Der Berliner Senat hat einen langfristigen Fahrplan für die Sanierung und den Neubau von Brücken beschlossen. Angesichts eines erheblichen Sanierungsstaus sollen Verfahren beschleunigt und Investitionen gebündelt werden. Ein Überblick über die geplanten Maßnahmen bis 2040.

Zahlreiche marode Brücken in Berlin führen bereits zu Verkehrsproblemen – sichtbar etwa an der Elsenbrücke. Der Senat will den Sanierungsstau nun mit einem langfristigen Masterplan abbauen und Verfahren beschleunigen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Viele Berliner merken es im Alltag: gesperrte Fahrspuren, Gewichtsbeschränkungen oder Umwege durch Baustellen. Die Ursachen liegen oft im Verborgenen – in einer Infrastruktur, die in Teilen über ein Jahrhundert alt ist. Nun hat der Senat einen umfassenden Plan vorgelegt, um dem wachsenden Sanierungsbedarf zu begegnen.
Mit dem „Masterplan Brücken 2025 bis 2040“ soll die Grundlage für eine langfristige Modernisierung geschaffen werden. Insgesamt 1.047 Brückenbauwerke liegen in der Zuständigkeit des Landes Berlin. Sie tragen den Verkehr von Autos, Bussen und Bahnen ebenso wie Rad- und Fußverkehr und gelten damit als zentrale Elemente des städtischen Verkehrsnetzes.
Über 80 Prozent der Berliner Brücken sind sanierungsbedürftig – Kosten von etwa 1,84 Mrd. Euro
Die Bestandsaufnahme zeigt einen deutlichen Handlungsdruck: Lediglich 19 Prozent der Bauwerke befinden sich in einem guten oder sehr guten Zustand. Der überwiegende Teil weist Defizite auf, die von regelmäßiger Instandhaltung bis hin zu vollständigen Ersatzneubauten reichen. Die Auswirkungen sind bereits sichtbar, etwa durch Einschränkungen im Verkehr oder temporäre Sperrungen.
In den kommenden 15 Jahren sollen rund 175 Brücken neu gebaut und weitere 125 umfassend saniert werden. Die Kosten dafür werden auf etwa 1,84 Milliarden Euro geschätzt. Erste Mittel sind bereits im Doppelhaushalt 2026/2027 vorgesehen, weitere Investitionen sollen schrittweise folgen.
Strategiewechsel bei Planung und Umsetzung: Wie der Senat die Brückeninfrastruktur funktionsfähig halten will
Der Masterplan sieht nicht nur bauliche Maßnahmen vor, sondern auch strukturelle Veränderungen. Im Fokus stehen kürzere Planungs- und Genehmigungsverfahren, die bislang im Durchschnitt etwa zehn Jahre dauern. Hinzu kommen mehrjährige Bauzeiten und komplexe Zuständigkeiten, die Projekte zusätzlich verzögern.
Künftig soll verstärkt auf digitale Instrumente im Bauwerksmanagement gesetzt werden. Zudem plant der Senat, Fördermittel von Bund und Europäischer Union stärker einzubinden und punktuell mit privaten Partnern zusammenzuarbeiten.
Ziel ist es, den bestehenden Sanierungsstau systematisch abzubauen und die Brückeninfrastruktur langfristig funktionsfähig zu halten. Damit verbunden ist auch der Anspruch, Mobilität und wirtschaftliche Abläufe in der wachsenden Stadt verlässlich zu sichern.
Quellen: Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, dpa
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