In Berlin soll „cash only“ bald verboten werden. Die Politik will Steuertricks bekämpfen und digitale Zahlung verpflichtend machen. Aber nicht alle haben dafür Verständnis.

© Titelbild: Wikimedia Commons, Santeri Viinamäki, CC BY-SA 4.0

In Berlin könnte die Praxis „cash only“ bald der Vergangenheit angehören. Die Fraktionschefs von CDU und SPD im Berliner Abgeordnetenhaus, Dirk Stettner und Raed Saleh, wollen erreichen, dass Kunden überall auch digital bezahlen können. Sie drängen den Senat, noch vor den Wahlen eine Initiative über den Bundesrat einzubringen.

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Der Hintergrund: Bargeld erleichtert Steuerbetrug. Schätzungen der Deutschen Steuer-Gewerkschaft zufolge entgehen dem Staat jährlich 15 bis 20 Milliarden Euro durch Manipulationen an Bargeldkassen. Die Politik sieht darin ein strukturelles Problem, vor allem in Branchen mit vielen Barzahlungen.

Kartenzahlung soll Steuerbetrug in Berlin erschweren

Auch Finanzsenator Stefan Evers unterstützt den Vorstoß. Er sieht in verpflichtenden digitalen Zahlungsoptionen eine Möglichkeit, die Nachvollziehbarkeit von Umsätzen zu verbessern. Die Finanzverwaltung erwartet mehr Steuergerechtigkeit.

Im Koalitionsvertrag auf Bundesebene steht das Thema bereits. Dort heißt es, dass Bargeld erhalten bleiben soll, aber zusätzlich mindestens eine digitale Zahlungsoption angeboten werden muss. Konkrete Schritte fehlen bisher. Berlin will nun Druck machen und das Thema vorantreiben.

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„cash only“-Verbot: Gastronomie in Berlin besonders betroffen

Die Diskussion trifft vor allem die Gastronomie. In Berlin zählt die Branche tausende Betriebe: Restaurants, Cafés, Bars und Imbisse prägen das Stadtbild. Viele davon akzeptieren bereits Kartenzahlung, doch „cash only“ ist weiterhin weit verbreitet.

Der Branchenverband Dehoga sieht die Diskussion um ein Verbot der Barzahlungspflicht differenziert. Zwar unterstützt er grundsätzlich Wahlfreiheit beim Bezahlen. Gleichzeitig warnt er vor zusätzlichen Belastungen für Betriebe. Gerade kleinere Unternehmen müssten in Technik investieren und laufende Gebühren tragen.

Dehoga-Vertreter Gerrit Buchhorn weist darauf hin, dass digitale Zahlungssysteme Kosten verursachen, während Bargeldprozesse parallel bestehen bleiben. Ohne Regulierung könnten diese Kosten weiter steigen.

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Berlin im internationalen Vergleich bei Bezahlung

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei digitalen Zahlungen schon heute weit zurück. In vielen europäischen Ländern ist Kartenzahlung auch für kleine Beträge völlig üblich. Teilweise existieren strengere Regeln als in Berlin geplant.

Die Berliner Initiative folgt daher nicht nur fiskalischen Interessen, sondern auch einem strukturellen Wandel im Zahlungsverkehr. Ob und wann das Ende von „cash only“ tatsächlich kommt, hängt nun von politischen Entscheidungen auf Bundesebene ab. Klar ist: Die Debatte um Steuertricks und moderne Bezahlmethoden wird weiter an Bedeutung gewinnen.

Quellen: Dehoga, Deutsche Steuer-Gewerkschaft, Berliner Zeitung, Berliner Morgenpost

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2 Kommentare

  1. LunaSioux 14. April 2026 at 15:40 - Reply

    Absolut nachvollziehbar und sinnvoll. Ein verhältnismäßig kleiner Eingriff mit dem man einerseits Steuerhinterziehung vermeidet und andererseits auch eine Hürde im Bezahlen nimmt. Ich meine wir haben wahrscheinlich alle schonmal erlebt, dass man gerade eben kein Bares zur Hand hatte.

  2. Max 14. April 2026 at 16:37 - Reply

    Diejenigen die dafür sind haben sicherr nichts dagegen 2 Prozent weniger Lohn zu erhalten, denn soviel betrugen die Gebühren der KK-Unternehmen. Es gibt zwar jetzt einen Deckel, der gilt aber nicht für Karten von ausserhalb der EU.

    Betriebe die eine hohe Zahl an ausländischen Toruisten haben dürfen dann 3 Prozent abdrücken. Diese Kosten darf dann auch der inländische Kunde mitfinazieren.

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