Berlin benennt die Hofjägerallee im Mai 2026 in Helmut-Kohl-Allee um und würdigt damit den früheren Bundeskanzler. Die Entscheidung beendet eine langjährige Debatte über den Umgang mit politischer Erinnerung.

Die Hofjägerallee, seit 1832 Teil des Tiergartens, wird 2026 zur Helmut-Kohl-Allee. / © Foto: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0
© Fotos: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0
Die Umbenennung der Hofjägerallee im Berliner Ortsteil Tiergarten hat nun einen verbindlichen Termin. Laut aktuellem Amtsblatt soll die Straße am 9. Mai 2026 offiziell den Namen Helmut-Kohl-Allee tragen.
Der Senat hatte den Beschluss bereits am 30. September gefasst. Die Umbenennung soll den früheren Bundeskanzler würdigen, der sich aus Sicht des Landes in besonderer Weise um das demokratische Gemeinwesen sowie um Berlin verdient gemacht habe.
Helmut-Kohl-Allee: Lange diskutierte Würdigung des früheren Bundeskanzlers
Die Frage nach einem geeigneten Ort, der an Helmut Kohl erinnern soll, wird in Berlin seit vielen Jahren geführt. CDU und SPD vereinbarten bereits 2023 im Koalitionsvertrag, eine Straße oder einen Platz nach dem 2017 verstorbenen Kanzler zu benennen. Kohl gilt als zentrale Figur der deutschen Wiedervereinigung und ist seit 1998 Ehrenbürger der Hauptstadt.
Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner unterstützte die Idee früh. Im November 2024 erklärte er, der „Kanzler der Einheit“ solle noch im selben Jahr angemessen geehrt werden. Die Hofjägerallee biete hierfür einen passenden Ort.
Kontroverse Reaktionen zur neuen Helmut-Kohl-Allee
Wie schon in früheren Debatten gingen auch diesmal die Meinungen in der Stadtgesellschaft weit auseinander. Laut Tagesspiegel kritisierten einige Bürgerinnen und Bürger die Wahl der Straße oder sprachen sich grundsätzlich gegen neue Widmungen aus. Andere begrüßten die Entscheidung ausdrücklich und verwiesen auf Kohls historische Bedeutung
Die Hofjägerallee selbst besitzt eine Lage, die der symbolischen Bedeutung der Umbenennung entspricht. Sie verbindet den Großen Stern mit der Tiergartenstraße und führt in Richtung der CDU-Bundesgeschäftsstelle. Da die Straße keine direkten Anlieger hat, sind Auswirkungen auf bestehende Adressen nicht zu erwarten.
Berlin-Tiergarten: Umbenennung der Straße erfolgt im Mai 2026
Mit der anstehenden Umbenennung setzt Berlin ein deutliches Zeichen im Umgang mit historischer Erinnerungspolitik. Der Termin am 9. Mai 2026 ist bewusst gewählt. An diesem Datum wird europaweit an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert, zugleich gilt es als Symboltag für europäische Einigung. Die Entscheidung schließt einen langjährigen Prozess ab und eröffnet gleichzeitig Raum für weitere Diskussionen über Formen öffentlicher Erinnerungskultur in der Hauptstadt.
Quellen: Tagesspiegel, CDU Berlin
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