Nach jahrzehntelanger Planung startet die neue S-Bahn-Linie S15 am 30. März 2026 zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof. Damit geht der erste Abschnitt der lange diskutierten S21-Verbindung in Betrieb, zunächst mit einer Übergangslösung am Hauptbahnhof.

Foto von einem roten FEX-Zug mit Schriftzug "Flughafen-Express"

Der Flughafen-Express FEX fährt seit Dezember 2025 über Potsdamer Platz und Südkreuz. Sein ehemaliger Halt Gesundbrunnen soll ab März von der neuen S-Bahnlinie S15 abgedeckt werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Pedant01

© Titelbild: Deutsche Bahn AG

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Der Start der neuen S-Bahn-Linie S15 steht unmittelbar bevor: Am Montag, den 30. März 2026, sollen die ersten Züge zwischen Gesundbrunnen, Wedding und Hauptbahnhof verkehren. Laut Fahrplanauskunft fährt die erste Bahn um 4.13 Uhr in Gesundbrunnen ab, am Hauptbahnhof startet der Betrieb um 4.37 Uhr.

Noch im Herbst 2025 war von einer Inbetriebnahme am 28. März die Rede – nun gilt der 30. März als verbindlicher Termin. Eine offizielle Stellungnahme der Deutschen Bahn AG gibt es bislang allerdings nicht.

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Provisorium: S15 nutzt am Hauptbahnhof eine neue Übergangs-Bahnstation

Am Hauptbahnhof nutzt die S15 zunächst Gleis 22 im nördlichen Tunnelbahnhof unter der Invalidenstraße. Diese in Blau gestaltete Station ist allerdings nur eine Übergangslösung: Der Mittelbahnsteig soll später zurückgebaut werden.

Perspektivisch ist ein neuer Halt weiter südlich unter dem Europaplatz und den Viaduktbrücken des Hauptbahnhofs vorgesehen. Mit dem 30. März 2026 erhält Berlin damit einen weiteren Baustein im lange geplanten Nord-Süd-Ausbau der S-Bahn.

In Planung seit 1992: Warum sich die Bauarbeiten der S-Bahn-Strecke S21 immer wieder verzögerten

Seit 1992 plant die Deutsche Bahn das Nahverkehrsprojekt. Der erste Bauabschnitt sollte ursprünglich 2017 fertiggestellt sein, Baubeginn der Teilstrecke war bereits 2010. Doch die Realisierung der S15 verzögerte sich immer wieder: Angekündigte Eröffnungstermine wurden verschoben, Ende 2024 galt Dezember 2025 noch als realistisch, nun wird es Ende März 2026.

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Gründe waren unter anderem Probleme bei der Abnahme der Notstromversorgung, der Einbau von Entrauchungsanlagen, umfangreiche Sicherheitsprüfungen sowie zwischenzeitlich geänderte Normen.

Langzeitprojekt S15: Komplexe Abstimmungen, Fachkräftemangel und Materialengpässe

Hinzu kamen Materialengpässe, Fachkräftemangel und komplexe Abstimmungen zwischen Behörden. Im Betrieb soll die S15 zunächst zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof verkehren, wo der oben erwähnte Interimsbahnsteig genutzt wird. Perspektivisch ist ein zusätzlicher Halt an der Perleberger Brücke zur Anbindung des Europaviertels geplant, dieser befindet sich jedoch noch nicht im Planfeststellungsverfahren.

Die neue Linie gewinnt zusätzlich an Bedeutung, weil der FEX seit Dezember 2025 über Potsdamer Platz und Südkreuz statt über Ostkreuz und Gesundbrunnen geführt wird. Damit übernimmt die S15 eine wichtige Funktion für die nördlichen Stadtteile – wenn sie denn am 30. März 2026 tatsächlich in Betrieb geht.

