Arbeiten ist längst mehr als nur Büro. Es geht um Räume, die inspirieren, verbinden, sich wandeln lassen. Doch wie verändern sich Arbeitsorte in einer Zeit, in der Flexibilität, Nachhaltigkeit und urbane Lebensqualität neue Maßstäbe setzen? ENTWICKLUNGSSTADT stellt fünf zukunftsweisende Gewerbestandorte in Berlin vor, die zeigen, wie Architektur und Nutzung neu gedacht werden.

In Moabit entsteht derzeit das Gewerbeprojekt „CHARLOTTE“, mit Blick auf die Spree und guter ÖPNV-Anbindung. Das geplante Labor- und Bürogebäude soll zum Herzstück eines neuen Wissenschaftsclusters im Spreebogen werden. / © Visualisierung: Squarebytes GmbH
© Foto Titelbild: Artefactory / PATRIZIA
In Zeiten digitaler Transformation, hybrider Arbeitsmodelle und steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit und Aufenthaltsqualität verändert sich auch das, was wir unter einem Arbeitsplatz verstehen. Klassische Büros weichen flexiblen, identitätsstiftenden Räumen, die Arbeit in ein neues Verhältnis zur Stadt setzen.
Besonders in Berlin entstehen derzeit innovative Gewerbestandorte, die mehr sein wollen als nur Orte des Arbeitens; sie sollen Motoren einer neuen urbanen Entwicklung werden. Die Grenzen zwischen Wohnen, Arbeiten und Freizeit verschwimmen dabei zunehmend.
ENTWICKLUNGSSTADT stellt fünf Projekte vor, die mit neuen Raumkonzepten und architektonischer Qualität den Wandel der Arbeitswelt konkret machen – und zeigen, wie urbane Arbeit von morgen aussehen kann.
Neue Räume für neue Ideen: In Moabit entsteht das Gewerbeprojekt „CHARLOTTE“
Mit „CHARLOTTE“ entsteht derzeit in Berlin-Moabit ein hybrider Arbeitsort mit Spreeblick, der High-End-Labore und flexible Büroflächen vereinen wird, geeignet auch für Unternehmen außerhalb von Wissenschaft und Forschung. In zentraler Lage am Spreebogen treffen moderne Architektur, nachhaltige Technik und maximale Flächennutzung auf eine gute ÖPNV-Anbindung.
Die architektonische Planung stammt vom renommierten Büro Telluride und setzt auf eine moderne, klare Formensprache mit viel Licht, offenen Strukturen und natürlichen Materialien wie Holz, Glas und Sichtbeton. Die lichten Raumhöhen von bis zu vier Metern im Erdgeschoss und 3,50 Metern in den Obergeschossen sorgen für ein großzügiges Raumgefühl.
Benannt ist das Projekt nach der Wissenschaftlerin Charlotte Auerbach, einer Pionierin der Genetik, deren interdisziplinärer Ansatz auch das Konzept des Gebäudes inspiriert hat. In ihren Fußstapfen schafft „CHARLOTTE“ Raum für neue Ideen, innovative Projekte – und vor allem für agile Arbeitswelten, die Forschung, Wirtschaft und Kreativszene verbinden können.
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Vom Paketumschlag zur Ideenfabrik: Der Berliner Postbahnhof im Wandel
Wo einst Pakete über Förderbänder rollten, entstehen heute kreative Bürolandschaften für die Arbeitswelt von morgen. Der Berliner Postbahnhof in Friedrichshain wird zum vielseitigen Zentrum für neue Ideen, moderne Arbeit und historische Identität. In diesem Jahr soll der aufwendige Transformationsprozess abgeschlossen werden.
Der Postbahnhof wurde im Jahr 1907 in Betrieb genommen und entwickelte sich rasch zu einem zentralen Umschlagplatz für den Bahnpostverkehr in Berlin und ganz Ostdeutschland. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der veränderten Infrastruktur verlor das Gelände an Bedeutung, blieb jedoch als bauliches Zeugnis der Industrie- und Verkehrsgeschichte erhalten.
Heute, über 100 Jahre später, steht das Ensemble erneut vor einem Wandel; vom Warenumschlagplatz zur Ideenfabrik. Die Planer der „New Work Station“ sehen das denkmalgeschützte Areal nicht nur als Ort der Arbeit, sondern als Zentrum für Begegnung, Austausch und Innovation.
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Oberschöneweide: Nachhaltiges Stadtquartier „BE-U“ am Behrens-Ufer
Am Behrens-Ufer im Berliner Stadtteil Oberschöneweide soll aus einem ehemaligen Industrie-Areal ein lebenswertes, nachhaltiges Stadtquartier entwickelt werden. Für rund 1,1 Milliarden Euro sollen Flächen für Arbeit und Forschung sowie Gastronomie und Freizeitangebote entstehen. Das Projekt mit dem Namen „BE-U“ ist eines der größten Gewerbeprojekte Berlins.
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Schmargendorf: Gewerbeprojekt „Go West“ entsteht auf Reemtsma-Areal
Im Berliner Stadtteil Schmargendorf im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf entsteht mit dem Projekt „GoWest“ das größte Gewerbehöfequartier Berlins. Rund eine Milliarde Euro wird in das Bauvorhaben investiert, das auf einem knapp acht Hektar großen Gelände entsteht.
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Neue BSR-Zentrale: Bauprojekt startet 2026 am Südkreuz
Ab 2026 soll der Bau der neuen BSR-Unternehmenszentrale am Bahnhof Südkreuz beginnen, rund 190 Millionen Euro soll das Projekt nach jetzigem Stand kosten. Im Zuge des Projekts soll auch ein Hochhaus mit 17 Etagen entstehen. Nachhaltigkeit und klimaorientiertes Bauen sollen beim gesamten Projekt sowieso eine zentrale Rolle spielen.
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Postbahnhof
CHARLOTTE
BE-U Oberschöneweide
GO West Schmargendorf
BSR Zentrale Südkreuz
Quellen: Driven Investment GmbH, Telluride Architektur, Deutsches Architektur Forum, Squarebytes GmbH, BNP Paribas Real Estate, Architektur Urbanistik Berlin, Wikipedia, PATRIZIA, DIEAG , DIE WOHNKOMPANIE Berlin GmbH & Co. KG, ARGE Franz&Sue, BSR, Schenker Salvi Weber
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