An der Berlinertordammbrücke in Hamburg läuft der Neubau der zweiten Hälfte. Die Baustelle prägt den Verkehrsknoten Berliner Tor weiterhin stark.

Direkt über den Bahngleisen am Berliner Tor laufen die Arbeiten für den Neubau der Berlinertordammbrücke weiter. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Die Berlinertordammbrücke gehört derzeit zu den auffälligsten Baustellen im Hamburger Osten. Zwischen Bauzäunen, Kränen und schweren Maschinen entsteht am Berliner Tor die zweite Hälfte des Neubaus. Wer hier unterwegs ist, erlebt einen Verkehrsknoten im tiefgreifenden Umbau – und ein Projekt, das noch mehrere Bauphasen vor sich hat.
- Bezirk: Hamburg-Mitte
- Adresse: Berlinertordamm / Bürgerweide, 20537 Hamburg
- Projekt: Ersatzneubau der Berlinertordammbrücke
- Projektstatus: Zweiter Bauabschnitt im Bau
- Baubeginn Hauptarbeiten: Januar 2024
- Abschluss Gesamtmaßnahme: geplant bis Ende 2028
Am Berliner Tor zeigt sich inzwischen deutlich, wie weit der zweite Bauabschnitt fortgeschritten ist. Große Teile der alten nördlichen Brückenhälfte sind verschwunden. Stattdessen bestimmen Schalungen, Bewehrungen, Baugruben und Gerüste das Gelände. Ein Turmdrehkran überragt die Baustelle, hinzu kommen mobile Kräne und zahlreiche provisorische Konstruktionen. Besonders von der Bürgerweide aus wirkt der Bereich wie ein eng verzahntes System aus Straßen-, Bahn- und Brückenbaustelle.
Dabei liegt der schwierigste Teil des Abbruchs bereits zurück. Im März rückten unter anderem ein 1.200-Tonnen-Kran und Hydraulikscheren an, um Teile der nördlichen Konstruktion zu entfernen. Die Arbeiten liefen schneller als zunächst vorgesehen. Deshalb konnte die Bürgerweide Ende März früher freigegeben werden, zudem entfielen mehrere ursprünglich geplante Sperrungen im April.
Berlinertordammbrücke in Borgfelde: Neubau folgt auf den großen Abriss
Seitdem hat sich das Erscheinungsbild erneut verändert. Wo im Frühjahr der Abbruch im Mittelpunkt stand, laufen nun Arbeiten für die neue Konstruktion. Direkt neben den Gleisen sind Arbeiter zwischen Schalungen und Baugerät im Einsatz. An anderen Stellen entstehen bereits massive Bauteile. Gleichzeitig bleibt der fertige südliche Brückenteil für den Verkehr geöffnet. Genau dieses Nebeneinander macht die Baustelle so komplex.
Die südliche Hälfte dient dabei gewissermaßen als Vorschau auf das fertige Bauwerk. Hamburg hatte diesen ersten Abschnitt am 27. November 2025 freigegeben. Seit 2026 konzentriert sich der LSBG auf die nördliche Hälfte. Der Neubau entsteht abschnittsweise, damit die Verbindung zwischen Innenstadt und Hamburger Osten während eines großen Teils der Bauzeit erhalten bleibt.

Schwere Baumaschinen und umfangreiche Schalungen bestimmen die Baustelle der Berlinertordammbrücke am Berliner Tor. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Hamburger Großbaustelle: Neue Brücke wird rund einen Meter höher
Ein Detail des Projekts fällt im Baustellenalltag kaum auf, verändert die Konstruktion aber grundlegend: Die neue Berlinertordammbrücke liegt nach Angaben des LSBG etwa einen Meter höher als das alte Bauwerk. Dadurch verbessert sich die Durchfahrtshöhe für S-Bahn und Fernbahn. Zugleich lassen sich notwendige Leitungen geschützter in der neuen Konstruktion unterbringen.
Die Arbeiten betreffen zudem weit mehr als die eigentliche Fahrbahn. Nach Abschluss des Neubaus sollen die nördliche und südliche Treppenanlage sowie die Mittelinsel wiederhergestellt werden. Damit bleibt die Baustelle auch nach der geplanten Verkehrsfreigabe im Dezember 2027 noch nicht vollständig verschwunden.
Berliner Tor: Nach dem Brückenbau folgt 2028 noch mehr Grün
Für 2028 plant Hamburg, entlang der Fahrradroute auf der Brücke ein Pflanzentrog zu errichten. Außerdem sind Baumpflanzungen im Umfeld vorgesehen. Der begrünte Bereich gehört zum Alster-Bille-Elbe-Grünzug und zur Landschaftsachse Horner Geest.
Bis dahin bleibt das Berliner Tor ein Ort mit Bauzäunen, Kränen und wechselnden Verkehrsführungen. Der S-Bahnhof Berliner Tor und der Zugang zur U-Bahn sollen während der gesamten Arbeiten erreichbar bleiben. Auf Berlinertordamm und Bürgerweide können jedoch je nach Bauphase Fahrstreifen entfallen. Auch weitere zeitweise Vollsperrungen schließt der LSBG nicht aus.
Berlinertordammbrücke in Hamburg
Quellen: Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer Hamburg (LSBG), Freie und Hansestadt Hamburg
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