler Architekten beauftragt, ist selber schuld!
Wenn ich mir eine ganze Stadt in diesem – wie Sie es nennen- „schlichten und modernen“ Stil vorstelle, dann gute Nacht. Kein Tourist würde eine solche Stadt besuchen wollen..
Es gibt auch noch etwas anderes, als historisierende Stuckfassaden. Das was da gebaut wird ist ja fast schon faschistisch. Wem es an Kreativität und ästhetischem Feingefühl fehlt, der sollte sich nicht als Architekt austoben.
Das was Sie als „moderne Ergänzung“ bezeichnen, das ist in meinen Augen eher eine Verlegenheit, ein schlecht kaschiertes Armutszeugnis im Hinblick auf Talent und Kreativität.
So sieht Kirche also heute aus, Bunker Optik und völlig leere Räume.
Nach der Fertigstellung der Kathedrale war eh kaum was zu erwarten.
Es ist einfach traurig wie wenig Phantasie heute die Architektur an den Tag bringt.
Im Vergleich zu den gotischen Bauten der Vergangenheit ist das wirklich ernüchternd.
Typische Seelenlose Gebäude die in 100 Jahren wohl niemand andächtig bestaunen wird.