Berlins Büromarkt gilt seit Jahren als Messwert für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Nach mehreren verhaltenen Jahren zeigt sich nun ein Aufschwung bei der Vermietung, während sich der Investmentmarkt weiterhin zurückhaltend zeigt.

Das Foto zeigt das fertiggestellte John Jahr Haus in der Berliner City West an der Kurfürstenstraße 72–74 mit Natursteinfassade und 17 Geschossen.

Das „John Jahr Haus“ an der Kurfürstenstraße in der City West ist fertiggestellt. Als Ankermieter zieht ab November 2026 die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton auf rund 5.000 Quadratmetern Bürofläche ein. / © Foto: HAMBURG TEAM

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut dem Immobiliendienstleister CBRE in Berlin 385.500 Quadratmeter Bürofläche vermietet. Das entspricht einem Plus von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und markiert das stärkste erste Halbjahr seit Jahren. Der Anstieg reiht sich damit in eine Reihe positiver Signale ein, die zuletzt auch von anderen Berliner Großprojekten wie der Europacity oder der Mediaspree ausgingen.

Neben zahlreichen kleineren Abschlüssen kehrten auch großflächige Anmietungen zurück, die in den vergangenen Jahren spürbar gefehlt hatten. Marc Vollmer, Head of Office Leasing Berlin bei CBRE, erklärte, der Markt habe deutlich an Dynamik gewonnen und Unternehmen träfen wieder verstärkt langfristige Standortentscheidungen.

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Hohe Nachfrage in zentralen Lagen: Spitzenmieten ziehen weiter an

Die Fassade des Gebäudes "Equalizer" in Mitte zeigt sich in unterschiedlichen Rottönen.

Das Bürogebäude RED City West („Equalizer“) ist seit Ende April fertiggestellt. Ab September 2026 zieht der Verband der Beratenden Ingenieure (VBI) ein, einen Monat später folgt die TROX SE. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die Nachfrage konzentriert sich weiterhin auf moderne Flächen in zentralen Lagen, allen voran die City West. Dort stieg die Spitzenmiete innerhalb von zwölf Monaten um 4,5 Prozent auf 46,50 Euro pro Quadratmeter und Monat. Auch neue Cluster wie der Hackesche Markt und die Europacity rund um den Hauptbahnhof gewinnen für technologieorientierte Unternehmen zunehmend an Bedeutung.

Gleichzeitig gerieten ältere Bestandsflächen und weniger zentrale Standorte zunehmend unter Druck. Die Leerstandsquote blieb dennoch stabil bei 8,4 Prozent, da im zweiten Quartal kaum neue Flächen auf den Markt kamen.

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Diese Entwicklung deckt sich mit einem Trend, der sich auch bei anderen Berliner Bauprojekten beobachten lässt: Sanierung und Repositionierung bestehender Gebäude rücken stärker in den Fokus als reine Neubauten.

Berlins Investmentmarkt: Transaktionsvolumen leicht rückläufig

Anders stellt sich die Lage beim Immobilieninvestment dar. Das Transaktionsvolumen sank um 13 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, dennoch blieb Berlin volumenstärkster Standort unter den deutschen Top-7-Märkten. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die den Berliner Markt schon länger prägt: Käufer agieren selektiver als noch vor einigen Jahren.

Steffen Pulvermacher, Head of Investment Berlin & Region East bei CBRE, betonte, die Nachfrage konzentriere sich vor allem auf Objekte mit überzeugender Lage oder klarem Wertsteigerungspotenzial. Wohnimmobilien blieben dabei die volumenstärkste Assetklasse, ein Muster, das sich auch in anderen deutschen Metropolen zeigt.

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Quellen: CBRE, Colliers, JLL

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