In der Ansbacher Straße 4 in Berlin-Schöneberg entsteht bis Mitte 2026 ein achtgeschossiger Gewerbeneubau, für den ein Bestandsbau aus den 1970er-Jahren weichen musste. Mittlerweile wurde die Baugrube vollständig ausgehoben und erste Bodenarbeiten laufen.
© Visualisierung Titelbild: JAAS Gruppe, Müller Reimann Architekten
In der Ansbacher Straße 4, mitten in der Berliner City West, plant die JAAS Gruppe einen achtgeschossigen Neubau. Im direkten Umfeld liegen die Kurfürstenstraße und der Wittenbergplatz, wo sich viele prestigeträchtige Gebäude befinden. Die unmittelbare Umgebung ist hingegen durch zahlreiche Bauten aus den 1960er- bis 1980er-Jahren geprägt.
In dem neuen Büro- und Geschäftshaus sollen auf einem Grundstück von 1.175 Quadratmetern rund 4.800 Quadratmeter Gewerbefläche entstehen. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Müller Reimann, das nach eigenen Angaben besonderen Wert auf eine harmonische Einbindung in das bestehende Stadtbild legt.
Sanierung oder Neubau – war der Abriss in der Ansbacher Straße wirklich notwendig?
Der Neubau ersetzt ein Gebäude aus den 1970er-Jahren, das inzwischen vollständig abgetragen wurde. Die Frage, ob das ursprüngliche Bestandsgebäude an dieser Stelle hätte erhalten und energetisch saniert werden können, wird bei Projekten dieser Art häufig gestellt.
Auch Architektin Nadia Paulos verweist darauf, dass ein Abriss nur dann erfolgen sollte, wenn die Bausubstanz nicht mehr erhalten werden kann. Denn moderne Sanierungstechniken erlauben heute viel: Dämmung, Austausch von Fenstern, Dächer und sogar Teilentkernungen sind möglich. Erst wenn all diese Optionen ausgeschöpft sind, sollte ein Abriss in Betracht gezogen werden. In der Praxis erfolgt ein Rückbau jedoch häufig aus funktionalen oder wirtschaftlichen Gründen – trotz der damit verbundenen ökologischen Auswirkungen.
Baugrube abgeschlossen, Tiefbau beginnt: So geht es an der Ansbacher Straße voran
Vor Ort ist der Baufortschritt seither deutlich sichtbar: Die Baugrube wurde vollständig ausgehoben, erste Bodenarbeiten laufen. Bagger, Container und verlegte Versorgungsleitungen prägen das Bild. Die Baugrubensicherung mit sichtbaren Verankerungen ist bereits erfolgt.
Der Gehweg entlang der Baustelle ist gesperrt, das Umfeld zeigt sich mit typischer Baustelleninfrastruktur: pinkfarbene Fernwärmeleitungen, Absperrungen, Container und ein gesicherter Zugang prägen das Bild. Als Nächstes dürften dann die Fundamentarbeiten und der Beginn des Rohbaus folgen.
Bis Mitte 2026 soll der Gewerbeneubau in der City West stehen
Die Fertigstellung des Projekts soll bis Mitte 2026 erfolgen, eine DGNB-Vorzertifizierung in Platin liegt laut JAAS Gruppe bereits vor. Das Unternehmen ist überzeugt von der Strahlkraft des Standorts.
Alexander Scheinin, geschäftsführender Gesellschafter von JAAS, äußerte sich dazu im vergangenen Jahr wie folgt: „Der Wittenbergplatz besitzt eine Strahlkraft weit über Berlin hinaus, nicht zuletzt wegen der Bedeutung des KaDeWe als bekanntestem Warenhaus Deutschlands. Zudem liegt er im Herzen der City West, der Berliner Zoo und die Gedächtniskirche sind weitere berühmte Landmarken in unmittelbarer Umgebung und wirken als Publikumsmagneten.“
Quellen: Deutschlandfunk Nova, Ummen Communications, JAAS Gruppe, Architektur Urbanistik Berlin, Deutsches Architektur Forum, Müller Reimann Architekten, NUMA Group
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