Berlins Beherbergungsmarkt wächst, aber ungleichmäßig verteilt. Während in einigen Bezirken zahlreiche Neubauten geplant sind und bestehende Gebäude umgenutzt werden, bleibt die Entwicklung in anderen Teilen der Stadt überschaubar. 

Zu sehen ist ein mehrgeschossiges Gebäude eines a&o Hostels mit heller Fassade und großen Fensterreihen. Vor dem Gebäude verläuft eine Straße mit parkenden Autos, während im Hintergrund weitere Büro- und Hotelbauten zu erkennen sind.

Neues Hostelprojekt von a&o in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg: In unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie entsteht bis 2027 der fünfte Standort der Budgetkette in der Hauptstadt. Mit der Eröffnung wächst die Kapazität der Marke auf insgesamt rund 8.000 Betten in Berlin. / © Foto: a&o Hostels

© Titelbild / Visualisierung: Pätzold Architekten

ANZEIGE

 

Berlin verfügt bereits über eine große Zahl an Beherbergungsbetrieben: Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg weist für Februar 2026 insgesamt über 700 entsprechende Einrichtungen aus – von Hotels über Pensionen bis hin zu Jugendherbergen und Ferienunterkünften. Zu den prägenden Entwicklungen zählen derzeit größere Vorhaben wie der Estrel Tower oder das Hotel „Villa Viva Holzmarkt“.

Eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Julian Schwarze (Grüne) an die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe gibt nun zusätzlich Aufschluss über weitere geplante und bereits genehmigte Vorhaben in den Bezirken. Dabei sticht vor allem Friedrichshain-Kreuzberg mit mehreren größeren Projekten hervor.

ANZEIGE

Zahlreiche Hotel- und Unterkunftsprojekte in Friedrichshain-Kreuzberg

Allein an der Rudi-Dutschke-Straße wurde eine Baugenehmigung für 607 Zimmer erteilt, während an der Zeughofstraße ein weiteres Hotel mit 250 bis 500 Betten vorgesehen ist. Hinzu kommt die Umnutzung von Büroflächen an der Skalitzer Straße mit 210 zusätzlichen Betten.

Auch Lichtenberg entwickelt sich rasant. An der Hauptstraße 1G entstehen 352 Betten mit 196 Zimmern, und an der Bornitzstraße 102 plant der Bezirk sogar 512 Betten, allerdings für Geflüchtete und Asylsuchende. Ebenso tut sich Treptow-Köpenick hervor: An der Fanny-Zobel-Straße plant ein Investor eine Beherbergungsstätte mit 622 Betten und 311 Zimmern, und weitere Vorhaben im Umfeld ergänzen das Bild.

Hotelprojekte in Berlins Süd-Westen: Wachstum in der City West und viele Kleinprojekte im Süden

Im Westen der Stadt treibt vor allem Charlottenburg-Wilmersdorf die Entwicklung voran. Das Bezirksamt hat am Salzufer 357 Betten genehmigt, an der Hardenbergstraße kommen 316 Betten hinzu und an der Bundesallee weitere 142.

ANZEIGE

Allerdings zeigt der Bezirk auch, dass der Markt nicht nur wächst: Das Hotel Mondial hat seinen Betrieb eingestellt, und der Eigentümer plant dort nun ein Bürogebäude. Neukölln hingegen verzeichnet zwar viele Projekte, doch die meisten davon sind kleinteilig und umfassen lediglich zwei bis 38 Zimmer.

Schließungen und Umnutzung von Beherbergungsbetrieben: Was die Statistik nicht erfasst

Die Datenlage zu Hotelschließungen bleibt in weiten Teilen lückenhaft. Mehrere Bezirke erklären gegenüber der Senatsverwaltung, dass sie Betriebsaufgaben bauaufsichtlich nicht erfassen. Pankow geht noch weiter und teilt mit, dass dem Bezirksamt schlicht die personellen Ressourcen fehlen, um die Anfrage überhaupt zu beantworten.

Deutlicher erkennbar ist dagegen ein anderer Trend: Immer mehr Hotels und Hostels wechseln ihre Nutzung hin zu sozialen Einrichtungen. In Marzahn-Hellersdorf hat das Bezirksamt ein Hotel in eine Unterkunft für wohnungslose und geflüchtete Menschen umgewandelt und ein Hostel zu einem Wohnheim gemacht.

ANZEIGE

In Lichtenberg und Spandau laufen weitere Umnutzungen dieser Art. Der Markt wächst also an vielen Stellen, gibt aber an anderen gleichzeitig Kapazitäten ab, ohne dass die Statistik das bislang vollständig abbildet.

 

Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

2 Kommentare

  1. T Rauhe 24. April 2026 at 15:42 - Reply

    Apropos Holzmarkt: Was ist denn Stand beim „Haus eins“, dem Holzhochhaus was da geplant war? Da ist ja jetzt seit drei Jahren gefühlt Funkstille. Wird das Projekt noch vorangetrieben? Dazu wäre mal ein Artikel zum aktuellen Stand wünschenswert :)

  2. Alex 24. April 2026 at 20:21 - Reply

    ….da gäbe es noch weitere Projekte in der Holzmarktstraße von den man lange nichts gehört hat bzw. es auf der Baustelle nicht weitergeht?!? z.B. JAHO – WieWeil – Schwimmhalle – Holzmarkt 51 etc.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.