In Berlin ist die U1 wegen Schäden an Gleisen in Kreuzberg weitgehend gesperrt. Fahrgäste müssen zwischen Nollendorfplatz und Warschauer Straße auf die U3 ausweichen.

U1 Nollendorfplatz
U1 Warschauer Straße

© Titelbild: depositphotos.com

 

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Der Zustand der Berliner U-Bahn-Infrastruktur sorgt für die nächste größere Einschränkung im Netz. Wegen Schäden an Schienen und Schwellen auf der historischen Hochbahnstrecke fährt die U1 werktags nicht mehr durchgehend. Zwischen Nollendorfplatz und Warschauer Straße übernimmt bis auf Weiteres die U3 den Betrieb.

  • Betroffener Abschnitt: Nollendorfplatz bis Warschauer Straße
  • Ursache: Schäden an Schienen und Schwellen
  • Zeitplan für die Sanierung: noch offen

Die Berliner Verkehrsbetriebe haben den Betrieb der U1 seit dem 5. Juni 2026 deutlich eingeschränkt. Werktags fährt die Linie nur noch zwischen Uhlandstraße und Nollendorfplatz. Zwischen Nollendorfplatz und Warschauer Straße übernimmt die U3 die Verbindung. Grund ist eine Langsamfahrstelle zwischen Kottbusser Tor und Halleschem Tor. Dort müssen die Züge wegen Schäden an den Gleisanlagen auf 25 Kilometer pro Stunde abbremsen.

Die BVG beschreibt die Änderung als Fahrplananpassung vor einer Instandhaltungsmaßnahme. In der Fahrgastinformation wird zugleich von einem Schadensereignis gesprochen. Betroffen ist der Oberbau der Hochbahnstrecke in Kreuzberg. Dazu zählen vor allem Schienen und Schwellen. Die U1 ist damit nicht vollständig gesperrt, aber auf ihrem wichtigsten Abschnitt durch Kreuzberg und Friedrichshain außer Betrieb.

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Auf dem Bild ist ein gelber Zug der Berliner U-Bahn an einem Bahnsteig zu sehen.

Die aktuelle Debatte um die weitgehend lahmgelegte U1 rückt den Sanierungsstau im Berliner U-Bahn-Netz erneut in den Fokus. / © Foto: Wikimedia Commons, Billie Grace Ward from New York, USA, CC BY 2.0

U3 übernimmt den U1-Abschnitt bis Warschauer Straße

Für Fahrgäste bedeutet das vor allem längere Wege und Umstiege. Wer von Uhlandstraße, Kurfürstendamm oder Zoologischer Garten in Richtung Kreuzberg oder Warschauer Straße fährt, muss am Nollendorfplatz in die U3 wechseln. Diese fährt zwischen Krumme Lanke und Warschauer Straße weiter im Fünf-Minuten-Takt. Auf dem gemeinsamen Abschnitt fahren werktags aber nur noch zwei statt drei Zugläufe.

Die BVG verweist darauf, dass die U3 seit Ende 2025 mit acht statt sechs Wagen verkehrt. Dadurch soll ein Teil der fehlenden Kapazität aufgefangen werden. An Samstagen und Sonntagen bleibt der Betrieb nach aktueller Planung unverändert. Dann fahren U1 und U3 jeweils im Zehn-Minuten-Takt.

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U-Bahn-Sanierungsstau trifft die älteste Hochbahnstrecke

Die Hochbahnstrecke der U1 gehört zu den ältesten Abschnitten der Berliner U-Bahn. Seit Jahren entstehen dort immer wieder Einschränkungen durch Verschleiß. Bereits 2021 war der Abschnitt zwischen Möckernbrücke und Halleschem Tor wegen Mängeln am Oberbau nur noch mit 15 Kilometern pro Stunde befahrbar.

Nun reicht eine reine Temporeduzierung offenbar nicht mehr aus, um den Fahrplan stabil zu halten. Die Vorbereitungen für die Instandhaltung laufen laut BVG. Einen belastbaren Termin für Beginn und Abschluss der Arbeiten nennt das Unternehmen bisher nicht. Klar ist nur: Die aktuelle Einschränkung gilt bis auf Weiteres.

Für Fahrgäste bedeutet die Einschränkung vorerst zusätzliche Umstiege auf einer der wichtigsten Ost-West-Verbindungen Berlins. Gleichzeitig zeigt der Fall erneut, wie groß der Sanierungsbedarf im U-Bahn-Netz inzwischen geworden ist. Wann die U1 wieder ohne Einschränkungen zwischen Nollendorfplatz und Warschauer Straße verkehren kann, bleibt derzeit offen.

