Anlässlich des internationalen Tags gegen Lärm rückt die Verkehrssituation in Berlin erneut in den Fokus. Das Aktionsbündnis „A100 stoppen“ weist auf hohe Lärmbelastungen entlang der A100 hin, während der „BUND Berlin“ die aktuelle Verkehrspolitik kritisiert.

Die strategischen Lärmkarten 2022 zeigen die Belastung durch Straßenverkehr in Berlin. Entlang der A100 werden dabei Werte von teils über 75 dB(A) erreicht und liegen damit deutlich über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. / © Abbildung: Aktionsbündnis A100 stoppen
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Anlässlich des Tags gegen Lärm hat das Aktionsbündnis „A100 stoppen“ auf die aus seiner Sicht hohe Belastung durch Verkehrslärm hingewiesen. Grundlage sind unter anderem die strategischen Lärmkarten von 2022 sowie Daten des Berliner Senats. Demnach liegen die gemessenen Werte entlang der Stadtautobahn teils deutlich über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation, die einen Grenzwert von 53 Dezibel nennt. Entlang der A100 werden laut A100 stoppen Werte von über 75 Dezibel erreicht.
Auch nachts bleibt die Belastung hoch. In vielen angrenzenden Wohngebieten werden laut den vorliegenden Daten Werte zwischen 60 und 70 Dezibel gemessen. Das Bündnis verweist darauf, dass bereits niedrigere Werte als gesundheitlich kritisch gelten. Zudem sei ein neuer Lärmschwerpunkt im Bereich Treptow entstanden, der in den bisherigen Karten noch nicht berücksichtigt sei, da diese auf älteren Daten basieren.
Belastung rund um die A100 in Berlin: Einschätzungen zum Weiterbau der Stadtautobahn
Nach Darstellung des Aktionsbündnisses hat sich die Situation insbesondere seit der Verlängerung der A100 bis nach Treptow verändert. Am Bereich rund um Elsenstraße und Elsenbrücke konzentriere sich der Verkehr, wodurch zusätzliche Belastungen für angrenzende Quartiere entstünden. Die vorhandene Infrastruktur stoße dort nach Einschätzung des Bündnisses an ihre Grenzen.
Vor diesem Hintergrund fordert das Bündnis einen Stopp des weiteren Ausbaus der Autobahn. Insbesondere ein Weiterbau in Richtung Friedrichshain und Lichtenberg würde aus seiner Sicht dazu führen, dass zusätzliche Anwohner von Verkehrslärm betroffen wären. Als Begründung verweist das Bündnis auf bekannte gesundheitliche Risiken durch dauerhafte Lärmbelastung, darunter Herz Kreislauf Erkrankungen, Schlafstörungen sowie erhöhte Stressbelastung.
Verkehrspolitik in Berlin: BUND kritisiert aktuelle Maßnahmen
Auch die allgemeine Verkehrspolitik steht in der Diskussion. Der Umweltverband „BUND Berlin“ kritisiert, dass aus seiner Sicht wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit nicht umgesetzt oder teilweise zurückgenommen werden. Als Beispiele nennt der Verband unter anderem die Aufhebung von Tempo 30 auf einzelnen Straßen sowie geplante Änderungen an Bus und Radspuren.
Darüber hinaus verweist der Verband auf Anpassungen im Mobilitätsgesetz und eine aus seiner Sicht unzureichende Kontrolle von Verkehrsverstößen. Die sogenannte Vision Zero, also das Ziel von null Verkehrstoten, werde nach Einschätzung des BUND nicht konsequent verfolgt. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass andere Städte wie Helsinki zeigen, dass entsprechende Maßnahmen grundsätzlich umsetzbar seien.
Quellen: A100 stoppen!, BUND Berlin
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Lärm macht krank.
Lärm wird m.E. in Berlin weder ausreichend erhoben noch bekämpft. Weder an Autobahnen noch an den Hauptverkehrsachsen oder Nebenstraßen. Auch wenn Erkenntnisse oder Indizien zu einer Lärmbelastung vorliegen.
Es gibt viele mögliche Gegenmaßnahmen – von Tunnelführung über Lärmschutzwände und Flüsterasphalt zu Lärmschutzfenstern oder Tempolimits). Wenn auch diese nicht reichen bleibt nur noch die Reduzierung des Verkehrs.
All das wird bei Planungen oder auch bei erkannten Lärmproblemen weder bedacht noch ausgeführt.
Hier besteht ein massives Defizit.
Baut den ÖPNV aus.
Reduziert den Individual-PKW-Verkehr in der Stadt durch Einschränkungen.
Baut Lärmschutzanlagen bzw. Gleich im Tunnel.
Sorgt dafür, dass Lärmschutzfenster auch in Mietshäusern eingebaut werden.