Die kurzfristige Schließung des Hauptgebäudes der Technischen Universität Berlin wirft weiterhin Fragen zur Dauer der Sperrung und zu möglichen Alternativlösungen auf. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Berliner Hochschulpolitik, strukturelle Antworten auf den Sanierungsstau zu finden.

Die TU Berlin, Luftaufnahme.

Viele Gebäude der TU Berlin haben einen massiven Sanierungsbedarf. Doch auch an anderen Berliner Universitäten zeigt sich seit Jahren ein erheblicher Investitionsstau, der die aktuelle Situation zusätzlich verschärft. / © Foto Wikimedia Commons, TU Berlin/Pressestelle/Ulrich Dahl

© Titelbild: Wikimedia Commons, Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0

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Die kurzfristige Schließung des Hauptgebäudes der Technischen Universität Berlin bleibt auch Tage nach der Entscheidung mit vielen Unsicherheiten verbunden. Im Wissenschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses konnte Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) am Montag keine belastbare Aussage dazu treffen, wann das Gebäude an der Straße des 17. Juni wieder genutzt werden kann. Die Lage sei weiterhin schwer zu bewerten, da eine vollständige Übersicht über die baulichen Mängel noch fehle.

TU-Hauptgebäude bleibt zu: Unklare Lage bei Schäden und Ersatzräumen

Auslöser der Schließung waren gravierende Sicherheitsbedenken, die bei einer Begehung durch Bauaufsicht und Feuerwehr festgestellt wurden. Ein konkreter Mangel – ein Wasserrohr im Keller, das sich unmittelbar über einer kritischen Stromleitung befindet – sei zwar bereits angegangen worden. Für eine Wiedereröffnung reiche das jedoch nicht aus, betonte Czyborra. Es bestehe das Risiko, dass das Gebäude nach einer vorschnellen Freigabe erneut geschlossen werden müsse.

Parallel dazu bleibt auch die Frage der Lehre offen. Mehr als 400 Lehrveranstaltungen sind von der Sperrung betroffen. Eine vollständige Übersicht über Ersatzräume liege bislang nicht vor. Nach Angaben des Senats zeichnen sich vor allem dezentrale Lösungen ab, unterstützt durch andere Hochschulen und externe Partner. Besonders große Hörsäle stellen dabei eine Herausforderung dar.

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Druck auf den Hochschulbau wächst: FU-Präsident fordert schnelle Hilfen für Berliner Universitäten

Während kurzfristige Lösungen gesucht werden, rückt die strukturelle Dimension der Problematik stärker in den Fokus. Der Präsident der Freien Universität Berlin, Günther Ziegler, sieht in der Situation einen „Weckruf“ für die Berliner Hochschullandschaft. Nach seinen Angaben beläuft sich der Investitionsbedarf für die kommenden Jahre auf rund acht Milliarden Euro.

Ziegler sprach sich grundsätzlich für die geplante zentrale Hochschulbaugesellschaft aus, die künftig Planung, Bau und Finanzierung bündeln soll. Gleichzeitig warnte er davor, den Universitäten vor Ort zu viele Kompetenzen zu entziehen. Kleinere Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen müssten in den Hochschulen verbleiben, um Handlungsfähigkeit im Alltag zu sichern. Die aktuelle Debatte zeigt damit nicht nur akuten Handlungsbedarf am TU-Hauptgebäude, sondern auch langfristige strukturelle Herausforderungen im Berliner Hochschulbau.

 

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Quellen: Tagesspiegel, Presseportal, rbb

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