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Quellen: Tagesspiegel, Berliner Morgenpost, BVG, VerkehrsInformationsZentrale Berlin

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4 Kommentare

  1. Franz 10. Juni 2026 at 21:13 - Reply

    Und das fällt der BVG erst auf, nachdem sie die Strecle monatelang wegen erzählter Bauarbeiten am Nollendorfplatz beeinträchtigt hatte? Übrigens ist die Decke weiterhin so behelfsmäßig wie vor der Sperrung im Januar, so dass ich mich frage, was die BVG dort eigentlich gemacht hat. Und jetzt das. Wie professionell ist das denn? Und dann kommt ja auch noch die Sperrung wegen des Neubaus der Gleisdreieckbrücke, nicht wahr? Dieses Salamivorgehen – so empfinde ich das – finde ich grausam. Warum sperrt man nicht die Skalitzer/ Gitschiner etc bis zum Wittenbergplatz für den Autoverkehr, etabliert dort einen echten Ersatzverkehr und baut die ganze Strecke schnell neu statt diese häppchenweise Nummer?

    • Alex 11. Juni 2026 at 15:21 - Reply

      Die behelfsmäßige Decke am Nolli dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die echte Generalsanierung des Bahnhofs noch auf sich warten lässt. Die soll eig 2028 losgehen und lange dauern. Die Decke hätte aber bis dahin nicht mehr durchgehalten. Die Planungen für die Generalsanierung sind wohl aber noch nicht abgeschlossen, sodass es tatsächlich eine Behelfsmäßige Lösung brauchte…
      Wahrscheinlich wäre eine Sperrung des gesamten Abschnitts mit SEV auf eigenen Busspuren das beste Mittel. Dafür wird die BVG aber weder genug Busfahrer haben (noch haben wir ja ähnliches auf der U6), noch gibt es ausreichend Fachkräfte für die dann großflächigen Sanierungsarbeiten… vielleicht könnte wenigstens das U6 Team einfach weiterziehen…

      • Böhme 13. Juni 2026 at 09:30 - Reply

        Naja, allein der Umstand, dass man geplant 2028 mit einer Generalsanierung loslegen wollte, aber eine provisorische Deckensanierung vorziehen musste, zeigt das bedingungslos planerische Versagen. Ich habe als BVG ein U-Bahn-Netz und weiß, dass das mit einer gewissen Regelmäßigkeit zu sanieren ist. Dafür muss ich perspektivisch und Jahre vorher Sanierungspläne aufstellen, damit genau so etwas wie im Nollendorfplatz nicht passiert (man könnte hier auch mal das Desaster Bismarck-U-Bahnhof erwähnen). Das setzt natürlich befähigte Mitarbeiter im Management der BVG voraus. Und da müsste man sich mal damit befassen, mit welchen Beziehungsgeflechten dort Posten vergeben werden. Und da gibt es eine herausragende Personalie: Nikutta! Man fragt sich, wer weshalb und wie diese Frau inauguriert hatte. Die aktuelle Bahnvorstandsvorsitzende hat sich das dann auch mal gefragt und Frau Nikutta hochkant rausgeschmissen! Im auch ansonsten völlig unfähigen Berliner Senat auf allen Ebenen war man auf eine solche Idee nicht gekommen, sondern hatte stattdessen fleißig die Verträge Nikuttas verlängert! Ist so ein wenig dasselbe Problem wie mit Mehdorn oder aktuell Hundt! Unfähige Politiker bestellen unfähige Manager.

        Ach ja, bevor jemand blubbert: Ich bin persönlicher Referent eines Ministers gewesen und kann die Unfähigkeit von Politikern und das widerliche Schleimen des Beamtenapparats, um Karriere machen zu können, aus eigener Anschauung beurteilen.

        Bundeskanzler Kohl hatte mal über die Journaille gesagt, dass die ihre eigenen Kinder auf den Strich schicken würden, wenn sie dafür 6000 mehr Auflage machen könnten. Für weite Teile des ministeriellen Beamtenapparats gilt im übertragenen Sinne nichts anderes. Ihr würdet keine Nacht durchschlafen, wenn ihr wüsstet, wie absolut unfähig der größte Teil des ministeriellen Beamtenapparates ist! Es ist so grauenhaft, es ist so ein Elend!

  2. Tanner 11. Juni 2026 at 07:43 - Reply

    An sowas sieht man,wie es um Deutschland steht.
    Nur noch Stümper sind hier am Werk.

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