Am Alexanderplatz rückt eine gemeinsame Zukunft von Zentral- und Landesbibliothek und Galeria näher. Berlin und die Eigentümerin Commerz Real haben jetzt eine Absichtserklärung unterzeichnet. Die entscheidenden wirtschaftlichen Fragen sind aber noch offen.

Visualisierung des umgebauten Galeria-Gebäudes am Alexanderplatz mit der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, großen Fensterflächen und Galeria im Erdgeschoss.

So könnte das Galeria-Gebäude am Alexanderplatz nach einem Umbau für die Zentral- und Landesbibliothek aussehen. Die Visualisierung zeigt eine deutlich geöffnete Fassade und die gemeinsame Nutzung durch ZLB und Galeria. / © Visualisierung: Commerz Real

© Titelbild: Commerz Real

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Am Alexanderplatz könnte die jahrelange Suche nach einem gemeinsamen Standort für die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) in eine neue Phase eintreten. Das Land Berlin und die Eigentümerin des Gebäudes Alexanderplatz 9, Commerz Real, haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Sie soll den weiteren Verhandlungen über einen möglichen Einzug der ZLB in das heutige Galeria-Gebäude Zeit geben.

Ein Vertrag über den künftigen Standort ist damit allerdings noch nicht geschlossen. Beide Seiten wollen im Oktober über die wesentlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sprechen. Erst danach dürfte sich abzeichnen, ob die geplante Zusammenführung der beiden ZLB-Standorte am Alexanderplatz tatsächlich umgesetzt werden kann.

Am Alexanderplatz: Bibliothek und Warenhaus unter einem Dach

Die bisherigen Planungen sehen rund 42.680 Quadratmeter Nettoraumfläche für die ZLB vor. Davon entfallen rund 28.133 Quadratmeter auf die eigentlichen Nutzungsflächen der Bibliothek. Das Raum- und Funktionsprogramm ist nach Angaben des Senats grundsätzlich fachlich abgestimmt. Der aktuelle Planungsstand soll zeigen, dass sich die Anforderungen an eine moderne Großstadtbibliothek in dem Bestandsgebäude umsetzen lassen.

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Gleichzeitig soll das Gebäude nicht vollständig zur Bibliothek werden. Rund 14.220 Quadratmeter sind weiterhin für Einzelhandel und Gastronomie vorgesehen. Galeria könnte damit einen Teil des heutigen Warenhausstandorts behalten, während in anderen Bereichen die Bibliothek einzieht. Die Mischnutzung aus Kultur, Handel und Gastronomie ist bereits seit Längerem Bestandteil der Überlegungen für das Gebäude am Alexanderplatz.

Galeria Kaufhof am Alexanderplatz in Berlin.

Das Galeria-Gebäude am Alexanderplatz 9 könnte künftig neben Einzelhandel auch die Zentral- und Landesbibliothek Berlin beherbergen. / © Foto: depositphotos.com

Zusammenführung der ZLB: Finanzielle Fragen bleiben offen

Mit der jetzt unterzeichneten Erklärung wird vor allem der bisherige Verhandlungsstand formalisiert. Ende August hatte Finanzsenator Stefan Evers noch von einem Entwurf für einen „Letter of Intent“ berichtet. Damals liefen die Gespräche über den Preis und weitere wirtschaftliche Bedingungen weiter.

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Nun haben Land und Eigentümerin den nächsten Schritt vollzogen. Evers bezeichnete die Erklärung als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer langfristigen Lösung für die ZLB. Zugleich verwies er darauf, dass die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen noch geklärt werden müssten.

Für den Alexanderplatz hätte ein Einzug der Bibliothek Folgen über das Gebäude selbst hinaus. Der Senat verbindet mit der kulturellen Nutzung auch Impulse für das Berliner Stadtzentrum. Commerz-Real-Geschäftsführer Mario Schüttauf verwies ebenfalls auf eine geplante Mischung aus Arbeit, Kultur und Einzelhandel.

ZLB soll zwei Standorte zusammenführen: Weitere Verhandlungen im Oktober

Die ZLB ist bislang auf die Amerika-Gedenkbibliothek am Blücherplatz und die Berliner Stadtbibliothek an der Breiten Straße verteilt. Seit Jahren wird nach einer Möglichkeit gesucht, die Einrichtungen an einem gemeinsamen Standort zusammenzuführen.

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Der Alexanderplatz gehört dabei zu den zentralen Optionen. Das Gebäude ist gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden und könnte die verschiedenen Publikumsbereiche unter einem Dach aufnehmen. Frühere Planungen sahen dafür unter anderem große offene Bibliotheksbereiche, Veränderungen an der Fassade und eine öffentlich zugängliche Dachterrasse vor.

Ob diese Entwürfe in dieser Form weiterverfolgt werden, ist noch nicht abschließend geklärt. Zunächst stehen die Verhandlungen über die wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen an. Beide Seiten wollen darüber noch im Oktober sprechen.

ZLB und Galeria am Alexanderplatz
Berlin und Commerz Real verhandeln über einen gemeinsamen Standort von Zentral- und Landesbibliothek und Galeria am Alexanderplatz.

Quellen: Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

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One Comment

  1. Alexander 18. September 2026 at 13:47 - Reply

    Also 100% Konkurrenz zu Dussmann.

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