Auf dieser Grafik ist der Interimsbahnsteig (hier noch mit „S21“ benannt) zu erkennen, der ab 30. März 2026 angefahren wird. Zukünftig soll aber ein größerer Bahnsteig unter der Stadtbahntrasse realisiert werden. / © Visualisierung: Deutsche Bahn AG

Quellen: Brunnenmagazin, Deutsche Bahn AG, rbb, Tagesspiegel, BERLIN LIVE, Berliner Morgenpost, DIE ZEIT

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7 Kommentare

  1. Armin 1. März 2026 at 02:26 - Reply

    Grafik ist nicht ganz richtig.
    Wenn ich vom Naturkunde museum mit der tram komme und direkt zur U5 runter gehe komme ich im 1. drittel mit den bshnsteigen 1 – 8 raus und das bhf glas- stahlgebäude ist über mir,
    Hier wird es anders dargestellt

  2. Lino 1. März 2026 at 11:56 - Reply

    Als ob diese Linie nötig gewesen wäre… Man konnte nicht einfach die U6 nehmen? Das ganze Stadtcenter ist schon extrem gut angebunden, stattdessen sollte man mal die Außenbezirke besser anbinden oder sich um die Peripherverbindungen kümmern, zB. Die Nahverkehrstangente (S Springpfuhl mit S Grünau verbinden), oder der Ausbau der U8 ins märkische Viertel der schon seit Jahrzehnten versprochen wird… Nein es muss noch ein überflüssiges Prestigeprojekt für den Hauptbahnhof sein.

  3. Klaus Richter 1. März 2026 at 12:22 - Reply

    Die Straßenbahnhalte vor dem Hauptbahnhof heißt „Hauptbahnhof“.

    • Klaus Richter 1. März 2026 at 15:18 - Reply

      Ein Trauerspiel der Inkompetenz und des Versagens. 30 Jahre, nachdem das sog. Pilzkonzept für die Neuordnung des Bahnverkehrs in Berlin entschieden wurde, wird immer noch an einer vernünftigen Anbindung des Hauptbahnhofs an den schienengebundenen ÖPNV gefrickelt, gebosselt, gestümpert. Statt gleich bei Bau der Tiergartentunnel und des Untergeschosses des Bahnhofs einen vernünftigen und direkt eingebundenen U- und S-Bahnhof mitzuplanen, wurde am falschen Ende gespart (wie beim eigentlichen Hauptbahnhof) und heute werden für das doppelt- und dreifache Notlösungen nachgeliefert: S- und U-Bahnhof mit vermeidbaren langen Umsteigewegen, der absolut notwendige und unverständlicherweise nicht gleich mitgebaute (zumindest als grobe Bauvorleistung) S-Bahnhof Perleberger Brücke wird irgendwann irgendwie an dieselbe drangeschraubt werden, die im zweiten Bauabschnitt vorgesehene komplizierte Umfahrung des Reichstags zu beiden Seiten im Untergrund statt eines schon vorgebauten Tunnels zusammen mit den anderen (Fern-/Regionalbahn und MIV)… und genauso geht es heute weiter, siehe Verunmöglichmachung eines weiteren Regionalhalts im Berliner Süden beim Wiederaufbau der Dresdner Bahn.

      • Anokata 1. März 2026 at 15:44 - Reply

        Ist ja leider Standard. Gefühlt müsste jedesmal selbst entschieden werden um solche vermeidbaren Fehler zu minimieren. Perlenberger Brücke ist nur eines von vielen Beispielen, gleichen Fehler will man ja gerade am Pankower Nordkreuz bewusst??? machen wo absehbar ist das später wieder für Geld nicht nur jahrelange Beeinträchtigungen auf jeden zukommen. Wenn man doch weiß das perspektivisch eine Erweiterung oder Vergrößerung geplant ist, warum dann darauf verzichten? -.-

  4. Arne 2. März 2026 at 20:47 - Reply

    Eine S-Bahn, die kaum jemand nutzen wird. Dafür ist sie viel zu kurz. Warum wird sie nicht sinnvoll nach Frohnau, Oranienburg (S1), oder Pankow, Buch, Bernau (S2) verlängert?

    Tippe mal, dass irgendjemand Geld zurückzahlen muss, wenn zumindest kein Stummelstrecke eröffnet wird. Damals gab es auch nur deshalb die U55.

  5. Leander 4. März 2026 at 21:34 - Reply

    @Arne es ist ja geplant die Strecke deutlich weiterzuführen als nur bis zum Gesundbrunnen, es gibt ja auch den Abzweig Richtung Westhafen. Doch die Ringbahnstrecke ist bereits überlastet und kann nicht mehr Bahnen aufnehmen, ohne auf moderne Signaltechnik aufzurüsten, weswegen diese Strecke mind. bis 2029 nicht weitergehen wird, auch wenn die Gleise vorhanden wären. Gleiches gilt für die Nord-Süd-Strecke.

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