Nach jahrelanger Sanierung ist die Hohenzollerngruft im Berliner Dom ab Samstag, dem 28. Februar wieder zugänglich. Zum Auftakt gibt es einen kostenlosen Tag der offenen Tür, bevor die regulären Eintrittspreise für den Dombesuch steigen. Die Gruft bleibt dabei Teil des Dom-Rundgangs, ein separates Ticket ist nicht vorgesehen.

Die 1.400 Quadratmeter große Hohenzollerngruft mit ihren 91 Särgen aus fünf Jahrhunderten ist fester Bestandteil des Rundgangs durch den Berliner Dom. Im Jahr vor ihrer Schließung 2019 besuchten rund 765.000 Menschen den Dom, der Besuch der Gruft war dabei im regulären Rundgang inbegriffen. / © Foto: Wikimedia Commons, Szczecinolog, CC BY-SA 4.0
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Ab Samstag kann die Hohenzollerngruft im Berliner Dom wieder besucht werden. Der offizielle Neustart erfolgt mit einem Tag der offenen Tür am 28. Februar 2026 von 10 bis 18 Uhr, der Eintritt ist dann kostenlos. Am 1. März 2026 öffnet die Gruft anschließend regulär wieder für die Öffentlichkeit.
Hinter der Wiedereröffnung stehen lange Vorarbeiten. Nach Angaben des Doms lagen über zehn Jahre Planung und rund sechs Jahre Bauzeit zwischen den ersten Konzepten und der jetzigen Fertigstellung. Während der Sanierung wurden die 91 Sarkophage zeitweise ausgelagert und später in die Gruft zurückgebracht.
Berliner Dom erhöht Eintrittspreise nach Wiedereröffnung der Hohenzollerngruft
Mit dem Neustart ändert sich auch die Preisstruktur. Laut Domprediger Stefan Scholpp gegenüber domradio, steige nach der Wiedereröffnung die sogenannte Domerhaltungsgebühr für den Rundgang durch den Berliner Dom, der die Hohenzollerngruft einschließt, von 10 auf 15 Euro. Ein Einzelticket nur für die Gruft solle es nicht geben.
Am Sonntag folgt ein Festgottesdienst, zu dem unter anderem Vertreter aus Politik und Kirche erwartet werden. Für den Dom ist die abgeschlossene Maßnahme zugleich ein großer Einschnitt: Es handelt sich nach Darstellung der Beteiligten um das größte Bauvorhaben am Berliner Dom seit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg.
Sanierung der Hohenzollerngruft: Schutz der Sarkophage und barrierefreier Zugang
Inhaltlich und technisch zielte die Sanierung auf Schutz und Zugänglichkeit. Die Gruft und der Dom sind nun barrierefrei erreichbar, unter anderem durch neue Aufzüge. Zusätzlich erhielt die Gruft erstmals ein Lüftungs- und Klimasystem, das Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen stabilisieren soll, weil diese in der Vergangenheit Schäden wie Schimmel, Risse und abplatzende Farbschichten begünstigt hätten.
Auch der Rundgang wurde verändert. Der Zugang führt wieder über eine historische Treppe von der Predigtkirche hinunter, wie es vor dem Zweiten Weltkrieg üblich war. Scholpp erklärte dazu sinngemäß gegenüber domradio, der Weg in die Gruft verknüpfe Predigtkirche und Grablege und verleihe dem Domrundgang eine existenzielle Tiefe.
Hohenzollerngruft im Berliner Dom: 91 Bestattungen und neuer Vermittlungsbereich
Die Hohenzollerngruft gilt als wichtigste dynastische Grablege Deutschlands und gehört zu den großen Familiengrüften Europas. Insgesamt umfasst sie 91 Bestattungen vom Ende des 16. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Zu den hier beigesetzten Persönlichkeiten zählen unter anderem der Große Kurfürst, König Friedrich I. und Königin Sophie Charlotte.
Neu ist zudem ein Vermittlungsbereich am Eingang. Dort sollen ein interaktives Gruftmodell, kurze Filme und Exponate den historischen Kontext und die Sargaufstellung erklären. Kuratorin Birgit Walter habe betont, dass die Gruft kein Museum sein solle, der Raum aber helfen könne, Besucherinnen und Besucher inhaltlich und emotional auf den Ort einer Grablege vorzubereiten.
Quellen: Berliner Dom, rbb24, Berliner Morgenpost, Domradio, Deutscher Bundestag
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