Nach Jahren der Sanierung kehrt Leben auf das Prater-Gelände in Prenzlauer Berg zurück. Galerie, Theater und Gastronomie sind wieder oder bald erneut in Betrieb. Doch die jüngste Antwort des Senats zeigt auch, dass für einen Teil des traditionsreichen Areals weiterhin keine konkrete Perspektive feststeht.

Das Bild zeigt den geöffneten Biergarten des „Prater Garten“ in Prenzlauer Berg mit Sitzgruppen unter alten Bäumen.

Der Biergarten im „Prater Garten“ bietet weiterhin mehrere hundert Sitzplätze im Freien. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Der Berliner Prater in der Kastanienallee kommt nach jahrelangen Bauarbeiten schrittweise zurück. Die Galerie hat bereits geöffnet, die Volksbühne steht vor ihrem Neustart und der Biergarten empfängt längst wieder Gäste. Eine aktuelle Antwort des Senats zeigt nun genauer, wie das Gelände künftig genutzt werden soll und an welcher Stelle die Planungen überraschend offen bleiben.

  • Bezirk: Pankow
  • Adresse: Kastanienallee 7–9, 10435 Berlin
  • Projektstatus: Grundsanierung weitgehend abgeschlossen
  • Investitionen: rund 13,8 Millionen Euro von 2016 bis Ende 2025

Mit der Wiedereröffnung der Prater Galerie nach jahrelanger Sanierung hat Anfang September der kulturelle Neustart des historischen Areals begonnen. Die kommunale Galerie soll dauerhaft in der Kastanienallee bleiben. Der Prater ist als Gesamtanlage denkmalgeschützt; das Landesdenkmalamt führt ihn als Gaststätte, Theater, Kino und Ballsaal. Die bauliche Geschichte des Ensembles reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück.

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Das Bild zeigt die Gaststätte und Außenflächen des „Prater Garten“ in Prenzlauer Berg nach Abschluss der Sanierung.

Das Areal „Prater Garten“ verbindet Biergarten, Gaststätte und Kulturstandort. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Volksbühne plant bis zu 120 Vorstellungen im Prater

Neu ist nun vor allem, wie sich die verschiedenen Nutzungen nach Abschluss der Bauarbeiten organisatorisch verteilen. Denn einen einzigen Betreiber für das gesamte Gelände gibt es nicht. Der Pratergarten ist privat verpachtet und gastronomisch genutzt. Für die Theaterflächen tritt das Bezirksamt Pankow als Vermieter gegenüber dem Land Berlin auf, das durch die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH vertreten wird. Die BIM vermietet die Bühnenflächen wiederum an die Volksbühne.

Die Volksbühne erhält im Prater deutlich mehr als nur einen Theatersaal. Zur Spielstätte gehören laut Senatsantwort auch eine Foyerbühne für Lesungen und ähnliche Formate, ein Foyer, eine extern betriebene Bar, eine Probebühne und ein Kulissenlager. Hinzu kommen Büros, Arbeits- und Lagerräume, Garderoben sowie Sanitärbereiche. Damit entsteht wieder eine dauerhaft nutzbare zweite Spielstätte der Volksbühne in Prenzlauer Berg.

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Das Foto zeigt die Bühne des „Prater Theater“ im „Prater Garten“ in Prenzlauer Berg nach der Sanierung.

Die Theateranlage im hinteren Bereich des „Prater Garten“ ist frisch saniert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Berliner Prater: Eine gemeinsame Gesamtkonzeption gibt es nicht

Für den Zeitraum von Oktober 2026 bis zum Ende der Spielzeit im Sommer 2027 plant die Volksbühne rund 90 bis 120 Vorstellungen. Danach sollen jährlich etwa 100 bis 130 Veranstaltungen stattfinden.

Bemerkenswert ist ein weiterer Punkt der Senatsantwort: Für Galerie, Volksbühne, Biergarten und Praterbühne existiert derzeit keine schriftlich beschlossene Gesamtkonzeption. Zwischen der kommunalen Galerie und der Volksbühne sind allerdings Abstimmungen über eine gegenseitige Beteiligung geplant. Die Gastronomie des Pratergartens ist organisatorisch nicht Teil des Theaterbetriebs; die Volksbühne verfügt im eigenen Foyer über eine separat betriebene Bar.

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Das Foto zeigt die Freifläche vor dem sanierten „Prater Theater“ im „Prater Garten“ in Prenzlauer Berg.

Die Freilichtbühne im Prater Garten bleibt trotz abgeschlossener Sanierung bislang ohne regulären Spielbetrieb. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Praterbühne im Prater bleibt vorerst ohne Nutzung

Damit unterscheidet sich der heutige Prater deutlich von einem Kulturzentrum mit zentral gesteuertem Programm. Auf demselben historischen Gelände arbeiten mehrere Akteure mit eigenen Verträgen und Zuständigkeiten. Neben dem Mietvertrag für die Theaterflächen besteht ein Pachtvertrag zwischen dem Bezirk Pankow und dem Betreiber des Pratergartens.

Offen bleibt vor allem die Zukunft der ehemaligen Freilichtbühne im hinteren Bereich des Pratergartens. Sie gehört weiterhin zum Gelände, wird derzeit aber nicht bespielt. Auf die Frage, welche Veranstaltungen dort künftig stattfinden könnten und wer die Bühne nutzen soll, erklärt der Senat, dass ihm dazu keine Informationen vorliegen. Auch das Bezirksamt Pankow plant derzeit keine eigenen Veranstaltungen auf dem Gelände.

Sanierung des Praters kostete bislang rund 13,8 Millionen Euro

Dafür liefert die aktuelle Senatsantwort eine neuere Zahl zu den Kosten. Für die Hochbaumaßnahmen am Prater gab der Bezirk zwischen 2016 und Ende 2025 rund 13,8 Millionen Euro aus. Finanziert wurden die Arbeiten aus mehreren Töpfen, darunter Mittel für städtebauliche Einzelmaßnahmen, Infrastrukturmaßnahmen in Stadterneuerungsgebieten, Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen sowie Mittel zur Sicherung historischer Stadträume. Hinzu kam ein Zuschuss an die Volksbühne für Investitionen.

Damit ist die jahrelange bauliche Erneuerung weitgehend abgeschlossen. Die Prater Galerie ist seit dem 3. September wieder geöffnet, und im Oktober kehrt die Volksbühne zurück. Der Prater Garten ist ebenfalls in Betrieb. Ausgerechnet bei der historischen Freilichtbühne bleibt dagegen vorerst offen, wie es weitergeht.

Berliner Prater
Der Berliner Prater in Prenzlauer Berg umfasst die Prater Galerie, die Spielstätte der Volksbühne, den Pratergarten und die derzeit nicht bespielte historische Praterbühne.

 

Quellen Abgeordnetenhaus von Berlin, Schriftliche Anfrage 19/27103, Bezirksamt Pankow, Landesdenkmalamt Berlin, Prater Garten

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