Das Museum der Moderne „berlin modern“ in Berlin-Tiergarten droht zum nächsten Großprojekt mit enormen Zeit- und Kostenüberschreitungen zu werden. Ein aktueller Bericht zeigt: Die Bauverzögerung ist gravierender als bislang bekannt – und ein Ende nicht in Sicht.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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© Visualisierungen: Herzog & de Meuron

 

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Im Zentrum des Berliner Kulturforums soll mit dem Museum „berlin modern“ ein neues kulturelles Aushängeschild entstehen. Geplant ist ein architektonisch anspruchsvoller Bau zwischen Neuer Nationalgalerie und Philharmonie, der künftig Kunst des 20. Jahrhunderts präsentieren wird. Doch die Umsetzung des Projekts verläuft nicht wie geplant. Aktuelle Berichte offenbaren gravierende Verzögerungen und einen massiven Anstieg der Baukosten.

Wie aus einem Bericht der Beauftragten für Kultur und Medien an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervorgeht, liegt das Vorhaben bereits deutlich hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Der Projektsteuerer rechnet inzwischen mit einer Verzögerung von mindestens zwölf Monaten. Aufgrund der komplexen Bauweise und des frühen Projektstatus ist sogar von weiteren Verzögerungen auszugehen.

Museum der Moderne in Tiergarten: Baufortschritt deutlich hinter dem Zeitplan

Die Ursachen für den Rückstand sind demnach vielschichtig. Neben einer verspäteten Rohbaufertigstellung werden insbesondere Koordinationsprobleme zwischen den beteiligten Gewerken sowie eine verzögerte Planung durch Architektinnen und Architekten genannt. Der gesamte Zeitplan gerät dadurch ins Wanken, mit weitreichenden Folgen für die Eröffnungsperspektive.

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Ursprünglich sollte das Museum 2026 seine Türen öffnen. Inzwischen wird ein realistischer Fertigstellungstermin frühestens im Jahr 2028 angenommen. Damit vergrößert sich die Bauzeit um ganze zwei Jahre – eine Entwicklung, die sowohl für die Öffentlichkeit als auch für die beteiligten Institutionen zur Belastung wird.

Baukosten steigen auf über 500 Millionen Euro: Neues Museum im Kulturforum wird deutlich später fertig

Mit der Verzögerung steigen auch die Kosten des Projekts. Ursprünglich waren für den Neubau 200 Millionen Euro eingeplant. Bis zum Baubeginn im Jahr 2019 erhöhte sich diese Summe auf rund 450 Millionen Euro, inklusive Baupreissteigerungen und Risikoreserven. Inzwischen liegen die geschätzten Gesamtkosten bei rund 526,5 Millionen Euro.

Diese Entwicklung ist nicht nur dem Zeitverzug geschuldet, sondern auch der technischen und gestalterischen Komplexität des Bauwerks. Weitere Kostensteigerungen sind derzeit wohl nicht ausgeschlossen. Insbesondere die nächsten großen Vergabepakete – etwa für Fassade, Dach und Innenausbau – könnten das Budget zusätzlich belasten.

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Museumsprojekt in Berlin-Mitte: Maßnahmen zur Stabilisierung des Bauablaufs

Die Verantwortlichen reagieren mit einem umfassenden Maßnahmenkatalog. So sollen unter anderem die Arbeitszeiten auf der Baustelle ausgeweitet werden. Auch der Einsatz zusätzlicher Kräne sowie die Aufstockung des Personals und des Maschineneinsatzes sind vorgesehen. Diese Maßnahmen sollen helfen, den Baufortschritt zu beschleunigen.

Zudem wurden externe Sachverständige hinzugezogen, um den Bauablauf zu analysieren und zu optimieren. Ziel ist es, den bisherigen Rückstand möglichst zügig aufzuholen und weiteren Verzug zu vermeiden. Ob diese Maßnahmen ausreichen, bleibt jedoch fraglich – denn laut Bericht bleibt das Risiko weiterer Zeitüberschreitungen weiterhin hoch.

Kulturprojekt „berlin modern“: Symbolträchtiges Projekt mit prominenter Handschrift

Der Entwurf für das Museum stammt vom renommierten Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron, das auch für die Hamburger Elbphilharmonie verantwortlich zeichnet. Das Gebäude fügt sich städtebaulich zwischen die Meisterwerke von Mies van der Rohe und Hans Scharoun ein und soll auf rund 9.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche Werke des 20. Jahrhunderts zeigen.

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Neben den Beständen der Nationalgalerie werden auch bedeutende Privatsammlungen – darunter jene von Erich Marx, Egidio Marzona und Ulla und Heiner Pietzsch – im Museum zu sehen sein. Damit wäre das Museum der Moderne eine bedeutende Ergänzung der Berliner Museumslandschaft – sofern der Bau wie geplant abgeschlossen werden kann.

© Visualisierung: Herzog & de Meuron

© Visualisierung: Herzog & de Meuron

Quellen: Berliner Morgenpost, offizielle Projektwebseite Museum der Moderne, Wikipedia, Herzog & de Meuron, Stiftung Preußischer Kulturbesitz

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