Berlins Bäderlandschaft bewegt sich: Während einzelne Anlagen nach Sanierungen wieder öffnen, stehen andere Projekte noch am Anfang oder sind erst für die kommenden Jahre geplant. Eine aktuelle Antwort des Senats gibt Einblick in Fortschritte, Baustellen und Lücken der öffentlichen Schwimminfrastruktur, bezirksübergreifend und mit Blick bis 2030.

In der Berliner Bäderlandschaft werden einzelne Anlagen derzeit umfassend saniert oder modernisiert, darunter das Sommerbad Humboldthain und die Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg. An anderen Standorten sind hingegen keine größeren Maßnahmen geplant, dort beschränkt sich die Entwicklung vorerst auf laufende Instandhaltung. /© Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0
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Die öffentlichen Schwimmflächen in Berlin haben sich in den vergangenen 25 Jahren leicht verringert. Seit den umfangreichen Bäderschließungen infolge der Haushaltskrise Anfang der 2000er-Jahre ist die nominelle Beckenfläche landesweit um rund drei Prozent zurückgegangen. Besonders betroffen sind Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf und Friedrichshain-Kreuzberg. In den übrigen Bezirken blieb die verfügbare Beckenfläche stabil.
Gleichzeitig prägen Sanierungen und temporäre Schließungen weiterhin den Betrieb. Viele Anlagen sind technisch überaltert, energetisch ineffizient oder denkmalgeschützt. Entsprechend hoch ist der Investitionsbedarf, den der Senat gemeinsam mit den Berliner Bäder-Betriebe schrittweise angehen will.
Sanierungsfahrplan bis 2030: Diese Berliner Bäder sind finanziell abgesichert
Im aktuellen Mittelfristzeitraum bis einschließlich 2030 sind mehrere größere Sanierungsprojekte planerisch und finanziell abgesichert. Dazu zählt unter anderem das Sommerbad Humboldthain in Mitte, wo ab 2030 die Außenbecken grundlegend saniert werden sollen. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 8,5 Millionen Euro.
Auch das Kombibad Seestraße sowie die Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg befinden sich in unterschiedlichen Planungs- und Umsetzungsphasen. Hier stehen vor allem energetische Grundsanierungen im Fokus. Weitere Großprojekte betreffen die Schwimmhalle Baumschulenweg sowie mehrere Maßnahmenpakete, die bis Anfang der 2030er-Jahre laufen sollen. Die Finanzierung erfolgt überwiegend über Kapitalzuführungen, unter anderem aus dem Klimapakt.
Keine Sanierung bis 2030: Diese Berliner Bäder bleiben vorerst ohne Investitionsperspektive
Für mehrere bekannte Bäder gibt es hingegen bis 2030 keine investiv abgesicherte Sanierungsperspektive. Dazu zählen das Stadtbad Lankwitz, das Sommerbad Staaken-West, das Stadtbad Spandau-Nord, das Stadtbad Märkisches Viertel, das Sommerbad Mariendorf sowie das Kombibad Gropiusstadt. An diesen Standorten sind in den kommenden Jahren keine größeren Baumaßnahmen vorgesehen.
Damit bleibt ein Teil der Berliner Bäderlandschaft weiterhin auf laufende Instandhaltung beschränkt. Gerade in stark genutzten Bezirken könnte dies mittelfristig zu Einschränkungen im Angebot führen.
Erste Fertigstellungen in Berlin: Fortschritte im Stadtbad Neukölln und Tiergarten
Gleichzeitig melden die Berliner Bäder-Betriebe konkrete Erfolge. Im Stadtbad Neukölln ist die Sanierung der Saunalandschaft abgeschlossen. Nach unerwarteten Funden eines historischen Beckens während der Bauarbeiten wurde die Anlage denkmalgerecht erneuert und am 1. Februar 2026 wiedereröffnet. Neben neuen Saunakabinen stehen auch Gastronomie und Massageangebote wieder zur Verfügung.
Auch im Stadtbad Tiergarten schreiten die Arbeiten voran. Dort sind die vorbereitenden Maßnahmen für den Außenbereich abgeschlossen. Geplant sind unter anderem ein 25-Meter-Becken, Kinderbereiche und neue Sanitäranlagen. Die Montage der Edelstahlbecken soll bei geeigneten Temperaturen folgen.
Berliner Bäderlandschaft im Umbruch: Zwischen Modernisierung und Sanierungsstau
Insgesamt zeigt sich ein gemischtes Bild. Während einzelne Bäder modernisiert werden oder nach Sanierungen zurückkehren, bleiben andere Standorte auf Jahre hinaus ohne gesicherte Perspektive. Die Berliner Bäderlandschaft entwickelt sich damit nicht flächendeckend, sondern projektweise, abhängig von Finanzierung, Zustand und Priorisierung.
Ob die Maßnahmen ausreichen, um den steigenden Bedarf an Schwimmflächen langfristig zu decken, bleibt offen. Jedoch dürfte der Sanierungsstau ohne weitere Investitionen in vielen Bezirken bestehen bleiben.
Quellen: Berliner Bäder-Betriebe, Abgeordnetenhaus Berlin
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Was ist mit den Schwimmbädern in der Charlottenburger Krumme Str.?